Interview mit dem Synchronsprecher Dirk Meyer „Als Sprecher muss man eine Menge Rollen sprechen, um davon hauptberuflich leben zu können“

Dirk Meyer ist ein Deutscher Synchronsprecher, bekannt als Stimme von Fry aus Futurama.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

 

Zum „Synchronsprechen“ sind Sie ja durch den Beruf Ihrer Mutter gekommen, wie war das damals als Kind, war das sofort auch Ihr „Traumberuf“ oder war das zunächst eher eine Art Spielerei für Sie?  

Richtig, die ersten Takes waren ein spielerisches Ausprobieren, da es in dem Alter ja keine Profis gibt. Daher nehmen sich alle anderen Beteiligten die Geduld und die Zeit, die für professionelle Aufnahmen notwendig sind. Dass später das Sprechen für mich zum Beruf wird, war als Kind unvorstellbar, allein schon deshalb, weil ich als Kind natürlich alles andere als „Beruf und Arbeit“ im Kopf hatte. Als Kind war es eine Art Spielerei, auch wenn ich zeitweise viel Freizeit opfern musste, weil ich im Studio stand statt mit Freunden am See liegen konnte. Jedoch bin ich jetzt im Nachhinein sehr froh darüber, weil ich damit, wenn auch unbewusst, meine berufliche Laufbahn startete.

 

Ihre erste Synchronrolle ist ja auch heute noch eine ihrer bekanntesten. Wie nehmen Sie das war, sich immernoch nach Jahrzehnten im Fernsehen zu hören?  

Es sind Erinnerungen an die damalige Zeit, wenngleich diese bereits mehr als 25 Jahre zurück liegt. Wenn ich mich heute als Kind höre, freue ich mich über diese Möglichkeit und nehme dies als Privileg wahr.

 

Brian Tenner, Bud Bundy, David Silver um Ihre ersten Rollen als Synchronsprecher zu nennen. Bei welcher hatten Sie vor allem in jungen Jahren den meisten Spaß und die schönsten Erinnerungen?  

Spaß hatte ich bei fast allen Rollen, abgesehen von den Tagen, an denen ich lieber mit Freunden unterwegs gewesen wäre. Aber schließlich war das eine Art Investition für die Zukunft. Den meisten Spaß und die schönsten Erinnerungen verbinde ich mit dem Synchronregisseur Ivar Combrinck. Mit Ivar gab es immer viel zu lachen, was auch an den tollen Kollegen lag, mit denen ich synchronisieren durfte. „Futurama“ und „Das Leben und ich“ fällt mir in diesem Zuge spontan ein.

 

Aktuellere Rollen sind Jake Ryan in Hannah Montana, Butters in South Park oder Fry in der Zeichentrickserie Futurama. Ich bin sicher nicht der einzige der das nicht gehört hätte, wie schwer ist das seine Stimme zu verändern, quasi ein bisschen zu der Person zu werden die man spricht? 

Natürlich, ich bin ein Synchronschauspieler, sich in die Rollen hineinzuversetzen, liegt in der Natur der Sache. Ich hab das von Kindesbeinen an gelernt, vielleicht habe ich auch eine Art Talent für diese Arbeit. Für mich ist das nicht unbedingt schwer, jedoch ist das Sprechen körperliche Arbeit, auch wenn das für viele nicht allzu plausibel klingt. Aber jeder Profi-Sprecher weiß, wovon ich da rede.  

 

Stimmt das eigentlich, das man bei Synchronarbeiten oft nur die Szenen sieht die man spricht, bzw. manchmal nichtmal diese? Viele Leser stellen sich sicher den Umstand so vor, dass man als Synchronsprecher immer die Möglichkeit hat betreffenden Film oder Serie auch viel früher zu schauen, das stimmt wahrscheinlich nicht wirklich?  

In den Studios werde immer nur die Sequenzen gezeigt, die es zu synchronisieren gilt. Ich sehe die Sequenzen bereits vorab, dass das aber nicht viel mit dem gesamten Film zu tun hat, kann sich bestimmt jeder vorstellen.   

 

Als Stimme sind Sie ja kaum wegzudenken, haben Sie eigentlich mal daran gedacht es selbst auf der Bühne oder Leinwand zu probieren als Schauspieler? Ist das vielleicht noch eine Option? 

Danke. Mir macht mein Sprecherdasein Spaß. Als Schauspieler zu agieren, habe ich nicht wirklich in Erwägung gezogen. Es ist für mich auch keine Option. Ich bin ein Synchronschauspieler und Profi-Sprecher hinter der Kamera, aber kein Schauspieler vor der Kamera.

 

Wie kann man sich Ihren Beruf zeitlich vorstellen? Bei der Masse an Rollen stelle ich mir eine „Freizeit“ als sehr selten vor oder ist das ganz anders? 

Jeder Beruf hat seine Vor- und Nachteile, je mehr ich arbeite, desto mehr Geld verdiene ich. Aber da eine Hauptrolle in einem Kinofilm in maximal 3-4 Tagen abgedreht ist, muss man als Sprecher eine Menge Rollen sprechen, um davon hauptberuflich leben zu können. Hinzu kommt die Verschlechterung der Bezahlung. Als Synchronsprecher hat meine keine Garantie auf entsprechende Einsätze, die Branche ist ein hart umkämpftes Geschäft bei dem es mittlerweile mehr um Zahlen als um Qualität geht. Leider. Mir persönlich ist meine Freizeit wichtig, auch weil ich eine junge Tochter habe, deren Leben ich nicht verpassen möchte.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?  

Planen lässt sich relativ wenig, da ich als Sprecher als Dienstleister und nicht als Unternehmer fungiere. Ich plane außerhalb meiner Sprechertätigkeit diverse Tätigkeiten, wie beispielsweise das Produktionsmusikportal Music4Business.eu oder die Zusammenarbeit mit Sebastian Mikolai, einem sehr talentierten Künstler und Musiker, der interessante deutschsprachige Musik macht. Mehr über Sebastian gibts unter: www.sebastianmikolai.de.

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?  

Ja, hört Euch Sebastian Mikolai an und sagt uns Euer Feedback. Wir freuen uns über jeden Facebook-Fan und jedes Feedback.

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?  

Nun ja, da ich nicht gern in die Sauna gehe und in der Regel nicht das mache, was ich nicht will, kann ich die Frage nicht ernsthaft beantworten. Aber wenn ich in die Sauna ginge, würde ich nicht mit Fremden in der Sauna sitzen wollen. 

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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