Patty Moon „Wir sind immer dann fertig mit einem Song, wenn es sich so anfühlt“

Patty Moon sind eine Musikgruppe, bestehend aus Judith Heusch und Tobias Schwab.

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Geißendörfer hatte schon angefangen zu drehen als er unsere CD über eine Freundin in die Hände bekam. Die Musik hat sehr gut zu der Stimmung, zu den Bildern des Filmes gepasst.

Foto: Patty Moon

2004 kam euer erstes Album raus, wie habt Ihr euch kennen gelernt?

Mein Bruder kannte Tobias und wusste, dass ich gerne mal ein paar Songs von mir aufnehmen würde. Wir haben uns dann bei Tobias bei Keksen und Tee im tiefsten Schwarzwald getroffen. Während ich Piano und Stimme aufgenommen habe, habe ich die Jungs rausgeschickt, ich hatte meine Songs noch nie jemandem vorgespielt und war mächtig aufgeregt. Dann bin ich raus und die beiden sind rein und haben sich die Songs angehört. Seitdem arbeiten wir zusammen. 

Patty Moon, wie kam es dann zu dem Namen?

Wir brauchten sehr schnell einen Bandnamen vor einem Konzert im Backstage in München. Unsere beiden Lieblings- und Ursprungs-Songs waren damals „Me and the Moon“ und „Peppermint Patties“. Aus diesen beiden Songs haben wir den Namen zusammengebastelt und der blieb so. 

Pop-Musik, Jazz, in welche Sparte würdet Ihr euren Sound einordnen?

Judith: Ich mag diese Sparten nicht. ich habe ehrlich gesagt auch keine Ahnung, wo Pop anfängt und Rock aufhört und so. Wir haben lange keinen Plattenvertrag bekommen, weil die erste Reaktion immer war „ja, und was ist das?“ Ich weiß es auch nicht, es sind Songs auf jeden Fall, in denen die Lyrik eine große Rolle spielt. Es ist Musik, die versucht irgendwelche Welten neu zu machen oder zu spiegeln…wir sind immer dann fertig mit einem Song, wenn es sich so anfühlt, als hätte sich eine Sehnsucht, mit der man angefangen hat den Song zu schreiben, erfüllt, man ist irgendwo gelandet. 

Tobias: Ich glaube, die Tatsache, dass wir keiner Sparte wirklich angehören, liegt auch daran, dass beim Umsetzen der Songs ganz unterschiedliche Einflüsse zum Tragen kommen: so höre ich beim Arrangieren eben manchmal eine Prog-Rock-mäßige Gitarre oder ein anderes Mal fast schon eine Klezmer-Klarinette oder ein Streichquartett-Sound im Stile Brittens oder ein frickeliges Soundgetüftel mit elektronischen Wurzeln. Das geht, wenn man in die Songs hinein hört, wunderbar zusammen, ohne stilistisch beliebig zu werden. Es gibt nichts Schlimmeres für einen Arrangeur oder eine Komponistin, als nicht über den eigenen Tellerrand hinaus blicken zu können. 

Ihr habt ja zuletzt einige Tracks für den Film „In der Welt habt ihr Angst“ von Hans W. Geißendörfer beigesteuert. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Geißendörfer hatte schon angefangen zu drehen als er unsere CD über eine Freundin in die Hände bekam. Die Musik hat sehr gut zu der Stimmung, zu den Bildern des Filmes gepasst. Und so hat er gefragt, ob wir erst einen, dann waren es zwei und am Ende drei Songs und zwei Instrumentalstücke  schreiben können. Es war eine tolle Arbeit. Es hat mir wahnsinnig gefallen, mich in diese Geschichte, in die Bilder fallen zu lassen und da nach Liedern zu suchen,  und hat ja auch gut geklappt. 

War Herr Geißendörfer so von euch begeistert, dass er Dich Judith für eine kleine Rolle in der Lindenstraße vorgesehen hat?

Ich denke, ich habe als Typ ganz gut gepasst. Außerdem wusste er, ich kann für die Figur Songs schreiben und bin echt am Piano und am Mikro. Trotzdem musste ich erst durchs Casting, es gab noch mehr Bewerberinnen. Das war sehr aufregend – ich hatte sowas noch nie gemacht. Das Drehen war eine tolle Sache für mich. 

Foto: Patty Moon

Seit Deinen Auftritten in der Lindenstraße Judith, seid ihr einer wesentlich breiteren Masse bekannt, wie macht sich das für Euch bemerkbar?

Ich unterschreibe gerade viele Autogrammkarten für die Lindenstraße…die Konzerte sind etwas besser besucht. Es gab viel Presse. Mal sehen wie’s weiter geht.

Was ist für die Zukunft geplant? Gibt es noch Konzerte, eine Tour oder andere Auftritte?

Na klar, jetzt kommt das Stimmen-Festival in Lörrach, der Hafensommer in Würzburg, ein Konzert im E-Werk Freiburg – alle drei mit Streichquartett, da freuen wir uns riesig drauf. Aber auch weitere Konzerte stehen an. Und solche feinen Konzerte wie das Konzert am Welt Aids Tag in der Paulskirche in Frankfurt am 1. Dezember. Alle Konzerte findet man natürlich auf unserer Homepage. 

Gibt es etwas, dass Ihr an dieser Stelle gerne dem Leser mitteilen würdet?

Danke fürs Hinhören und das Interesse und vielleicht, dass wir an neuen Songs arbeiten. Und wir freuen uns natürlich über einen Besuch auf der Homepage oder bei facebook und besonders natürlich über einen Besuch beim Konzert! 

Mit wem würdet Ihr nicht in der Sauna sitzen wollen?

Judith: Ich hasse Sauna, deswegen wollte ich mit gar niemandem auf der Welt in der Sauna sitzen. Ich finde es mit allen da doof. 

Tobias: Hmm, da ich von Grund auf niemand diskriminieren will, fällt mir spontan niemand ein. Aber nach etwas Überlegung bin ich sicher, dass ich bei jedem Rechtsextremen der da sitzen würde, sofort die Sauna verlassen würde.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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