Kiara Kane „wir sind auch nur ganz normale Mädels mit einem stink normalen Leben“

Kiara Kane ist eine Tänzerin und Erotikmodel.

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Seit ich denken kann, war tanzen mein Hobby, Ausdruck meiner Gefühle. Irgendwann reichte das Tanzen vor dem Spiegel oder auf privaten Feiern nicht mehr und so landete ich in einer Tanzschule
Foto: Kiara Kane

Foto: Kiara Kane

Du hast Industriekauffrau gelernt und arbeitest noch in dem Beruf, wie kamst Du dann zum „erotikmodeln“?

Seit ich denken kann, war tanzen mein Hobby, Ausdruck meiner Gefühle. Irgendwann reichte das Tanzen vor dem Spiegel oder auf privaten Feiern nicht mehr und so landete ich in einer Tanzschule (Hip Hop und Streetdance). Dort  lernte ich andere Tanzbegeisterte kennen und wurde Mitglied einer Hip Hop Tanzgruppe.Mit dieser hatte ich schon kleine Auftritte und genoss das Gefühl auf der Bühne im Mittelpunkt zu stehen. Mit 17 lernte ich dann Samira privat in einer Diskothek kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Bereits da verband uns die Leidenschaft zum Tanzen. Nachdem wir uns zufällig kurz darauf in der Berufsschule wieder trafen entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Sie erzählte mir von Ihrem Nebenjob und weckte so mein Interesse. Sie überzeugt mich letztendlich, dass auch mal auszuprobieren und so landete ich das erste Mal zum Gogo Tanzen auf einem Podest. Somit wurde mein eigentliches Hobby zum Nebenjob. 

Ist es manchmal unangenehm vor fremden aufzutreten?

Am Anfang natürlich schon, teilweise auch heute noch, das ist viel vom Publikum abhängig. Heute sind die Gäste lockerer als vor 7 Jahren, deswegen reagieren die meisten Gäste positiv auf uns. Ein solcher Job stärkt immens das Selbstbewusstsein und heute bin ich so weit zu sagen: „wem es nicht gefällt – der soll weg schauen“ So handhabt man es überall. Warum also nicht auch bei Tänzern?! 

Kennen deine Kollegen Deinen Nebenberuf, Wenn ja was sagen die dazu?

Ja, sowohl meine Chefs, als auch meine Kollegen wissen von meinem Nebenberuf. Anfangs war das natürlich nicht einfach, da dieses Gewerbe schnell in eine falsche Schublade gesteckt wird. Da ich ein Kleingewerbe betreibe, lies sich allerdings nicht vermeiden, dass meine Vorgesetzten davon in Kenntnis gesetzt werden mussten. Meine direkten Chefs und Kollegen akzeptieren es und haben kein Problem damit, weil sie wissen was ich mache. An Firmenfeiern werde ich immer auf Podeste gejagt. Mein direkter Vorgesetzter ist sogar ein großer Fan von Samira, kennt sie zwischenzeitlich auch als Privatperson und mag sie sehr. Das macht die ganze Sache natürlich um einiges leichter. Ich arbeite in einem großen Unternehmen, diejenigen die von meinen Job nichts wussten, wurden durch Getratsche „informiert“ , so ist das halt im Berufsleben. Es gibt sicherlich welche, die sich das Maul zerreißen, aber das ist mir egal. Über wen geredet wird, der ist interessant 😉 Die Meinung meiner direkten Kollegen mit denen ich 8 Stunden täglich zu tun habe ist mir wichtig und die für mich wichtigen Kollegen kennen mich jetzt seit fast 10 Jahren und wissen wie ich bin. 

Foto: Kiara Kane

Foto: Kiara Kane

Ist es nicht gerade im Umgang mit Kunden schwierig einen solchen Nebenberuf zu haben, ich könnte mir vorstellen bei Kunden oder Kollegen ist der Ruf nicht der allerbeste weil man die Erotikbranche oft mit Prostitution und Rotlicht verwechselt oder?

Da hast Du leider nicht unrecht. Öffentliche Auftritte in TV und Zeitung wurden mir leider untersagt, aus Angst das Firmenimage zu schädigen. Unser Job hat leider nicht den besten Ruf. Damit kann ich aber ganz gut leben, da mein Hauptjob absolute Priorität hat. Kunden haben mich bis jetzt meines Wissen nicht erkannt. Aber selbst wenn, ich mache meinen Hauptjob gut und was soll man mir da vorwerfen? Ob ich jetzt privat leicht bekleidet und am Ende noch betrunken auf einer Box rum tanze und mich Kunden sehen, oder ob ich das gleiche, nüchtern und professionell für Geld tue, macht keinen großen Unterschied oder? Meine Kollegen wissen genau was ich tue, sie sehen regelmäßig Fotos, oder kommen zum Zuschauen vorbei, wenn ich in der Nähe arbeite. Man darf sich nicht alles zu Herzen nehmen, was Menschen über einen reden! Wer Interesse an meiner Nebentätigkeit hat und gerne wissen würde was ich genau tue und wie das abläuft, darf mich gerne ansprechen, die Menschen die sich ein Bild machen, aber absolut keine Ahnung haben von diesem Gewerbe, nehme ich nicht ernst! 

Wo sind für Dich denn die Grenzen in dem Beruf?

Ich persönlich ziehe mich nicht aus! Das überlass ich lieber denen, die es besser können. Ich habe schon einige sehr gute Stripshows gesehen und schaue mir das auch sehr gerne an. Absolute Ästhetik gepaart mit praller Erotik. Allerdings kann ich mich damit nicht wirklich identifizieren. Absolutes Tabu ist : Anfassen!!! Ich bin Tänzerin mit Leib und Seele, aber anfassen ist ein absolutes No Go! 

Ist es frustrierend für Dich wenn Männer dich nur als „Objekt“ ansehen oder gehört das für Dich zum Beruf dazu?

Manchmal ist es schon frustrierend, aber ich bin beim Job ja nicht auf Männersuche, von dem her kann ich damit leben. Wenn ich gutaussehende Tänzer sehe, denke ich schließlich auch nicht „Mensch der schaut nett aus, hat bestimmt nen super Charakter, den will ich kennenlernen“ 🙂 Mich freut es, wenn ich gut rüber komme u. den Gästen gefalle. Es ist jedoch immer wieder verwunderlich, wenn man sich mit Gästen unterhält und die dann feststellen, dass man ja ein ganz normales Mädel ist und dazu auch noch nett! Da fragt man sich schon, was die sehen wenn wir unseren Job machen. Solange ich meinen Job gut mache und die Gäste nicht angewidert wegschauen wenn ich die Box betrete , ist das absolut ok 🙂 

Gibt es nicht auch manchmal zu zudringliche Menschen, hast Du schonmal schlechte Erfahrungen gemacht oder immer nur gute?

Leider habe ich nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Es gibt genug Männer, die uns als Freiwild betrachten. Überwiegend sind die Betrunkenen am schlimmsten. Es kommt durchaus vor, dass wir Geld für „andere Dienste“ geboten bekommen, oder uns jemand anfasst. Man kann den Männern hier noch nicht mal einen Vorwurf machen. Es gibt genug Tänzer/innen, die es ausnutzen gut anzukommen und regelmäßig Männer bzw. Frauen abschleppen. Meistens lässt sich das ganz gut durch Worte regeln, die ganz penetranten werden dann eben vom Sicherheitspersonal entfernt. 

Was macht für dich dennoch die Faszination deines Berufes als Erotikmodel aus?

Das Wichtigste ist das Tanzen. Ich tanze um den Kopf frei zu kriegen! Tanzen ist mein Leben, egal in welcher Form. Wenn ich damit auch noch gutes Geld verdienen kann, wäre ich doof, wenn ich das nicht machen würde. Netter Nebeneffekt ist zum einen, dass man unheimlich viele interessante Menschen kennenlernt, zum anderen profitiert natürlich auch das Selbstbewusstsein davon. Ich war früher eher ein „graues Mäuschen“ , Baggy Hosen und weite Oberteile beherrschten meinen Kleiderschrank. Heute mag ich mich so wie ich bin. Ein Großteil dieser Einsicht wurde mir von zufriedenen Gästen vermittelt. 

Foto: Kiara Kane & Samira Summer

Foto: Kiara Kane & Samira Summer

Wo werden wir Dich als nächstes sehen können und sind schon Auftritte in der Zukunft geplant?

Momentan sind wir regelmäßig in der Nachtschicht in Nürnberg zu sehen. Am 29.4 findet dort die große Erotikmessen After Party statt. Mit dabei auch viele Namenhafte Pornostars und natürlich Erotikstar Samira Summer! Das wird auf jedenfall ein heißer Abend, den sich Fans der Erotikbranche auf keinen Fall entgehen lassen dürfen 🙂 Die Nachtschicht hat veranstaltet oft heiße Abende… einfach mal auf der Homepage nachlesen. Im Mai bin ich viel mit Samira unterwegs, am 15.5 zum Beispiel auf dem  Opeltreffen in Eichstätt. Genaue Termine kann man z.b. über mein oder Samiras Facebook Profil, oder natürlich über Ihre Homepage (www.samirasummer.de) erfahren. 

Möchtest Du an dieser Stelle dem Leser gerne etwas Spezielles mitteilen?

Etwas spezielles nicht, aber ich möchte mich gerne bei meinen Freunden und meinen Kollegen für die Unterstützung bedanken. Und natürlich bei Samira für das grenzenlose Vertrauen und die jahrelange Freundschaft und alles was sie beruflich wie privat für mich tut! An die Leser die mich nicht kennen: keine Angst, wir beißen nicht und wer Vorurteile gegenüber uns hat – einfach mal ansprechen, wir sind auch nur ganz normale Mädels mit einem stink normalen Leben 🙂 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit dem Geschäftsführer meiner Firma 🙂

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

 

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