Nadja Atwal „Mit guten Ideen hat in Amerika jeder eine Chance“

Nadja Atwal ist eine deutsche Model-Managerin und Ex-Schönheitskönigin. Kürzlich wurde sie von einem US-Magazin zur Sexiesten Powerfrau Allerzeiten gewählt.

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Mit 17 hast Du in Deutschland einen Schönheitswettbewerb gewonnen, einige Jahre später bist Du in die USA gegangen und dort mittlerweile richtig erfolgreich. Wie entstand bei Dir die Idee in die USA zu gehen und dort eine Firma zu gründen? Das ist ja ein Schritt, vor dem die meisten wahrscheinlich erstmal große Angst hätten.

Die Sehnsucht , in die USA zu gehen und dort im Filmbusiness zu arbeiten, entstand schon in frühen Teenager Jahren und wuchs wohl aus meiner Begeisterung für alte Filme. Ich wollte jedoch nicht vor sondern hinter der Kamera arbeiten und je mehr ich über das Showbusiness laß, desto faszinierender fand ich die Berufe des Managers und Produzenten. Insofern hat mein gewinnen des Modelwettebewerb und eine paar andere Schönheitswettbewerbe absolut nichts mit meinem Gang in die USA und meinem dortigen Erfolg zu tun. Ich ging dorthin, ohne jemanden dort zu kennen und arbeitete an rein inhaltlichen Projekten.

In meinen Träumen kann ich schon seit Kindheit fliegen und je höher ich fliege, desto sicherer fühle ich mich. Entsprechend hatte und habe ich auch im richtigen Leben keine Angst davor, nach den Sternen zu greifen. Ich studierte in Deutschland, machte mich schnell selbständig mit Fotoproduktionen und glücklicherweise war ich Dank meine Jugend naiv genug , um zu denken, daß der Wechsel von Deutschland in die USA nur ein Unterschied in Geografie sei und ich es dort schon meistern würde. Angst habe ich vor Spinnen aber niemals vor der Chance, meine Träume zu verwirklichen… Außerdem sagte ich mir einfach “ wenn es drüben nicht klappt, kann ich immernoch wieder nach Europe zurückkehren“. Es war ein Experiment , jedoch mit dem festen Willen, es durchzuziehen,  und am schönsten an meinem Erfolg war und  ist, daß ich auch die beruflichen Träume anderer verwirklichen konnte und kann. 

In vielen Branchen hat man es als Deutscher bzw. Deutsche in den USA ja ziemlich schwer, welche Erfahrungen hast Du dort die erste Zeit gemacht?

Mir fiel and fällt Amerika leichter als Deutschland, was das Business angeht. Der Amerikaner ist experimentier- und pionierfreudig, denkt groß und mit guten Ideen hat jeder eine Chance. In Deutschland hatte ich zuvor oft den Kommentar gehört “ Sie ist ja gut , aber noch ein bisserl jung!“. Meine Jugend schien meiner Glaubwürdigkeit im Wege zu stehen und meine großen Ideen wurden teilweise als exorbitant bewertet. In Hollywood händeln 24-Jährige große Filmetats von zig Million. Man will dort auch eher der erste sein, der die gute Idee eines anderen umsetzt. In Deutschland war es leider nicht so, und entsprechend sind Ideen wie die Faxmaschine, der Hybrid Motor oder der Walkman in Deutschland zwar erfunden, aber nicht von deutschen Firmen zuerst umgesetzt worden .Ich war kein großer Erfinder, aber hatte Ideen,  auf die Amerika Lust hatte. Das gepaart mit den paar Deutschen Tugenden, die ich hatte, funktierte ganz  prima und insofern kann ich nicht behaupten, es wäre schwierig für mich in den USA gewesen  – es war nur ein Prozeß, der mir als extrem ungeduldiger Mensch zu langsam ging. Aber alles hat ja seinen Sinn – auch Timing. 

Wie viel Zeit verbringst Du noch in Deutschland?

Momentan bin ich ungefähr alle 6 Wochen im Lande, aber grundsätzlich war und blieb ich ja Deutschland immer treu, schon allein wegen meiner starken Beziehung zu meiner Familie. Heute, ist es häufigeres Hin und Her-Gefliege wegen Medienauftritten und meiner Kooperation mit dem Hamburger Modelabel Drezz2Imprezz für die ich eine so erfolgreiche Kollektion entworfen habe, daß jetzt auch mehr Modenschauen und Meetings in Deutschland gibt. 

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In einem US Magazin wurdest Du gerade zur „Sexiesten Powerfrau Allerzeiten“ gewählt. (Glückwunsch) im Zuge dessen bist Du auch in Deutschland im TV aufgetreten. Dürfen wir uns jetzt mehr auf solche Auftritte freuen oder liegt Dein Hauptaugenmerkt weiterhin auf den USA?

Der Titel war eine schöne Überraschung und natürlich bin ich auch dankbar für das deutsche Medieninteresse, nehme aber nur die Hälfte der Einladungen zu TV-Auftritten war, da mein Leben hauptsächlich in den USA stattfindet. Projekte wie Style-Kommentatorin bei den Oscars für Pro7 dieses Jahr habe ich gerne angenommen, da es in LA gedreht wurde und ich es dort mit anderen Projekten verbinden konnte. Der Sprung über den großen Teich mit meinem kleinen Sohn muß schon sehr wichtig sein, um ihn zu rechtfertigen. Es gab in letzter Zeit einige TV Angebote zur Moderation aus Deutschland, da ich ja auch viel TV Arbeit in den USA mache. Gerade als Style und Model-Experte. Aber es war noch kein Projekt dabei, daß ein deutscher  Sender und ich gleichermaßen liebten, um es anzugehen. Das wird sich sicher noch finden…

Dafür habe ich gerade ein Dokumentationsshow-Format über meine Arbeit in NY abgedreht für RTL2 ; das kommt Anfang nächsten Jahres im Hauptabendprogramm. Für Vox stand ich gerade mit Karl Lagerfeld und US-Vogue Chefredakteurin Anna Wintour vor der Kamera als Teil einer Dokumentation über die Schattenseiten des Modebusiness, und als nächstes drehe ich wieder ein Dokumentations-show – auch in New York. Offenbar finden Menschen mein diversifiziertes Berufsleben spannend (lacht). 

Was ist für die nächste Zukunft geplant, wo kann man Dich als nächstes sehen?

Was TV-Auftriite angeht, war ich gerade Gast bei DAS! Und laufe die Tage auf Pro 7 bei TAFF und RED – da geht es hauptsächlich um meine Mode und meine Lieblingsplätze in New York. Mein Focus ist momentan der weitere Ausbau meiner Kollektion auf Drezz2Imprezz.de, denn wir sind momentan so erfolgreich, daß wir das Momemtum nutzen müssen. Beim Ausbau in den US-Markt kommen viele strukturelle Herausforderungen. Die Prominenten tragen dort gerade jetzt gerne unsere Modelle, da müssen wir entsprechend schnell reagieren mit Großproduktion.

Was Showbiz angeht ,wurde ich gerade in Los Angeles und New York von einer der besten Agenturen als Moderatorin, Produzentin und TV Expertin unter Vertrag genommen – da stehen jetzt diverse Meetings mit Sendern an, auch um gemeinsam TV Projekte zu entwickeln. Parallel startet unser Business- und Branding-Coaching in Deutschland und den USA. In Amerika will jeder prominent sein, um seinen Namen in einen erfolgreiche Marke umzuwandeln. Sportler, Schauspieler  und andere Medienpersönlichkeiten haben heute bessere Chance denn je, ihre Popularität zu vermarkten, da sie gefragter sind als pure Models. Wir sind ein Team von drei Erfolgsfrauen mit intensiver Coaching-Erfahrung , jede auf ihrem Gebiet , und wir sehen uns ein bisserl wie die drei Engel für Charlie in Karrierefragen. Entsprechend ist unsere Website 3angelz.com . Obwohl unsere Website noch nicht einmal fertig gestellt ist bedienen wir schon Anfragen für Buchungen. Gerade Frauen suchen nach Allround-Hilfe, von Personality- bis Styling-Coaching. Es macht mich immens glücklich, mein Wissen mit anderen zu teilen. Frauen mangelt es oft an Selbstbewusstsein und richtungsweisenden Tips – nicht an Qualifikationen. Unser Motto ist: Karriere ist kein Zufall – sorgfältiges Coaching bewirkt Wunder. 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ich möchte Menschen ermutigen, ihre Träume ernst zunehmen und sie anzugehen. Gerade Frauen möchte ich Mut machen, sowohl ihren Berufswunsch als auch ihren Kinderwunsch zu verfolgen. Niemand sollte eines der beiden ausschließen müssen. Man muß weder die Beste noch die Schlauste sein, um zum Beispiel in Amerika  eine erfolgreiche Karriere zu starten – aber man muß Courage haben, an sich glauben und Selbsbewußtsein nicht nur empfinden sondern auch nach draußen tragen und begreifen, daß man tatsächlich der Schmied seiner eigenen Erfolgschancen ist. 

Da ich als Modedesigerin nun eine Stimme habe, liegt r das Thema Pelz am Herzen. Ich bitte jeden von ganzem Herzen, sich mit der Frage Pelz gerade wieder in diesem Herbst zu beschäftigen. Fakt ist, daß aus China sogar echter Pelz kommt, der später als Kunstpelz deklariert wird. Den Tieren, darunter hunderttausende von Hunden und Katzen  wird zum großen Teil beim lebendigen Leibe das Fell abgezogen…die Qualen sind so grausam, daß ich Videodokumenationen zu dem Thema  nicht einmal 10 Sekunden überstehe. Ich unterstütze PETA von ganzem Herzen in seinem Kampf gegen Pelz und freue mich, das es ihnen gelungen ist, einige Designer beim Pelzgebrauch umzustimmen und viele Menschen inklusive mich für das Thema zu sensibilisieren…

In West Hollywood sind nun Pelzverkäufe verboten und ich hoffe, daß dieses Beispiel Schule macht . Als fortschrittlicher Mensch, gibt es für mich keinen Platz für Ultra-Primitives wie Pelz bei dem so viel unnütze Qual und Tod verbreitet wird für ein Modeobjekt. Es ist einfach nicht zu rechtfertigen und ich bitte den Leser, einfach bewußter zu kaufen und mehr Informationen einzuholen – so wie wir es verstärkt auch beim Nahrungseinkauf praktizieren. 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Die Intimität einer Saune ist überschätzt. ob Handtuch oder nackt oder Anzug ist mir einerlei. Solange er unbewaffnet ist und die Geruchslage nicht unangenehm beeinflusst, sitze ich gerne neben jedem, vor allem wenn ich  n i c h t  mag, denn die dampfende Stille reizt mich per se als Chance zu einer Diskussion, die sich lohnen könnte. 

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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