Oliver Bürgin „Beat Halter ist ein Mensch, der an das Gute glaubt“

Oliver Bürgin ist ein Schweizer Schauspieler der am 18. August im Tatort: Geburtstagskind zu sehen ist.

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Tatort

Oliver, Du bist Schweizer Schauspieler (aus Zürich), hast Deine Ausbildung aber in München an der Otto-Falckenberg-Schule gemacht. Das sind zwei Gemeinsamkeiten mit Mario Adorf. Weiß man so etwas als Schauspieler wenn man an einer so berühmten Schule studiert? Hat man da vielleicht sogar einen gewissen Erwartungsdruck? Oder ist dem gar nicht so?

Ich habe ganz naiv und blauäugig an verschiedenen Schauspielschulen vorgesprochen und bin dann an der Otto-Falckenberg-Schule genommen worden. Als ich es dann meinen Freunden erzählt habe, haben alle gesagt: „Wow, toll, an der Falckenberg, super!“ Ich habe erst nach und nach begriffen, was die damit meinten. An der Schule selbst waren die ehemaligen, berühmten Schülerinnen und Schüler kein Thema. Es ging um uns als Menschen und um die Ausbildung. 

Gab es eigentlich einen Speziellen Moment in Deinem Leben wo Du gesagt hast „Ich will Schauspieler werden“?

Ich habe, seit ich ein kleiner Junge war, es geliebt, Theater zu spielen, aber als Beruf konnte oder wollte ich mir diese Tätigkeit nicht vorstellen. Später habe ich, während ich an der ETH Biochemie studierte, just for fun, an der Schauspielschule in Graz vorgesprochen. Die Prüfung war fürchterlich, ich bin sofort ausgesiebt worden, aber von diesem Tag an wusste ich: So eine Ausbildung will ich genießen und auf der Bühne stehen! Ich habe dann mein Studium abgebrochen und mich an der Uni exmatrikuliert, bevor ich wusste, ob ich jemals an einer Schauspielschule angenommen würde. 

Ist es eigentlich als Schweizer besonders schwer sich als Schauspieler in Deutschland durchzusetzen?

Nein, umgekehrt: Als Schweizer Schauspieler, der in Deutschland lebt und arbeitet, auch mal in der Schweiz engagiert zu werden, das ist schwierig. Im Falle des Tatorts hat es geklappt und ich bin sehr glücklich darüber. 

Tatort

Ich habe die Tage den Tatort Geburtstagskind gesehen (Läuft im Fernsehen am 18. August). Dort spielst Du die Rolle des Beat Halter, die ich sehr spannend fand, erzähl mal was über diesen Charakter, wie Du ihn gesehen hast?

Beat Halter ist ein Mensch, der an das Gute glaubt. Und er bemüht sich auch, ein guter Mensch zu sein. Ein guter Mensch kann man werden, wenn man den richtigen Weg geht, den christlichen Weg. Er glaubt, dass sich Menschen ändern können, wenn sie denn wollen, und dass er, Beat Halter, in der Lage ist, Ihnen dabei zu helfen. Er weiß aber auch, dass das Böse existiert und ab einem gewissen Punkt der Mensch dem Bösen gegenüber machtlos ist; dass nur noch Gottes Gnade einen boshaften Menschen retten kann. 

Außerdem hast Du aktuell einen Kurzfilm gemacht „Wie es uns gefällt“ Mir ist auch aufgefallen, dass Du in sehr vielen Kurzfilmen mitwirkst. Reizen Dich so kürzere Projekte mehr?

Ich spiele gerne in ausgesuchten Kurzfilmen mit, weil der Enthusiasmus aller Beteiligten enorm ist. Da werden ausgefallene Themen behandelt oder extravagante visuelle Experimente gewagt, die später im kommerziellen Bereich schwierig zu finanzieren wären. Im Rahmen einer Hochschulfilmproduktion sind sie aber realisierbar, weil es nicht in erster Linie ums das Ergebnis geht, sondern ums Ausprobieren. Das ist allerdings nur machbar, weil alle Beteiligten ohne Gage arbeiten. Und deshalb als Antwort auf deine Frage: Nein, mich reizen diese Projekte nicht generell mehr, sondern nur ab und zu, weil ich sonst von meinem Beruf nicht leben könnte. 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant? Wo kann man Dich als nächstes sehen?

Ich moderiere ab und an für firmeninterne Events, aber die sind eben nicht öffentlich. Und bald spiele ich wieder Theater, in der sehr schrägen Kommödie „Willkommen in deinem Leben“. 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Solange ich mich mit dem- oder derjenigen Person nicht unterhalten muss, darf da neben mir sitzen, wer will.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bilder © SWR/Daniel Winkler