Interview mit Comedian und Puppenspieler Sascha Grammel „der Comedypreis-Gewinn als bester Newcomer 2011 ist ein absoluter Knaller“

Sascha Grammel ist ein deutscher Comedian, Puppenspieler und Bauchredner.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews. 

Sascha, Sie sind ja auch Täuschungs-Künstler, kann man das so sagen, oder wie würden Sie „Zauberer“ realistischer übersetzen?

Ich glaube, die etwas unrund auszusprechende Bezeichnung „Illusionist“ trifft es am Besten. und genau wie die klassische Zauberei ist auch Bauchreden das Erschaffen einer Illusion – in meinem Fall der Illusion, dass meine Puppen reden, denken und fühlen können. Sprich: dass sie lebendig sind.

 

Wann entstand denn Ihr Interesse an der Zauberei?

Den genauen Tag weiß ich nicht mehr. Aber es muss parallel mit dem Erwerb meines ersten Aquariums gewesen sein, weil ich mich noch genau daran erinnere, wie ich damals immer wieder probiert habe, aus meinen Goldfischen echte Goldtaler zu zaubern. Nein, die Wahrheit ist: als ich 9 war, bekam mein großer Bruder zum Geburtstag einen Zauberkasten – den ich ihm sofort gemopst habe. Das war die Initialzündung.

 

Und wie kamen Sie zu der Idee, das mit Comedy zu paaren? Kamen dann direkt Ihre Puppen dazu oder gab es sozusagen erst die Comedy ohne die Puppen?

Kennen Sie das: Sie glauben, Sie wären ein mörderisch scharfes Steakmesser, aber alle Welt hält Sie für einen niedlich harmlosen Joghurtlöffel. Vielleicht ein etwas verwirrendes Bild, aber was ich damit eigentlich aussagen will: ich hatte anfangs auch ernst gemeinte Zauberkunststücke im Programm. Teilweise sogar recht nachdenkliche Nummern. Die Zuschauer haben aber auch in diesen Nummern immer wieder lachen müssen. Da wurde mir klar, dass ich ins komödiantische Fach wechseln muss. Dann kamen recht schnell die Puppen hinzu und geboren war die „Puppet-Comdey“! 

 

Gestalten Sie Ihre Puppen eigentlich selbst?

Frederic ist mir vor 15 Jahren zugeflogen, Josie habe ich beim Speed-Dating kennengelernt und Professor Hacke hat sich selbst erfunden – im Dienste der Wissenschaft. Es gibt aber auch Stimmen, die behaupten ich hätte mir das alles ausgedacht.

 

Seit 1997, habe ich gelesen, sind Sie so unterwegs, was glauben Sie warum Sie gerade jetzt dieses und das letzte Jahr über zu einem so großen Erfolg kamen?

Ich denke, dass es für alles den richtigen Ort und die richtige Zeit gibt. Rückblickend war ich 1997 einfach noch nicht so weit. Sicher hat zudem die bewusste Weiterentwicklung des zuvor doch kräftig angestaubten „Bauchredner“-Genres zur modernen, eigenständigen „Puppet Comedy“ und mein Wechsel in ein professionelleres Umfeld eine wichtige Rolle gespielt. Vielleicht fahre ich zur Zeit auch ein Stück die Ernte für die oft sehr harte Arbeit der vergangenen Jahre ein. Vielleicht hat’s aber auch mit dem Polsprung (einem spontanen Magnetfelderwechsel zwischen Nord- und Südpol) zu tun. Das meint zumindest Professor Hacke.

 

An dieser Stelle natürlich auch meine besten Glückwünsche zum Comedypreis als bester Newcomer, dieses Jahr war so unglaublich erfolgreich, haben Sie eigentlich selbst das Gefühl, dass alles schnell ging oder wie war das Jahr für Sie?

Natürlich war das ganze letzte Jahr einfach grandios und oft auch ein bisschen verrückt, der Comedypreis-Gewinn als bester Newcomer 2011 ein absoluter Knaller, und allein die zusätzliche Nominierung für „Hetz mich nicht!“ als Bestes TV-Soloprogramm eigentlich schon Auszeichnung genug. Ich bin sehr dankbar und glücklich.

 

Ihr Terminkalender ist ja bis oben hin voll, sagte man mir, hat man da überhaupt noch Zeit für private Dinge? Wie gehen Freunde und Familie mit diesem Erfolg um?

Ich habe zum „Hetz mich nicht!“-Tourstart Anfang 2010 eine lebensgroße Pappfigur von mir anfertigen lassen, die statt meiner bei diversen Familienfesten und Treffen mit Freunden, Verwandten und Bekannten bis dato recht gute Dienste geleistet hat. Weil auch ich natürlich irgendwann mal Urlaub brauche, ich dafür aber absolut keine Zeit habe, wird mich dieselbe Pappfigur im kommenden Jahr bei einer mehrwöchigen Ferienreise in die Toskana vertreten.

 

Und so erfolgreich geht es ja auch weiter, was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Wir haben ja gerade die „Hetz mich nicht!“-Tour aufgrund der großen Nachfrage um ein ganzes Jahr bis Ende 2012 verlängert – und schon jetzt ist wieder ein Großteil der neuen Termine ausgebucht – außerdem gibt’s ein paar ausgewählte TV-Auftritte und, wenn alles wie geplant läuft, zum Ende des Jahres noch eine weitere Überraschung auf die sich nicht nur eingefleischte Fans sicher freuen dürfen. 2013 kommt dann schließlich das neue Programm, an dem wir schon fleißig arbeiten. 

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Ich kann mich einfach nur immer wieder bedanken bei all’ den Menschen, die „Hetz mich nicht!“ zu einem so großen Erfolg gemacht haben. Und damit meinen größten Traum haben wahr werden lassen. Ich bin sehr, sehr dankbar dafür und empfinde es als großes Glück, dass ich mein Hobby und meine größte Leidenschaft zu meinem Beruf machen konnte und dass ich Abend für Abend auf der Bühne diesen unbedingten Zuspruch, diese Anerkennung und Unterstützung des Publikums erleben darf. Das ist allerbeste Motivation und schönste Verantwortung in einem. Vielen, vielen Dank dafür!

 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Weder mit Frederic Freiherr von Furchensumpf noch mit Professor Hacke. Ich möchte beide nicht ohne Hosen sehen! Josie ohne Panzer könnte dagegen natürlich durchaus reizvoll sein… 

 

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