Interview: Josy Fine „Ich mache diesen Job, weil ich tanzen liebe“

Josy Fine ist eine deutsche Tänzerin.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

Josy, Du betreibst Poledance als Sport und gibst auch Unterricht. Bei dem Wort Poledance denkt wohl jeder direkt an erotisches Tanzen, Sex… Du weißt was ich meine, das ist es aber nicht?

Nein, denn Pole Dance ist eine Sportart, die sowohl Akrobatik, Elastizität, Tanz und Spaß miteinander vereint. Das ablegen von Kleidungsstücken ist in dieser Sportart sogar strengstens untersagt. Pole Dance ist auf keinen Fall mit Table Dance zu verwechseln. Es gibt mittlerweile Deutschlandweit Schulen, die diesen Sport auf professioneller Ebene unterrichten und ihre Schüler für Meisterschaften vorbereiten (z.b. Bayerische Pole Dance Meisterschaft 2010 oder auch Deutsche Pole Dance Meisterschaft 2011) Es gibt seit Anfang des Jahres 2011 sogar einen eingetragenen Pole Dance Verband in Deutschland. Somit lässt sich Pole Dance eindeutig vom erotischen Table Dance trennen.

 

Wie geht so ein Unterricht ab, machst Du Einzelunterricht oder in Gruppen? Sicher sind die Teilnehmer ja alle unterschiedlich begabt.

Es gibt sowohl Einzel- als auch Gruppenunterricht. Der Unterricht beginnt immer mit einem sogenannten „Warm up“, hierbei bereiten wir die Schüler auf die körperliche Beanspruchung vor, um so Überdehnungen oder Muskelverspannungen vorzubeugen. Ich unterrichte zum einen die Schnupperschüler, die sich für diese Sportart interessieren und diese unverbindlich kennen lernen möchten. In diesem Schnupperkurs bekommen die Schüler grundlegende Dinge wie z.b. das Klettern, oder auch bestimmte Regeln beigebracht, um den Scheu und die Angst vor dem Unbekannten zu verlieren.

Zum anderen unterrichte ich dich Workshops 1-3. Es gibt insgesamt 5 Workshops. Pro Workshop gibt es 4 Einheiten a 2 Stunden, in denen den Schülern jeweils bis zu 15 Figuren an der Stange beigebracht werden. Auf jeden Trainer kommen maximal 4 Schüler, so dass dieser genug Zeit hat, die einzelnen Figuren ausführlich zu erklären und vorzumachen.

Wie in jeder Sportart gibt es sehr talentierte Schüler, aber natürlich auch Schüler die sich schwerer tun. Generell gilt – der Spaß steht an erster Stelle und die Gruppe ist immer so stark wie sein schwächstes Glied. Die Teilnahme an Meisterschaften oder Wettbewerben ist absolut freiwillig und keine Voraussetzung.

 

Ich nehme an, dass Sie meisten Teilnehmer Frauen sind, oder sind da auch Männer mit dabei?

Mittlerweile wird diese Sportart auch im männlichen Bereich immer beliebter, es gab sogar extra eine Deutsche Meisterschaft im Pole Dance. Unsere Schüler sind bunt gemischt, von jung bis alt. Es gibt etliche Figuren an der Stange, die speziell für Männer eine Herausforderung sind, wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr Männer an diese Sportart herantrauen würden.

Warum wollen Die meisten Poledance lernen?

Der häufigste Grund ist das Trainieren des eigenen Körpers, mit Spaß und Tanz vereint. Oft ist auch die Herausforderung ein Grund, warum unsere Schüler diese Sportart so sehr interessiert.

 

Seit wann kennst Du denn Samira Summer und die Dirty Showgirls? Und seit wann bist Du als Tänzerin dabei?

Die Dirty Showgirls genießen bei Auftraggebern einen sehr guten Ruf, Samira Summer ist in Deutschland sehr bekannt und jeder der in Deutschland als Tänzerin arbeitet kennt eigentlich ihren Namen. Ich selbst kenne sie seid 4 Jahren und bin nun schon seid 3 Jahren Stammtänzerin für Ihre Agentur.

Was am tanzen vor einem Publikum fasziniert Dich denn so?

Tanzen ist mein Hobby, für mich ist tanzen eine Art abzuschalten und somit kann ich meinen Nebenjob mit einem Ausgleich zum Alltag verbinden. Es ist ein tolles Gefühl, dass Publikum zum feiern zu animieren und zu sehen, welch positive Wirkung unser Job auf die Stimmung in einer Discothek ausübt.

 

Und Deine Grenzen sind klar gesteckt? Du tanzt nicht „Oben Ohne“?

Ja das ist definitiv meine Grenze. Ich mache diesen Job, weil ich tanzen liebe, ich tanze auch privat in Discotheken und so lässt sich das angenehme mit dem nützlichen verbinden. Ich schaue gerne professionellen Stripper/innen zu, für mich selbst ist das jedoch nichts, ich habe meinen Grenzen klar gesetzt und bin glücklich damit.

 

Wenn Du Poledance als Sport machst, stört es Dich dann nicht auch oft wenn die Zuschauer (Männer) das nicht wirklich in dem Moment als Sport oder Talent erkennen, dich sondern nur auf deinen Körper reduzieren?

Gerade beim Pole Dance erkennt jeder sehr schnell, dass dies ausschließlich mit Körperbeherrschung und Kraft zu tun hat und nichts erotisches darstellt, auch wenn man leicht bekleidet an der Stange tanzt. Selbst wenn Männer dies anfangs als anzüglich empfinden werden sie eines Bessern belehrt und merken, dass sie da bei uns falsch sind. Bei vielen ist die Verbindung zum Table Dance noch sehr verankert, aber der Unterschied lässt sich bei zusehen mehr als deutlich erkennen.

 

Wo kann man Dich denn als nächstes sehen, was ist geplant?

Zu sehen bin ich als Trainerin jeden Sonntag (16-20 Uhr) und Mittwoch (20:30-22:00 Uhr) in der Pole Dance Academy in Nürnberg und natürlich auf diversen Jobs von und mit den Dirty Showgirls (z.b. 17.9.11 Nachtschicht Nürnberg)  Infos zu Wettbewerben, Meisterschaften oder diversen Auftritten unserer Academy findet ihr auch unter http://www.poledanceacademy.de/

 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Bevor ihr unsere Sportart verurteilt, kommt vorbei, schaut euch an wie viel Spaß dieser mit sich bringt und macht euch dann euer eigenes Bild. Generell : nie urteilen, ohne hinter die Fassade gesehen zu haben.

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit niemanden… 🙂 grundsätzlich finde ich schwitzende nackte Menschen nicht gerade anziehend 🙂 

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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