Tim Lobinger „Sport ist nicht Show sondern reine Emotion und Leidenschaft“

Tim Lobinger ist ein deutscher Stabhochspringer. Er ist einer der wenigen 6-Meter-Springer.

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Im Training fehlt die besondere Motivation, die extreme Konzentration und das Adrenalin, um in solche Grenzbereiche vorzustoßen.

Bild © BWM Communications

1997 und 1999 haben Sie bei Wettkämpfen die 6m Marke übersprungen, toll, Wie ist das eigentlich, überspringt man diese Marke auch mal im Training oder probiert man sich an solchen Höhen nur bei Wettkämpfen?

Im Training fehlt die besondere Motivation, die extreme Konzentration und das Adrenalin, um in solche Grenzbereiche vorzustoßen. Im Wettkampf lässt der ausgeruhte Körper und der Leistungsdruck diese einmalige Leistung möglich werden. Vor sehr langer Zeit bin ich 5.90m im Training gesprungen. Im Durchnschnitt sind es im Training 5,40m. Und das ist ein guter Tag.  

Sie sind ja noch aktiv dabei, wie schwer ist es an die Leistungen aus den 90er anzuknüpfen?

Im Training gelingt es gut an meine früheren Leistungen ranzukommen. Im Wettkampf fehlt allerdings der Killerinstinkt von früher. Trainingsweltmeister bin ich jedoch nicht, da ich durch meine jungen Trainingskollegen stets einen ehrlichen Vergleich habe. 

Spielen Sie eigentlich schon mit dem Gedanken „Karriereende“

Meine Karriere läuft schon bewundernswert und erstaunlich lang. Mein Wunschziel ist es aber schon seit langem, an meiner  5. Olympiade 2012 in London teilzunehmen. Damit werde ich mindestens bis 2012 oder vielleicht sogar länger der Leichtathletik aktiv treu bleiben. 

Sie gelten ja als ein wenig „ausgeflippt“ Was treibt Sie zu solchen Aktionen wie etwa 2003 als Sie ihren Hintern in die Kamera zeigten nach einem Titelgewinn?

Sport ist nicht Show sondern reine Emotion und Leidenschaft, wofür ich seit über 20 Jahren eintrete. Damals in Monaco sind die Pferde einfach mit mir durchgegangen. Ein besonderer und sicher lustiger Augenblick. 

Empfinden Sie es als schlimm das Medien Sie als Anna Kournikova des Stabhochsprungs bezeichnen oder können Sie darüber lachen?

Als Mann mit einer so hübschen Frau verglichen zu werden, ist ein Kompliment. Allerdings konnte ich in meiner Karriere zusätzlich mit Leistung punkten. 

Aktuell sah man sie bei Let’s Dance, ist das Fernsehen eine Alternative für nach den Sport oder was planen Sie für diese Zeit? Gibt es möglicherweise schon Projekte im Fernsahen nach Let’s Dance?

Es ist derzeit verschiedenes in Planung.  Von einer Tätigkeit im Marketingbereich in der Wirtschaft bis hin zu einer Trainerbeschäftigung kann ich mir alles vorstellen. Ich habe gerade an der Trainerakademie in Köln mein Diplomtrainer Studium begonnen. Im vergangenen Winter habe ich für Eurosport kommentiert. Außerdem berate ich die Marke Oakley im Sportbereich.  

Als Stabhochspringer haben Sie sicherlich ein tolles Körpergefühl, wie einfach war es auf diesem Level zu tanzen?

Beim Tanzen konnte ich auf keinerlei Erfahrung zurückgreifen. Ich war sozusagen ein unbeschriebenes Blatt  und ich bin mir sicher, dass ich mit jeder weiteren Runde schöner und besser getanzt hätte. Leider hatte ich keine Chance dies zu beweisen. Aber immerhin habe ich viel Lob aus dem Tanzlehrerbereich bekommen. Und ein Lob aus dem Fachbereich wiegt viel. 

Möchten Sie an dieser Stelle dem Leser etwas Spezielles mitteilen?

Zumindest  habe ich mir durch Lets Dance den Tanzkurs gespart und kann im Sommer bei meiner Hochzeit mit einem schönen Walzer punkten. 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

Generell bin ich nicht so der Fan von nackten, schwitzenden Menschen 😉

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bild © BWM Communications 

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