Christina Surer „Eine Frau geht nur einen Schritt zurück, um besser Anlauf nehmen zu können“

Christina Surer ist eine Schweizer Autorennfahrerin, Fernsehmoderatorin und Model.

Unterstütze diesen Interviewpartner:
Klicke auf den Artikel und besuche die Links

Mein Vater war Motocrossfahrer und nahm mich schon mit 3 Jahren auf dem Motorrad mit. Ich habe das geliebt und hatte somit schon früh Benzin im Blut. Als 19-jährige habe ich durch meinen Ex-Mann (Formel1-Fahrer) die Liebe zum Kart entdeckt. Nach 7 Jahren Kart-Sport bin ich dann 2001 in den Tourenwagen-Sport umgestiegen. 

Foto: Christina Surer

Christina, Wie entstand denn die Liebe zum Motorsport?

Mein Vater war Motocrossfahrer und nahm mich schon mit 3 Jahren auf dem Motorrad mit. Ich habe das geliebt und hatte somit schon früh Benzin im Blut. Als 19-jährige habe ich durch meinen Ex-Mann (Formel1-Fahrer) die Liebe zum Kart entdeckt. Nach 7 Jahren Kart-Sport bin ich dann 2001 in den Tourenwagen-Sport umgestiegen. 

War es dann einfach das Modeln vorerst aufzugeben oder hatten Sie das gar nicht wirklich vor weiter zu verfolgen?

Alles hat sich so ergeben. Mit 19 Jahren stand ich einmal vor der Entscheidung, eine volle Saison BMW-ADAC Formel Junior Cup zu fahren oder zu Modeln. Ich hatte gerade die ersten guten Model-Jobs, auf die ich lange hin gearbeitet habe. Das wollte ich nicht einfach hinschmeißen. Dass es dann später doch noch in Richtung Motorsport ging, hätte ich damals nicht gedacht. 

2001 hatten Sie einen Unfall beim Kartfahren, bei dem Sie sich die Schulter verletzten. Haben Sie damals darüber nachgedacht mit dem Motorsport komplett aufzuhören? Wie groß war die Angst wieder zu fahren?

Als ich wieder verletzt im Krankenwagen lag und auf die Wirkung des Schmerzmittels wartete, sagte ich „entweder ein Dach über dem Kopf oder ich höre auf mit Fahren“. Fast ein halbes Jahr war ich verletzt. Kurze Zeit nach meiner Genesung, bekam ich die Chance Tourenwagen-Rennen zu fahren. Das Beste ist, wenn man nach einem Unfall schnell wieder im Auto sitzen kann. Angst hatte ich keine, sonst hätte ich aufgehört. 

Foto: Christina Surer

Das moderieren als Motorsportexpertin verschiedener Gelegenheiten gehört auch zu Ihrer Karriere, ist das Fernsehen das Wunschmedium für nach dem Sport? Plant man schon was nach einem Karriereende mal passieren soll oder ist das noch weit in der Zukunft?

Bei mir gab es nie ein Karriereende, weder als Medizinische Praxis-Assistentin, als Model oder als Rennfahrerin. Das ergibt sich bei mir. Ich arbeite ja schon einige Jahre beim Fernsehen und liebe es. Bestimmt werde ich diese Arbeit länger machen können, als Motorsport. Das Fernsehen und die Moderation ist meine Zukunft. 

Sie nahmen ja schon öfters an Sendungen von Stefan Raab teil, wie denken Sie über diese „Promi-Formate“ im Allgemeinen?

Man darf diese Formate nicht allzu ernst nehmen, aber mir machen sie unglaublich Spaß. Zudem darf man die Außen-Wirkung nicht unterschätzen. Das ich Stock Car Crash Challenge und WOK-WM fahre, weiß jeder. Wo ich aber Motorsport mache und wo ich seit Jahren Rennen fahre, muss ich immer wieder erklären. 

Gibt es Rennen oder Ereignisse in Ihrer Karriere an die Sie sich spontan richtig gut erinnern können?

Na ja, da gibt es viele besondere Momente.. mein erstes Regenrennen im Alfa Romeo 147-Cup, die Pole am Norisring im SEAT Leon Supercopa, jedes meiner 4 gefahrenen 24h-Rennen am Nürburgring inkl. Podestplätze, mein Rennunfall 2007 in Hockenheim usw.. 

So ein Rennen ist ja sicherlich sehr anstrengend, wie hält man sich da eigentlich am besten Fit?

Viel Joggen und gezielte Kraftübungen. Besonders für Schulter und Nackenbereich. Kondition ist besonders wichtig bei heißen Rennen, denn da kann es im Auto schon mal 60-70 Grad haben. Es kam schon vor, dass ich mit dem Fahrrad in der Sauna trainiert habe, um mich auf besonders heißes Rennen vorzubereiten. 

Wo können wir Sie denn als nächstes sehen, wann ist das nächste Rennen und was haben Sie sich für die nächste Zukunft noch vorgenommen?

Ich werde sicher im Rahmen der DTM und beim SEAT Leon Supercopa zu sehen sein. Welche Rennen ich fahren werde, ist aber noch nicht klar. Allen Motorsport-Fans kann ich das 24h-Rennen am Nürburgring (24.-26. Juni) empfehlen, da werde ich für „Sport1“ moderieren und live die Boxengassen-Interviews führen. Ich bin sozusagen, der weibliche Kai Ebel für Sport1;-). 

Foto: Christina Surer

Möchten Sie an dieser Stelle dem Leser etwas Spezielles mitteilen?

Gerne doch.. „Eine Frau geht nur einen Schritt zurück, um besser Anlauf nehmen zu können!“ Mit schönem Gruß an alle Männer ;-). 

Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen?

In der Sauna möchte ich gerne meine Ruhe und Privatsphäre. Da überlege ich mir ganz genau, werd da drin sein könnte oder ich lass es bleiben. Wäre aber Michael Scofield von Prison Breake in der Sauna, würde ich es mir nochmals überlegen.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de