Schweiz will Glücksspiele im Internet sperren

Das Internet hat sich im Laufe von wenigen Jahren zu einem sehr wichtigen Markt für die Glücksspielbranche entwickelt. Immer mehr Umsätze werden bei Spielen erzielt, an denen die Nutzer online teilnehmen können. Natürlich bietet das Spielen über das Internet eine ganze Reihe von Vorteilen, auf die weiter unten noch eingegangen wird. Aus der Sicht von Regierungen, die bislang mit dem Monopol auf Glücksspiele oft hohe Einnahmen erzielen konnten, ist dieser neue Markt jedoch eine große Herausforderung. Einerseits müssen die Spiele lizenziert werden, andererseits will man dafür sorgen, dass Kunden von Online Casinos in einer sicheren Umgebung agieren können.

In der Schweiz dürfte es in den kommenden Monaten einigen interessanten Entwicklungen auf dem Markt für Glücksspiele im Internet kommen. Bislang ist es dort ebenso wie in den meisten anderen Ländern möglich, dass Schweizer sich bei Casinos anmelden können, die über eine Lizenz aus dem Ausland verfügen. Das Spielen in solchen Portalen ist für die Kunden nicht illegal, allerdings profitieren die Behörden in der Schweiz nicht von Einnahmen in Form von Steuern oder anderen Beträgen, die sie in ganz normalen Casinos und Spielbanken in der Schweiz selbst erhalten. Diese Probleme sollen nun mit radikalen Lösungen angegangen werden.

Anfang März 2017 berichteten einige Medien in der Schweiz zum ersten Mal darüber, dass internationale Anbieter von Casinospielen im Internet künftig keine Erlaubnis in der Schweiz mehr erhalten sollen. Das Parlament hat einem neuen Gesetz zugestimmt, in dem unter anderem geregelt wird, dass der Zugriff auf IP-Adressen von Online Casinos für Spieler aus der Schweiz gesperrt werden soll, sofern diese nicht über eine in der Schweiz selbst ausgestellte Lizenz für solche Spiele verfügen. Natürlich wollen die Politiker Online Casinos in der Schweiz sperren, um auch in der Zukunft die hohen Einnahmen zu sichern, die die Betreiber von Casinos und Spielbanken im Land leisten müssen.

Auf den ersten Blick erscheint die Sperre von Casinos im Internet wie eine sehr drastische Maßnahme. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass die Betreiber von Casinos, die Anbieter von Lotterien oder Buchmacher, die mit Wetten auf Sportereignisse ihr Geld verdienen, in der Schweiz noch immer über eine relativ starke Lobby verfügen. Diese Macht haben die verschiedenen Anbieter von Glücksspielen, die selbst über eine in der Schweiz ausgestellte Lizenz verfügen müssen, genutzt, um zunächst im Senat für Zustimmung zum neuen Gesetz zu werben. Nachdem es dort verabschiedet worden war, dauerte es noch einige Wochen, bis auch das Parlament den neuen Regelungen zugestimmt hat.

Einer der wichtigsten Gründe für die Verzögerung war die Tatsache, dass Telekom-Anbieter in der Schweiz besorgt darüber waren, dass sie für die Kosten der Blockaden von bestimmten IP-Adressen aufkommen müssen, während die Glücksspielbranche des Landes davon profitieren dürfte. Darüber hinaus haben sich solche Blockaden in anderen Ländern als relativ nutzlos herausgestellt, da sie relativ einfach zu umgehen sind. Wer aus der Schweiz also bei einem Casino im Internet aktiv werden möchte, muss nur wissen, wie man eine geblockte IP-Adresse vom eigenen Computer aus aufrufen kann. Dazu gibt es im Internet eine ganze Reihe von kostenlosen Anbietern, die Nutzern dabei helfen.

Im Parlament gab es zwar durchaus einige Stimmen aus verschiedenen Parteien, die ebenfalls gegen die Sperre von bestimmten IP-Adressen argumentierten. Allerdings konnten sich diese Abgeordneten nicht durchsetzen, sodass die neuen Regelungen schließlich angenommen wurden. Darüber hinaus dürften Betreiber von Glücksspielen im Internet, die ihren Firmensitz im Ausland haben, nicht in der Lage sein, sich für eine Lizenz in der Schweiz zu bewerben. Wie sich das auf Online Casinos wie Mr Green Schweiz auswirkt, ist eine Frage, die sich erst in einigen Monaten beantworten lassen dürfte. Für die Betreiber dieser Casinos sind die neuen Regelungen jedoch ein möglicherweise bedeutender Einschnitt.

Aus der Sicht der Spieler bedeutet die neue Maßnahme, dass es nicht mehr ganz so komfortabel sein dürfte, Netent Online Spiele von zu Hause aus zu starten und dabei Gewinne zu erzielen. Durch verschiedene technische Möglichkeiten ist es jedoch möglich, die neuen IP-Sperren zu umgehen, sodass man auch weiterhin sein Guthaben im Online Casino nutzen kann. Auf diese Weise kann man auch von den anderen Vorteilen profitieren. Dazu zählen unter anderem die vielen Boni und Aktionen, die in den meisten Casinos im Internet immer wieder präsentiert werden. Darüber hinaus ist auch die Tatsache wichtig, dass man auf Onlineportalen die verschiedenen Spiele erst einmal ohne echte Einsätze und ganz ohne Risiko testen kann.

Alles in allem sollten Spieler aus der Schweiz also die neue Gesetzgebung genau verfolgen. Auch für Fans von Glücksspielen aus anderen Ländern sind solche neuen Gesetze sehr wichtig, schließlich könnten sich Regierungen in ganz Europa ein Beispiel an der Schweiz nehmen. Dort dürfte es aufgrund des Binnenmarktes innerhalb der EU zwar schwieriger werden, entsprechende Regelungen umzusetzen, trotzdem könnten die neuen Gesetze in der Schweiz zu einem wichtigen Vorbild werden.