Sven Voss (Das aktuelle Sportstudio) „Ich weiß ich gar nicht warum alle immer den Frauenfußball belächeln“

Sven Voss ist ein deutscher Sportmoderator. Er ist u.a. als Moderator der ZDF-Übertragungen im Frauenfußball bekannt. Außerdem moderiert er seit 2011 das aktuelle Sportstudio im ZDF.

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Sven Voss

Bild © MDR/Andreas Lander

Vom Politik und Pädagogik Studium zum Sportmoderator, das klingt nach einer abwechslungsreichen Karriere. Wann hast Du gemerkt, dass es dich doch eher in diesen Bereich zieht, Fernsehen … ? Gab es da einen Speziellen Moment?

Das mit dem Fernsehen wollte ich von Anfang an. Ich wußte nur nicht, wie ich dort hinkomme. Zuerst habe ich ein Praktikum beim Regionalfernsehen in Koblenz gemacht und dort so ziemlich alles ausprobiert. Kamera, Schnitt, Redaktion… Dann hab ich angefangen zu studieren und gleichzeitig bei WDR Eins Live erste Gehversuche im „professionellen“ Fernsehen und Radio gemacht. Als es dann über ein Casting zu ZDF logo ging, war das der erste Schritt vor die Kamera. Ich fands gut und andere auch, weshalb schließlich der Sport auf mich aufmerksam wurde. Dann kam der Sprung ins kalte Wasser: Altenberg, Rodelbahn mit Experte Schorsch Hackl – erste Livesendung – 90 Minuten – es fühlte sich furchtbar an … lief aber ok. Und ich hatte den Traumjob beim Sport. 

Zum Anfang deiner Moderatorenkarriere hast Du dann sehr viel Kindersendungen moderiert, bist dann vor einigen Jahren zum Sport gewechselt, wie kam so etwas? Ist dass dann ein Stück weit auch das alter? Mir hat mal ein Moderator gesagt, dass es irgendwann einfach nicht mehr passt wenn jemand Ende 20 oder Anfang 30 eine Kindersendung moderiert, war das bei deiner Entscheidung damals auch ein Grund?

Genauso war es, ich musste und wollte irgendwann schauen, ob ich auch im Erwachsenen-TV fußfassen kann. Beim Kinderfernsehen hatte ich zu der Zeit schon 7 Jahre auf dem Buckel. Das schien mir irgendwie ausgereizt, obwohl ich bei Logo keinen Tag missen will! Dann war aber nicht unbedingt der Plan, als Moderator durchzustarten, schließlich hatte ich keine Liveerfahrung. Aber beim Sport gab es damals eine Lücke und da passte ich rein. Vielleicht hatten sie mich auch verwechselt mit jemandem, der schon über ausreichend Erfahrung verfügt, haha. 

Seit 2007 moderierst Du u.a. für das ZDF Frauenfußball. Ist dann dann bei dir auch ein persönliches Interesse oder mehr als Arbeit zu sehen? Ich meine, könntest Du ebenso gut Springreiten oder Boßeln moderieren? Oder brauch man für die Arbeit ein ehrliches Interesse an dem was man moderiert?

Interesse am Wettkampfsport und an Menschen – ohne das geht es nicht. Aber dann passen schon viele Sportarten ins Spektrum eines Sportreporters. Ich muss den Sport ja nicht selber machen. Ich bin noch nie von einer Skisprungschanze gesprungen und vielleicht löst gerade das eine Faszination und Bewunderung aus und letztenendes auch eine gewisse Leidenschaft für den Sport. Darüberhinaus weiß ich gar nicht, warum alle immer den Frauenfußball belächeln oder in Frage stellen?! Solang man ihm nicht den Vergleich mit den Männern überstülpt, ist diese Sportart doch sehenswert und professionell. Kurzum – ohne Interesse an einer Sportart, sollte man nicht an der Seitenlinie stehen… 

Ich gebe zu keine Ahnung vom Frauenfußball zu haben und bekomme sehr selten etwas aus dem Bereich mit, ist das das große Problem des Sportes, dass nur große Tuniere platz im Fernsehen finden? Warum denkst Du ist das so und wie hat sich aus deiner Sicht der Frauenfußball die letzten Jahre entwickelt.

Ich glaube, dass der Frauenfußball wieder auf einem Normalniveau ist. Die WM im eigenen Land war vielleicht ein bisschen too much Aufmerksamkeit. Das war wie ein schicker Golf Turbodiesel, dem man plötzlich ein Raketentriebwerk einbaut und sagt:“Gute Fahrt!“. In der Liga gibt es sehenswerte Topspiele und genauso ist es auch auf internationaler Ebene. Die 6-10 Topmannschaften auf der Welt liefern sich mit Sicherheit spannende Duelle. Darüberhinaus gibt es aber auch viel Langeweile, weil ein Team stark, das andere schwach ist. Wenns zu eindeutig für die deutsche Mannschaft ist, will das auch keiner sehen. 

Seit 2011 moderierst Du außerdem das aktuelle Sportstudio, es geht wohl kaum besser in dem Bereich oder? Fühlt man sich da irgendwie „angekommen“ Gibt es noch Ziele für dich was Du gerne moderieren würdest?

Angekommen ja! Aber es gibt noch viel zu tun für mich. Diese Sendung ist so komplex und vielseitig, da lernt man nie aus. Der Sportjournalismus ist so schnell. Mir fallen später nach der Sendung immer noch Dinge ein, bei denen ich sage:“Ach, da hättest du besser das gesagt oder gefragt… und warum haben wir das nicht in der Sendung gehabt?!“ Ich würde diese Sendung gerne für mich persönlich an den Punkt bringen, dass ich sage: „ich bin jetzt mit allen Wassern gewaschen!“ Und das wird noch dauern. Ob sich darüberhinaus noch Themenfelder ergeben, die mich interessieren und zu denen ich passe, wird sich zeigen.

Sven Voss

Bild © MDR/Andreas Lander

Was ist für die nächste Zukunft geplant, wo kann man Dich als nächstes sehen? Wo kann man Dich als nächstes sehen?

Neben dem Sportstudio starte ich jetzt in die Skisprungsaison fürs ZDF. Das ist im olympischen Winter immer etwas ganz Besonderes. Ich bin sehr gespannt auf Sotschi. Und dann steht im kommenden Jahr auch noch die WM in Brasilien an. Ein krasses Sportjahr wird mich auch auf Trapp halten. Ach ja, und meine kleine Wissenssendung ECHT im MDR will ja auch noch gedreht werden… 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Das ist mal eine originelle Schlussfrage. Wäre auch was für den Einstieg. Ich muss leider sagen, dass ich jede Sauna aus gesundheitlichen Gründen meide. Wir hatten früher bei meinen Eltern eine Sauna, da hab ich es wohl übertrieben. Seitdem krieg ich schon Kreislaufprobleme, wenn ich den Mentholaufguss nur von Weitem rieche. Insofern: alle rein in die Sauna, auf mich keine Rücksicht nehmen, ich geh dann schwimmen.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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