100% Baumwolle – Afrikas Kindersklaven Ernteeinsatz statt Schulbesuch „makro“-Dokumentation über die Produktionsbedingungen der beliebten Bekleidungsfaser

Die Textil- und Bekleidungsindustrie setzt unverändert auf das Naturprodukt Baumwolle, die Menschen lieben die Faser nach wie vor, sie gilt als angenehm und irgendwie „naturnah“: Baumwolle ist einer der begehrtesten Rohstoffe weltweit. Die Schattenseiten der Baumwoll-Produktion sind hingegen oft unbekannt: Kinderarbeit und moderner Sklavenhandel. In den wichtigen Baumwollproduzierenden Ländern Mali, Elfenbeinküste und Burkina Faso arbeiten je eine Million Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren, schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). „Kinder sind billig, einfach zu bekommen und leicht zu formen“, beklagt Alexandre Soho von der Internationalen Arbeitsorganisation in der „makro“-Dokumentation „100% Baumwolle – Afrikas Kindersklaven“ von Vanina Kanban.

Die westafrikanischen Staaten Mali, Elfenbeinküste und Burkina Faso gehören zu den weltweit wichtigsten Baumwollproduzenten und profitieren von der starken Nachfrage der Industrienationen. Nicht selten müssen Kinder dort bis zu zwölf Stunden am Tag Baumwolle pflücken. Armen Familien wird der Nachwuchs von den Baumwollbaronen regelrecht abgekauft und verschleppt – statt zur Schule zu gehen. „Die Kinder werden ja nicht nur bei der Ernte eingesetzt, sondern auch bei der Aussaat und beim Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien, was gerade für die Kinder besonders schlimm ist“, sagt Soho. Dabei ist Kinderarbeit auch in diesen Ländern verboten.