Patricia Schäfer „Die Sterbeszene zu drehen ging mir schon sehr nah“

Patricia Schäfer ist eine deutsche Schauspielerin, die bis vor kurzem noch bei „Verbotene Liebe“ mitgespielt hat und dort einen Serientod fand.

Unterstütze diesen Interviewpartner:
Klicke auf den Artikel und besuche die Links

bei ihrer Agentur | Facebook | mehr Infos…

Jetzt bei Amazon, bestellen um die Autoren damit zu unterstützen! Vielen Dank!

patricia 2010 462

Bild Copyright: V. Weisz

Deine Schauspielausbildung hast Du an der Otto-Falckenberg-Schule gemacht, wie ich gerade lese. Diese Schule hat ja einige berühmte Absolventen. Otto Sander und Mario Adorf beispielsweise. Wie war Deine Ausbildung damals? Warst Du dir darüber bewusst? Steht man dann noch mal ein Stück mehr unter Erfolgsdruck?

An der Otto-Falckenberg Schule angenommen zu werden ist ein großes Privileg. So viele junge Menschen möchten auf eine staatliche Schauspielschule, die OFS zählt zu den besten. Als ich die Aufnahmeprüfung geschafft hatte, war ich unglaublich stolz und mir sehr bewusst darüber, was für eine Chance diese Schule ist.

Du hast dann Theater gespielt, nebenbei Episodenrollen fürs Fernsehen. Was macht Dir mehr Spaß, Theater oder Fernsehen?

Diese Frage wird mir oft gestellt. Da es für einen Schauspieler so unterschiedlich ist, ob man auf einer Theaterbühne steht oder in einem Film spielt, kann ich für mich nur darauf antworten: Mir macht beides gleich viel Spaß u. Freude! Es kommt natürlich auf das Projekt an, in dem man mitwirkt. Da spielen dann der Theatertext oder das Drehbuch, der Regisseur und die Kollegen eine wichtige Rolle. Das ist ein so fragiles Konstrukt, aber wenn das alles zusammen passt ist es mir egal, ob Theater oder Film.

Gibt es eine Produktion an die Du dich spontan am besten erinnerst, welche war besonders gut und welche vielleicht nicht so?

Ja, es gab schon ein paar Horrorproduktionen – Bühnen – als auch Filmtechnisch. Zu einer meiner schönsten Filmerfahrungen gehört die Kinoproduktion „Myriam“. Wir waren ein super Team, kannten uns alle von der Sat1 Serie „Alphateam“ und hatten relativ viel Zeit zum experimentieren.

Zuletzt hast Du in der „Verbotenen Liebe“ gedreht, da ist Dein Seriencharakter gestorben, also endgültig verlassen die Serie. Ich habe gelesen, dass das Dein eigener Wunsch war? Das ist ja ziemlich endgültig, schließt Du dann schnell mit solchen Projekten ab und schließt komplett aus diesen Schritt wieder zurück zu gehen? Bzw. war das eine Überlegung von Dir, dass eine Rückkehr wieder ein Schritt zurück in der Karriere wäre?

Bei “ VL“ auszusteigen war mein Wunsch – die Figur „Viktoria Wolf“ sterben zu lassen war dann die Idee der Produktion. Die Geschichte soll für den Zuschauer schließlich spannend bleiben und ausserdem war klar, dass ich nicht zurück kommen möchte. Sehr ärgerlich fand ich allerdings diesen „Bild“-Artikel, da meine Austiegsgeschichte wirklich top secret war und so gestrickt, dass der Zuschauer schon bei der Geburt von Baby Thommy denken sollte, Viktoria überlebt das nicht. Doch mit Baby und Mutter wurde nach diversen Komplikationen dann ja alles gut. Der tödliche Unfall sollte dann aus völlig unerwartet geschehen – für die Familie Wolf als auch für den Zuschauer. Tja… dies „liegen gelassene Drehbuch“ hat dann die ganze Überraschung zunichte gemacht. Schade!! 

Aber noch mal zu meinem Austiegswunsch: Für mich war nach 2 1/2 Jahren VL die Luft raus. Ich hatte das Gefühl alle Schattierungen, alle Ecken der Figur ausgeleuchtet zu haben. Ausserdem ist es schwierig, neben dem Drehpensum einer Soap noch was anderes zu machen. Jetzt bin ich wieder frei und habe diverse Pläne und Projekte im Kopf. Zurück zu gehen zur Soap VL wäre aber natürlich kein Karriere Rückschritt -immerhin hat man eine permanente TV Präsenz- doch für mich ist es keine Alternative. Ich möchte neue Kapitel aufschlagen!

Du hast gesagt, dass der Dreh lustig war und Du vieles in kurzer aufeinanderfolge gedreht hast. Tanzen,Streitszene und schließlich den Unfall. Das sind ja extreme Unterschiede, ist doch sicher schwer sich auf dien einzelnen Situationen vorzubereiten? Wie bereitet man sich auf eine Sterbeszene vor? Ich glaube ich würde da sehr ins Nachdenken kommen über die eigene Endlichkeit oder spielt das bei Dir keine Rolle?

Meine Sterbeszene, uff… ! Davor hatte ich echt Schiß! Aber wie drauf vorbereiten? Keine Ahnung! Ich habs dann einfach auf mich zu kommen lassen. Zum Glück hat mich das Wetter unterstützt, es schüttete an diesem Tag nämlich wie aus Kübeln, das gab dem Ganzen einen noch tragischeren Anstrich. Ebenso geholfen hat mir meine Filmtochter Kim, sie spielte sehr eindringlich. Als die Szene dann im Kasten war, fiel die Anspannung von uns ab und wir mussten beide heulen – sowas zu spielen geht einem  schon sehr nah. Natürlich hat man bei einer Sterbeszene die eigene Endlichkeit und die seiner Liebsten vor Augen.

Was ist für die nächste Zukunft geplant, wo kann man Dich als nächstes sehen? Welche Projekte stehen jetzt an?

Ich stehe kurz vor den Dreharbeiten zu einem Kinofilm  mit dem Arbeitstitel „kalte Füße“ – übrigens eine sehr berührende Mutter/Tochter Geschichte übers Ablösen und Loslassen. Des weiteren übersetze ich weiter an dem e-mail Roman „Talking about Jane Austen in Baghdad“ und suche dafür immer noch einen Verleger.

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ich möchte mich auf diesem Weg bei den Fans bedanken, für deren Treue und natürlich für die vielen lieben Briefe ! Mein ganz besonderer Dank geht an Ariane Ludwig, sie hat auf eigene Initiative die Fanpage bei Facebook ins Leben gerufen und sich da ausserordentlich ins Zeug gelegt. 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Diese Frage ist echt lustig! Meine Antwort: Bitte niemals mit Silvio Berlusconi in der Sauna schwitzen!

 

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

Das könnte Dir auch gefallen: