Betongold – Wie die Immobilienblase in mein Wohnzimmer kam | 3SAT

Betongold – Wie die Immobilienblase in mein Wohnzimmer kam am Dienstag, 5. November 2013, 22.25 Uhr im 3SAT.

Betongold

Bild ZDF und rbb/Katrin Rothe

Betongold: Offizielle Beschreibung

Verunsicherte Anleger haben Immobilien als lukrative Geldanlage entdeckt. Beton gilt als krisensicher. Die Verlierer des Booms sind die Mieter. Sie werden systematisch aus den Innenstädten verdrängt. „Betongold – Wie die Immobilienblase in mein Wohnzimmer kam“ ist die Geschichte einer kaltschnäuzigen Entmietung.

Immobilienrausch in Berlin: Verunsicherte Anleger investieren nicht mehr in Aktien, sondern in Häuser und Wohnungen. Das „Betongold“ bietet wenigstens ein bisschen Sicherheit in einer unsicheren Welt. Lange hatte die Filmemacherin Katrin Rothe geglaubt, das habe alles nichts mit ihr zu tun. Bis zu jenem Tag, an dem sie eine Modernisierungsankündigung erhielt. Der sanierungsbedürftige Altbau, in dem sie lebt, wurde an ein dynamisches Immobilienunternehmen verkauft. Aus den Mietwohnungen sollen luxuriöse Eigentumswohnungen werden – und leere Wohnungen verkaufen sich am besten. Der Markt sortiert effektiv: Wer die steigenden Mieten nicht zahlen kann, muss sich eine neue Wohnung suchen. Mieter stehen gegen Vermieter, Alteingesessene gegen neue Investoren. Noch wohnen in den Innenbezirken Berlins auch Familien, Rentner und Studenten. Doch bezahlbarer Wohnraum wird knapp. 

Für ihren Film „Betongold“ begleitete die Regisseurin Kathrin Rothe mehr als zwei Jahre lang den Umwandlungsprozess mit der Kamera aus ihrer und der Perspektive der anderen Hausbewohner. Es ist ein Film über ein umstrittenes Thema, den Wandel in den Großstädten. Katrin Rothe dokumentiert die Sorgen und Ängste der Mieter. Was sie in diesen zwei Jahren nicht filmen darf, zeichnet sie: In Trickfilmsequenzen erzählt sie, was passiert, wenn Investor, Makler, Kaufinteressierte und Mieter aufeinandertreffen. Am Ende wird der Filmemacherin eine Abfindung angeboten. Dafür soll sie aus der Wohnung raus. Ist das ein Sieg? Oder doch eine Niederlage? Was soll sie mit dem Geld anfangen? Gut anlegen, um damit fünf, sechs Jahre lang eine teurere Mietwohnung bezahlen zu können? Oder auch in Immobilien investieren?

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