Die Reportage: Der Schulverweigerer | NDR

Die Reportage: Der Schulverweigerer am 18.10.2013 um 21:15 Uhr im NDR.

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Die Reportage: Der Schulverweigerer: Offizielle Beschreibung

Wenn David morgens das Haus verlässt, geht er nicht zur Schule, sondern schwänzt den Unterricht und schlägt die Zeit tot. Doch seine Mutter ahnt nichts davon. Der 16-Jährige wird schon zum zweiten Mal den Hauptschulabschluss nicht schaffen. Obwohl er als Grundschüler gute Noten hatte, stehen jetzt, in der zehnten Klasse einer Hamburger Stadtteilschule, sechs Sechsen in seinem Zeugnis.

David ist kein Einzelfall. Jährlich verlassen in Deutschland mehr als 50.000 Jugendliche die Schule ohne einen Abschluss. Laut Statistik kommen die meisten Jugendlichen mit massiven Schulproblemen aus sozial schwachen Familien. Bundesweit ist jedes siebte Kind auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen, vor allem Kinder alleinerziehender Mütter – wie David.

NDR Autorin Ute Jurkovics hat den Schüler, der in einem Problemviertel in Hamburg- Lurup lebt, während eines halben Jahres immer wieder mit einem Kamerateam begleitet. Ihre Reportage dokumentiert, wie der Junge und seine Mutter ihre täglichen Existenznöte mit Hartz IV bewältigen. Manchmal reicht das Geld noch nicht einmal für die Miete, denn Davids Vater zahlt monatelang keinen Unterhalt.

Dann bekommt David doch noch eine Chance. Für Jugendliche, die im herkömmlichen Bildungssystem gescheitert sind, gibt es in Hamburg verschiedene Alternativen, den Schulabschluss nachzuholen. Das ist z. B. in einer Produktionsschule möglich, einer praxisorientierten Einrichtung, die in erster Linie Einblicke in verschiedene Unternehmensbereiche gibt. David entscheidet sich für einen pädagogisch betreuten Gastronomiebetrieb, wo er vor allem in der Küche und im Service arbeitet. Hier soll er sich an feste Zeiten und Strukturen gewöhnen. Doch Davids Ausdauer ist schnell am Ende. Nach wenigen Tagen schmeißt er die Produktionsschule. Statt zu lernen flüchtet sich der 16-Jährige in online-Shooter-Spiele, denn darin ist er richtig gut.

Einige Wochen später will er es noch einmal versuchen. Er bekommt eine weitere Chance in der Sonderklasse einer Handelsschule für Jugendliche ohne Abschluss. Ihm ist schon klar, wie wichtig dieser neue Anlauf für ihn ist, denn ohne Hauptschulabschluss hat er kaum Aussichten auf einen Ausbildungsplatz und einen Job, von dem er einmal leben kann. Aber wird er durchhalten? Oder steht David am Ende der Sommerferien wieder vor dem Nichts?

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Ich habe manchmal Schwierigkeiten Verständnis für gewisse Personen, wie auch die in dieser Doku, aufzubringen. Einerseits wird erzählt, dass man so wenig Geld hat und keine Miete zahlt um essen zu können und andererseits steht im Zimmer des Jugendlichen ein schöner 24“ Monitor von Acer und die Mutter hat nen leckeres Krombacher in der Küche stehen. Sie sagt als nächstes „Wir können nicht noch mehr sparen“. Wie kann man ernsthaft solche Bilder verwenden und eine Dokumentation über Schulversager drehen und diese dahinstellen als wenn die Gesellschaft schuld ist? Schuld sind immer die anderen, so handelt und lebt die Familie. Die Mutter belohnt ihren Sohn obwohl der mal wieder ein halbes Jahr geschwänzt hat. Ich finde das extrem bedenklich, da sollte sich das Jugendamt einschalten, denn offensichtlich ist die Mutter auch ein Stück weit überfordert mit der Erziehung. Das beste ist aber, dass zwischendurch immer irgendein Ballerspiel gezeigt wird, es könnte CounterStrike sein, das habe ich so schnell nicht erkannt, weil ich es nicht spiele. Was suggeriert der NDR hier dem Zuschauer? Das eventuell der Konsum von Computerspielen schuld an der Situation ist… 

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„Schuld sind ja immer die anderen… „

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