Ein Apartment in Berlin | 3SAT

Ein Apartment in Berlin. Eine Zeitreise ins Leben einer deportierten jüdischen Familie am Samstag, 31. August 2013, 22.15 Uhr.

Ein Apartment in Berlin

Bild ZDF und Franziska Krüger/gebrueder beetz filmproduktion

Ein Apartment in Berlin: Offizielle Beschreibung

Wie hatten sie gelebt, bis zu ihrer Deportation? In Berlin, Prenzlauer Berg, entsteht eine Wohnung neu. Und zwar möglichst genau so, wie sie die jüdische Familie Adler verlassen musste. Das ist in einem Original-Dokument festgehalten. In der Vermögenserklärung, die die Adlers 1943 abgeben mussten. Es ist ein Projekt, an dem die drei jungen Israelis Yoav, Eyal und Yael teilnehmen. Dabei konfrontieren sich die drei jungen Menschen mit dem Schicksal der Berliner Familie Adler und gleichzeitig mit der gemeinsamen deutsch-jüdischen Geschichte. Doch es zeigt sich, dass der Holocaust für sie etwas anderes bedeutet als für die deutsche Regisseurin Alice Agneskirchner, die das Projekt für ihren 80-minütigen Dokumentarfilm „Ein Apartment in Berlin“ begleitet.

Berlin ist in den vergangenen Jahren zu einem Anziehungsort für junge Israelis geworden. 20.000 leben heute in der deutschen Hauptstadt, ausgerechnet an dem Ort, von dem aus die Nationalsozialisten die systematische Ermordung der Juden planten. Die Regisseurin Alice Agneskirchner hat drei junge Israelis für einen Film ausgewählt, der die Verhältnisse von Juden in Berlin vor ihrer Deportation sichtbar und erlebbar machen soll. Sie hat das Leben der jüdischen Familie von Simon und Rosa Adler in den Berliner Archiven recherchiert, die vor 100 Jahren aus Galizien kamen, um sich ihren Traum vom freien und erfolgreichen Leben zu erfüllen. Ihre komplett erhaltene Vermögenserklärungsakte aus dem Jahr 1943 ist der filmische Ausgangspunkt.

Jeder der drei Israelis hatte einen anderen Grund, sich für das Filmprojekt zu melden: Sie erhoffen sich Denkanstöße, eine Reise ins Unbekannte. Doch während sie Akten studieren und authentische Einrichtungsgegenstände zusammentragen, nimmt das Projekt eine unerwartete Wendung. In einer kritischen Auseinandersetzung mit der Filmemacherin wird deutlich: Auch wenn die jungen Israelis untrennbar mit ihrer Vergangenheit verbunden sind, so wollen sie keine Repräsentanten der Geschichte sein. Sie wollen sich von diesem Erbe emanzipieren und zu ihrer eigenen Identität finden. Zur zentralen Frage wird, wie die unterschiedlichen Generationen mit ihrer Erfahrung, Erziehung und ihrem Wissen um den Holocaust umgehen. Die mehrfach ausgezeichnete Regisseurin Alice Agneskirchner setzt mit ihrem Projekt, Geschichte konkret zu erfahren, einen Prozess in Gang, in dem gängige Sichtweisen hinterfragt werden.

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