Die rbb Reporter – Hart an der Grenze – Der Weg der gestohlenen Autos | RBB

Die rbb Reporter – Hart an der Grenze – Der Weg der gestohlenen Autos. Di 06.08.13 21:00 | rbb Fernsehen.

Die rbb Reporter - Hart an der Grenze

Bild © rbb/Olaf Sundermeyer

Die rbb Reporter : Offizielle Beschreibung

Ein Viertel aller in Deutschland gestohlenen Autos verschwindet in Berlin und Brandenburg. Das sind 25 Autos täglich, meistens Modelle von VW und Audi. Aber nur jeder siebte Diebstahl wird aufgeklärt. Der Staat kann wenig tun. Denn seit vor sechs Jahren die Grenze zwischen Deutschland und Polen gefallen ist, missbrauchen internationale Banden systematisch die neue Freiheit. Die Autokriminalität ist drastisch angestiegen.

Das rbb-Reporterteam hat monatelang recherchiert, um den Weg der gestohlenen Autos nachzuzeichnen: In alten Lagerhallen am Stadtrand Berlins werden Luxusautos in Einzelteile zerlegt. Anschließend werden die Teile über Ebay verkauft – oder weiter nach Osten verschoben. Die Fluchtwege der Diebe führen über Oder und Neiße, nach Polen und bis in die Ukraine, wo die Hehlerei floriert.

„Zöllner und Polizisten schließen die Augen, wenn du ihnen ein bisschen Geld gibst“, sagt ein ukrainischer Fahrer im Interview, der regelmäßig in Deutschland gestohlene Autos über die EU-Außengrenze bringt. „Unser Land ist sehr korrupt. Es weiß jeder, was da läuft. Aber niemand ändert etwas daran. Und es gibt überhaupt keine Kontrollen.“

Der Film zeigt den verzweifelten Kampf von Menschen, die sich vor der Kriminalität zu schützen versuchen. So äußert sich ein mehrfach bestohlener Autohändler aus der Lausitz: „Meinen Glauben an die Polizei kann ich nicht verlieren – ich habe keinen.“ Zu Wort kommen auch jene, die sich den Autobanden entgegen stellen – wie ein Fahnder der Soko „Grenze“: „Bei uns gibt es den Spruch: Supermarkt Deutschland. Hier steht doch alles rum. Man muss sich bloß bedienen.“ Die Autoren zeigen auf, dass die Politik den Bürgern das vorhersehbare Risiko der Grenzöffnung verschwiegen hat. Das wird auch im Gespräch mit Brandenburgs Innenminister, Dietmar Woidke (SPD), deutlich: „Wir haben alle gehofft, es würde gut werden. Ich nehme mich da persönlich überhaupt nicht aus. Aber wir haben dann in Brandenburg feststellen müssen, dass es doch nicht so einfach war.“

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