Sharon Brauner „Ich drehe seitdem ich ein kleines Kind“

Sharon Brauner (eigentlich Sharon Freifrau Teuffel von Birkensee) ist eine deutsche Schauspielerin.

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Sharon Brauner

Sharon Freifrau Teuffel von Birkensee, hast Du dich eigentlich seit letztem Jahr selbst an den Namen schon gewöhnt?

Noch nicht wirklich. Da ich als Künstlerin weiterhin unter meinem alten Namen auftrete, komme ich manchmal durcheinander. Aber ich gewöhne mich langsam an meine neue Unterschrift. Gar nicht so leicht, wenn man Jahrzehntelang mit einem anderen Namen unterschrieben hat. 

Du bist ja schon, durch den Beruf deiner Eltern, in gewisser Weise im Filmbusiness aufgewachsen, stand für Dich dann also schon immer fest auch Schauspielerin zu werden oder gab es da einen Speziellen Moment?

Das stand für mich schon immer fest. Ich drehe ja seitdem ich ein kleines Kind bin, deswegen gab es viele besondere Momente, an die ich mich erinnere. An Tipps und Geschichten alter Kollegen wie Brigitte Mira oder René Kolldehoff oder an die familiäre konzentrierte und intensive Atmosphäre eines Filmteams. Als Kind war ein Filmset für mich ein magischer Ort an dem etwas bedeutungsvolles geschaffen wurde. Und es hat Spaß gemacht zu spielen, wie es den meisten Kindern Spaß macht in eine andere Rolle zu schlüpfen. Es gab also keinen besonderen Moment. Für mich bedeutet Schauspielerin zu sein aber auch gleichzeitig zu singen und zu tanzen. Also seinen Körper und seine Stimme ganzheitlich zu benutzen. Oder Drehbücher zu schreiben, Regie zu führen und zu produzieren. Das hab ich auch alles schon gemacht. Mich hat es immer interessiert Geschichten zu erzählen und damit zum Denken anzuregen, die Sicht der Dinge zu erweitern, oder durch die Musik Gefühle beim Zuhörer frei zu setzen, die dieser als schön empfindet. Das wollte ich schon immer und es ist ein großes Glück, das ausleben zu dürfen. 

Sharon Brauner

Ich muss gestehen, dass ich Dich vor kurzem das erste Mal bewusst gesehen habe. Ich hatte mir die Serie „Auf Achse“ angesehen, innerhalb von 2 Tagen, tolle Serie. Dort hast Du in einer Episode die Filmtochter von Manfred Krug gespielt. Wirst Du eigentlich noch oft auf diese Rolle angesprochen?

Nie. Du bist der erste. Am häufigsten wurde ich auf den Holocaust-Film „zu Freiwild verdammt (blutigerSchnee)“ angesprochen, weil der Film fast jährlich im ZDF wiederholt wird. Und auf die Serie „Nicht von schlechten Eltern“, in der ich eine Sängerin gespielt habe, die auf die schiefe Bahn geraten ist. 

Ich könnte mir vorstellen, dass gerade wenn man in anderen Ländern dreht, der Beruf der Schauspielerin richtig interessant ist, was gefällt Dir am besten an Deinem Beruf?

Die Abwechslung. Und die Unterschiede. Ich hatte das Glück in Dramen und in Komödien mitzuspielen. Und sicherlich auch das Reisen. Ich durfte einmal in einen Film auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik mitspielen und ein Jahr später 6 Wochen in Mexico drehen. Das waren die bisherigen Auslandsdreh-Highlights in meinem Leben. Obwohl… auf Mallorca und in der Türkei zu drehen war auch großartig. Die Drehs in Polen und Russland dagegen waren zwar auch aufregend, aber das Klima war nicht ganz so erfreulich. Schauspielerisch waren meistens ambitionierte Low-Budget Produktionen interessanter, in denen es nicht nur um die pure Unterhaltung ging, sondern in denen die Figuren dem Drang des Autors oder Regisseurs folgten und etwas zu erzählen hatten. Grundsätzlich bringe ich die Zuschauer aber lieber zum lachen, als zum weinen. 

Sharon Brauner

Ich habe gesehen, dass Du in den letzten Wochen auch ein Album herausgebracht hast. „Jewels“ ist dein mittlerweile drittes Album oder? Erzähl mal um was es dort geht und wie Du auf die Idee gekommen bist diese Jüdische Musik neu zu interpretieren.

Jiddisch ist die Muttersprache meines Vaters. Er hat uns Kindern diese Sprache nicht weitergegeben, wie so viele seiner Generation. Deshalb wird die Sprache, die Jahrhunderte lang von Millionen von Menschen gesprochen wurde, immer leiser. Zumindest hat er mir die Musik weitergegeben und mir dadurch eine Tür gelassen, durch die ich dann gegangen bin. Ich hab einen Schatz entdeckt und hab dann angefangen diese Lieder zu singen. Ich arbeite seit Jahren mit den gleichen großartigen Musikern zusammen, die die Schönheit dieser Melodien auch erkannt haben. Wir spielen diese Lieder schon lange Live und die CD dazu wollten wir unserem aktuellen Lebensgefühl anpassen. Also haben wir Lied für Lied quasi entstaubt, die Seele der Werke poliert und sie behutsam neu eingekleidet. Wir haben die jiddischen Evergreens in eine chillige Atmosphäre verpackt. Elektronisches mit echten Streichern, dem „Casal Quartett“ gemischt. Aus manchen Liedern haben wir Bossa Nova Versionen gemacht, aus anderen einen Jazz-Waltz, Tango, etc.  

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant? Wo kann man Dich als nächstes sehen?

Wir geben Konzerte in Deutschland und auch im Ausland, wie z.B. im August auf einem Festival in Budapest. Die genauen Termine kann man auf meiner Weseite: www.sharonbrauner.de finden. 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Gib jedem Tag die Chance, der schönste in deinem Leben zu werden! 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit jemandem der unkontrollierte Blähungen hat.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bilder © Matthias Bothor