Olli Briesch „Radio hat immer was authentischeres“

Olli Briesch ist ein deutscher Hörfunk- und Fernsehmoderator.

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OLLI BRIESCH 29-09-2011 1live Moderator ©WDR/Annika Fußwinkel

Du hast mal Geographie, BWL und Medienmarketing studiert und bist heute Moderator. Das hört sich so an als ob Dein Berufswunsch „Moderator“ eher spät entstand? Gab es da einen Speziellen Moment an den Du dich erinnerst?

Der entscheidende Moment war eigentlich ein Satz. Mein Geographie Studium hatte einen Schwerpunkt auf Tourismus, weil ich das ganz spannend fand, aber als ein Gastdozent aus der Branche uns offen sagte:  „Mit diesem Studium hier enden sie alle als Umschüler im Reisebüro“ war mit klar, dass es in eine andere Richtung gehen musste. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon beim Radio gejobbt habe und es sehr viel Spaß gemacht hat, wollte ich da auch weiter am Ball bleiben! 

Wochentags moderierst Du im Radio eine Morningshow, von 5 bis 10 Uhr. Sonntags auf Sat.1 WeckUp. Wann hast Du zum letzten Mal so richtig lange geschlafen?

Heute! Ich habe frei. Aber da sprichst Du leider meinen einzigen Nervfaktor bei der Arbeit an. Das teilweise sehr frühe Aufstehen.

Wie läuft so ein typischer Arbeitstag bei Dir ab, Du stehst ja sicher zu Zeiten auf bei denen die meisten Menschen sich nochmal umdrehen.

… oder erst ins Bett gehen. Für 1LIVE klingelt der Wecker um 3.40, wir treffen uns um kurz nach 4, um 5 geht die Show los, ab 6 kann man sie auch hören, weil dann der Kaffee bei uns angeschlagen hat. Danach das übliche: Konferenzen mit Kollegen, die gerade erst aus dem Bett gefallen sind. Danach ne Runde pennen, Freizeit,  Vorbereitung, Tagesschau, Bett. 

Was ich eher selten lese, dass man Radio und Fernsehen gleichzeitig macht, wenn Du dich entscheiden müsstest, für welches Medium würdest Du dich entscheiden? Und was gefällt Dir bei beiden am besten?

Am Radio mag ich, dass es oft einfach schneller und aktueller ist als Fernsehen. Vieles lässt sich schneller und unkomplizierter in Szene setzen, dadurch können wir morgens z.B. viel kreativer sein als im TV, wo oft das fehlende Bildmaterial eine Idee sterben lässt.  

Dadurch dass es ohne Scheinwerfer und Maske ist, hat Radio immer was authentischeres. Gäste sind deshalb beim Radio auch oft lockerer als im TV, ich manchmal auch, obwohl z.B. bei 1LIVE oft mehr Menschen zuhören als bei manch einer TV Sendung zugucken. An meinem Fernseh-Job, speziell bei WECK UP, mag ich oft die spannenden Gästekombinationen, weil ich da auf Menschen treffe, die z.B. im 1LIVE Kosmos nicht so eine große Rolle spielen. Da sitzt auch auch mal ein Bundesminister oder spannende Experten, mit denen ich dann intensiver über ein Thema sprechen kann. 

OLLI BRIESCH 29-09-2011 1live Moderator ©WDR/Annika Fußwinkel

Ich habe einen sehr witzigen Facebook-Post von Dir gelesen mit einem Zeitungsausschnitt „Lange schlafen ist gut für die Karriere“ mit Deinem Zusatz „Das erklärt einiges…“ Wie zufrieden bist Du mit Deiner Karriere? Gibt es etwas das Du anders gemacht hättest in dem was zurück liegt?

Ich bin eigentlich kein „hätte hätte“ Typ. Ich bin zufrieden, auch weil ich meine Karriere noch nie besonders geplant habe oder durchziehen wollte. Dadurch verkrampft man nur und wird enttäuscht. Mir war es wichtiger, Chancen zu ergreifen, die sich oft zufällig geboten haben. Damit lebt es sich leichter.

Du bist bei Facebook ja sehr aktiv, wie wichtig ist dir der Kontakt zu Deinen Fans und ist das nicht auch oft extrem Zeitintensiv?

Das ist zeitlich schon alles im Rahmen. Facebook ist natürlich Teil des Feedbacks, das man so einsammelt. Vieles ist dabei ganz interessant und spannend, weil man erfährt, wie Dinge aufgenommen und verstanden werden. Nachteil ist halt, dass jeder oft zu allem immer eine Meinung haben und schreiben muss. Da wird ein modernes Medium plötzlich zur spießigen Oma mit dem Kissen auf dem Fensterbrett.  

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Es hat gerade geklingelt. Könntest Du zu letzten Frage kommen?

Okay, mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit Edward Snowden. Ich hätte Angst, dass er jedem mein Geheimnis verrät. 

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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