Kroatien – Krisenland oder Brückenbauer? | PHOENIX

Kroatien – Krisenland oder Brückenbauer? Sonntag, 30. Juni 2013, 21.45 Uhr auf PHOENIX.

Kroatien - Krisenland oder Brückenbauer?

Bild: PHOENIX/ARD-Studio Wien

Kroatien – Krisenland oder Brückenbauer?: Offizielle Beschreibung

Am 1. Juli tritt Kroatien als 28. Mitglied der Europäischen Union bei. Zwanzig Jahre nach dem jugoslawischen Bürgerkrieg ist die ehemalige Teilrepublik an der Adria über einen großen Schatten gesprungen. Auch in der EU herrschte lange Zeit erhebliche Skepsis, ob der Balkan-Staat reif für die Union ist. Kein anderes Land musste so lange um den Beitritt verhandeln.

Der langjährige Balkan-Reporter und ARD-Korrespondent Thomas Morawski zeigt ein Land der Widersprüche. Er berichtet aus der boomenden Hauptstadt Zagreb und aus den verschlafenen Dörfern gleich in der Nähe. Er besucht die ehemalige Frontstadt Vukovar, in der sich einige Wenige um ein neues Miteinander mit den ehemaligen Feinden bemühen und zeigt die Naturschönheiten des beliebten Urlaubslandes, die durch alte Minenfelder und Hotelbauten bedroht sind. Das Team spricht auch mit Anti-Korruptions-Ermittlern, die das größte Problem des Balkan-Landes zu lösen versuchen. Wirtschaftlich hinken weite Teile Kroatiens hinterher, politisch ist das Land ein Testfall für den Rest des Kontinents.

Zu Wort kommen der neue Staatspräsident, Ivo Josipović, der sich ganz dem Ausgleich widmet, sowie die ehemalige Außenministerin Jadranka Kosor, die das Land in die EU geführt hat – und inzwischen aus allen politischen Ämtern verdrängt wurde. In Zagreb wehen längst die Europa-Fahnen, von einer EU-Euphorie ist aber wenig zu spüren.

Von Beginn des Jahres 2013 hat Kroatien sich einem regelrechten Endspurt gestellt. Zudem ist der Beitritt auch für die Staatengemeinschaft eine Bewährungsprobe, ob die EU wirklich das mit dem Friedensnobelpreis gewürdigte Friedensprojekt ist. Gerade auf dem Balkan kann hier starke Symbolkraft nützen. Kroatien selber hat noch genügend Hausaufgaben zu erledigen. Bei den Wahlen, in denen die kroatischen Europa-Abgeordneten bestimmt wurden, zeigte sich große Wahlmüdigkeit, erfolgreich waren allein die konservativen Europa-Kritiker. Kroatien soll Wegbereiter sein für die Einbindung der anderen Balkanstaaten in den europäischen Prozess.

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