Im Himmel, unter der Erde – Der jüdische Friedhof Weißensee | TV

Im Himmel, unter der Erde – Der jüdische Friedhof Weißensee. Di 25.06.13 22:45, Das Erste.

ARD/rbb IM HIMMEL, UNTER DER ERDE, "Der jüdische Friedhof Weißensee", am Mittwoch (26.06.13) um 22:45 Uhr im ERSTEN. Benjamin Baruch “Benny” Epstein aus Florida besucht zum ersten Mal das Grab seiner Großmutter Helene (1884-1926) auf dem Friedhof Weißensee.

Bild © rbb/Britzka Film/Amélie Losier

Der jüdische Friedhof Weißensee: Offizielle Beschreibung

Am nördlichen Ende von Berlin liegt versteckt in einem Wohngebiet, umgeben von Mauern, ein Urwald aus Bäumen, Rhododendron und Efeu. Auf dem Plan sieht er aus wie ein Garten der Renaissance: Eine Geometrie von Rechteck, Trapez und Dreieck. Die Alleen kreuzen sich in Kreisen und Quadraten. Aber wer die Anlage betritt, fühlt sich wie an einem verwunschenen Ort. Morgentau und Nebel, hohe Bäume, Dickicht. Dazwischen Säulen, Steine, Mausoleen, Efeu, Flieder und von rechts ein kleiner Fuchs – der Jüdische Friedhof in Weißensee.

Seit mehr als 130 Jahren ist er in Betrieb, der größte erhaltene jüdische Friedhof Europas, auf dem heute noch bestattet wird. Über 115.000 Menschen sind hier begraben. Lang ist die Liste berühmter Künstler, Philosophen, Juristen, Architekten, Ärzte, Religionslehrer und Verleger, die in Weißensee beerdigt wurden. Die Kaufhausgründer Jandorf (KaDeWe) und Hermann Tietz (Hertie) gehören dazu, der Maler Lesser Ury, der Hotelier Kempinski, der Verleger Samuel Fischer (S. Fischer Verlag) und Rudolf Mosse, dem einst das größte Verlagshaus Europas gehörte. Als erster wurde kein Berühmter begraben, sondern am 22. September 1880 Louis Grünbaum, der Bewohner eines Altersheims. Auf seinem Grabstein steht an der Seite eine große „1“. Dass der Stein noch steht, liegt daran, dass ein jüdischer Friedhof für die Ewigkeit angelegt wird. Die Gräber werden nicht eingeebnet, Liegefristen gibt es nicht. Auf jedem Grabstein in Weißensee findet sich eine fortlaufende Nummer, die frischen Gräber haben sechsstellige Zahlen.

„Ist es fröhlich auf dem Friedhof? „Nein“, sagt Friedhofsdirektor Ron Kohls. Doch dann lacht er. Britta Wauers Film erzählt mal heiter, mal melancholisch von einem verzauberten Ort und seinen Besuchern. Dabei verbindet sie Vergangenheit mit Gegenwart, Geschichte mit Geschichten. Vier Jahre lang hat die Regisseurin für ihren Film recherchiert, mit vielen Zeitzeugen gesprochen, die tief mit dem Friedhof und seinen Toten verbunden sind.

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Nachgebloggt.de Empfehlung

Im Netz findet man unendlich viele sehr positive Stimmen zu diesem Dokumentarfilm, der ganz klar sehr zum Nachdenken anregt. Ich fand diesen Dokufilm aber irgendwie zu schwer, ein Thema, bei dem man einen freien Kopf braucht zum Nachdenken, eines das noch später irgendwie schwer im Magen liegt, also nichts für zwischendurch. Ich weiß nicht, ob man sich solche Dokufilme unbedingt ansehen muss, die die Grundstimmung so in den Keller verbannen. Eine Szene fand ich dazu extrem, da haben Jugendliche ihre Grabsteine gemacht, bzw. die Inschriften dazu selbst erstellt und sich ein Todesdatum ausgesucht. Ich dachte ich sehe nicht richtig, klar sollte man sich mit seiner Endlichkeit auseinandersetzen aber man kann es doch auch übertreiben. 

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„Zu sehr mit der eigenen Endlichkeit beschäftigt…“

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