Griff nach der Freiheit | TV

Griff nach der Freiheit. Film von Andreas Christoph Schmidt und Artem Demenok. Mo 17.06.13 23:45, Das Erste.

ARD/rbb GRIFF NACH DER FREIHEIT, "Der Aufstand vom 17. Juni 1953", am Montag (17.06.13) um 23:45 Uhr im ERSTEN. Leipzig, 17. Juni 1953, Beethovenstraße, 14:20 Uhr: Eintreffen sowjetischer Soldaten, die den Aufstand blutig niederschlagen werden.

Bild © rbb/Gerhard Treblegar/Schmidt & Paetzel Fernsehfilme

Griff nach der Freiheit: Offizielle Produktbeschreibung

Die Franzosen feiern den Sturm auf die Bastille – die ganze Welt weiß, wovon die Rede ist. Die USA feiern ihren Independence Day. Die Deutschen feiern den 3. Oktober als Nationalfeiertag. Viele wissen nicht, was er zu bedeuten hat. Dabei gab es einen Tag, an dem auch in Deutschland Gefängnisse gestürmt wurden. Gefängnisse, in denen Unschuldige als politische Gefangene einsaßen. Der 17. Juni 1953 – für einen Moment stand das DDR-Regime nah am Abgrund. Sogar die Wiedervereinigung schien denkbar. Dann stellten sowjetische Panzer „Ruhe und Ordnung“ wieder her. In der Bundesrepublik wurde der „17. Juni“ fortan als „Tag der deutschen Einheit“ gefeiert, in der DDR wurde er totgeschwiegen. Und 1990 wurde er nicht zum Nationalfeiertag für das wiedervereinigte Deutschland erhoben – sondern abgeschafft.

60 Jahre nach dem Ereignis ist immer noch nicht entschieden, wie wir uns zu diesem einzigartigen Tag in der deutschen Nachkriegsgeschichte stellen. War es ein Arbeiteraufstand, weil er ja hauptsächlich von Arbeitern getragen wurde? War es ein Volksaufstand, weil er in Windeseile alle Bevölkerungsschichten ergriff und in Städten wie Dörfern gleichermaßen entbrannte? War es gar eine weitere gescheiterte deutsche Revolution? 

Der Film erzählt die Geschichte des Aufstands, der blutig niedergeschlagen wurde und in dessen Folge über 50 Menschen starben. Der Film reflektiert gleichzeitig über seine Bedeutung für Deutschland heute. Es gibt immer noch Neues zu entdecken. Ist es eigentlich richtig, dass der Aufstand am 16. Juni bei den Bauarbeitern der Stalinallee ausbrach? Oder fing es nicht bereits am 12. Juni an, als in der Stadt Brandenburg politische Gefangene befreit wurden? Der „17. Juni“ ist nie ganz aus dem Zwielicht, in das ihn geschickte Propaganda stellte, herausgetreten.

Unter anderem erinnern sich Klaus Staeck, der heutige Präsident der Akademie der Künste, der die Ereignisse als Junge in Bitterfeld erlebte, Jens Reich, Wissenschaftler, Bürgerrechtler, 1994 Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, der Philosoph Peter Ruben und der Theologe Ehrhart Neubert.

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