Unser Väter Land | TV

Unser Väter Land. Dokumentarfilm von Zuhal Er und Achim Scheunert Dienstag, 21. Mai 2013, 22.25 Uhr auf 3Sat.

Am 31. Oktober 1961 unterzeichneten Deutschland und die Türkei ein Anwerbeabkommen, in dessen Folge Millionen von türkischen Gastarbeitern nach Deutschland zum Arbeiten kamen.

Bild ZDF und WDR/Stadtarchiv Mönchengladbach

Unser Väter Land: Offizielle Produktbeschreibung

„Vor ein paar Jahren, da habe ich mich gefragt: Wer bist Du, wo gehörst Du hin.“ Die Juristin Münevver Toktas ist in Deutschland aufgewachsen, die Heimat ihres Vaters, der zu den ersten Gastarbeitern gehörte, ist die Türkei. Sie und ihre Freundinnen, die Mediengestalterin und Filmautorin Zuhal Er und die Juristin Özlem Aydogan, stehen gemeinsam mit ihren Vätern im Mittelpunkt des Dokumentarfilms „Unser Väter Land“, den 3sat am Dienstag, 21. Mai, 22.25 Uhr, in Erstausstrahlung zeigt. Er porträtiert die drei türkischen Gastarbeiter der ersten Generation – Hüseyin Aydogan, Necati Er und Abdulbaki Toktas – aus der Perspektive ihrer Töchter. Der Film blickt zurück in die 1960er Jahre, zeigt die Ankunft der Gastarbeiter in Köln, begibt sich an die endlosen Fließbänder der Ford-Werke und nähert sich von dort aus der Gegenwart – und damit dem heutigen Leben der Töchter, mit ihren den Vätern oft fremden Lebensvorstellungen.

Die erste Generation türkischer Gastarbeiter wollte eigentlich nur wenige Jahre in Deutschland bleiben, um Geld zu verdienen für ein besseres Leben in der Türkei. Aus wenigen Jahren wurden viele Jahre, aus vielen Jahren der Rest des Lebens. Trotzdem blieb die Türkei für sie immer der Inbegriff alles Vertrauten und Lebenswerten. Deutschland war nur zum Arbeiten gedacht, ein Ort, an dem man mit seiner Familie notgedrungen sein musste. Doch ihre Töchter wurden in diesem „Land des Alltags“ geboren, wuchsen hier auf und identifizierten sich mit Deutschland. Den Vätern, hart arbeitend und erschöpft von der Schicht, entging diese Entwicklung. Sie hatten ihre Kinder nur dazu angehalten, nicht anzuecken in diesem fremden Land. Jetzt, als die Väter Rentner wurden und die Rückkehr in die Türkei in die Tat umsetzen wollten, mussten sie feststellen, dass ihre Kinder in Deutschland längst Wurzeln geschlagen hatten. Genau der richtige Moment für die Töchter, den Vätern Fragen zu stellen. Denn für die Töchter war es schwer, einerseits hier aufzuwachsen und andererseits nicht in Deutschland ankommen zu dürfen. In die Türkei wollten sie auf keinen Fall. Aber wie spricht man darüber mit einem Vater, dessen Traum es ist, in die Türkei zurückzukehren?

Der Dokumentarfilm von Zuhal Er und Achim Scheunert dokumentiert eine schwierige Annäherung und lässt den Zuschauer an der sehr persönlichen Auseinandersetzung dreier Töchter mit ihren türkischen Vätern teilhaben – junge, gebildete und selbstständige Frauen, die gern in die Disco gehen, aber auch Kopftuch tragen.

Nachgebloggt.de Fazit

Sehr interessant die Auseinandersetzungen zwischen zwei Generationen zu sehen, die sich beide nicht so recht in den anderen rein versetzen können hatte ich so manches Mal das Gefühl. Ich kann beide sehr gut verstehen und denke, dass es diese Konfrontation in etlichen Familien geben wird, weil beide für sich genommen recht haben und es da kaum einen Kompromiss gibt. Daher muss einer zurückstecken.

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