Otto Kuhnle „Geht in Theater und schaut euch dort die Programme von Comedians an“

Otto Kuhnle ist ein deutscher Kabarettist, Entertainer und Schauspieler.

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Otto Kuhnle

Otto, ich habe Dich zum ersten Mal im Fernsehen in der Sendung Comedy Factory wahrgenommen. Wenn Du an diese Zeit zurück denkst, an was erinnerst Du Dich als erstes?

Der größte Spaß damals war, dass Pro 7 eine Comedysendung machen wollte und sie auch noch selber produzieren wollte, d.h. der Auftraggeber war gleichzeitig der Produzent und keine Kontrollinstanz dazwischen geschaltet. Man konnte und wollte einfach viel ausprobieren. Irgendwie schien damals fast alles möglich. Während der Produktion wohnten wir in einem Bauernhaus außerhalb Münchens. Da kamen Sachen vor wie z.B. man sitzt abends bei einem Wein zusammen, hat eine bekloppte Idee, die aufgeschrieben und am nächsten Tag gedreht. Das hat schon Spaß gemacht. Das wäre heute undenkbar.

Ich fand die Show übrigens total lustig und war enttäuscht, dass sie nach 39 Folgen bereits vorbei war, Du bist ja vorher ausgestiegen, warum eigentlich?

Die Sendung wurde an eine externe Produktion gegeben, die Mittel reduziert und seltsame inhaltliche Auflagen standen plötzlich im Raum. Ich wollte da dann nicht mehr mitmachen. Der Produzent und ich haben uns geeinigt und getrennt.

Nach über 15 Jahren, hast Du da noch Kontakt zu den ehemaligen Ensemblemitgliedern?

Die Kollegen machen sehr unterschiedliche Sachen. Einige treffe ich regelmäßig. Am meisten Kontakt habe ich mit Roland Baisch. Wir haben mehrere Bühnenprogramme zusammen gemacht und haben vor, ab Herbst 2013 ein neues Abendprogramm herauszubringen.

Im Fernsehen ist es dann ja leider weniger geworden. Ich habe Dich noch beispielsweise in der Brisko Schneider Show und in Deiner eigenen gesehen, doch seit ein paar Jahren eher weniger. Woran liegt das? Liegt Dein Hauptaugenmerk nun auf einer Live-Show und nicht mehr Fernsehen?

Das stimmt, ich finde tatsächlich, dass man mehr Freiheiten hat, wenn man auf der Bühne arbeitet. Und ein Komiker braucht seine Freiheiten um lustig sein zu können. Im Fernsehen gibt es meistens Vorgaben, wie man zu sein hat. Das zielt oft darauf ab „main-stream-tauglich“ zu werden, d.h. eine möglichst große Zahl von Zuschauern zu ziehen. Ich finde aber, man muss authentisch bleiben, auch wenn man dann nicht die Massen anlockt, kann man zumindest das machen, was man möchte und woran man Spaß hat, ohne dass einem jemand zuviel reinquatscht. Im Idealfall ergänzt sich das, d.h. man bleibt authentisch und wenn sich Erfolg einstellt, freut man sich darüber. Ich arbeite dran.

Otto Kuhnle

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant? Wo kann man Dich als nächstes sehen?

Ich habe die letzten 8 Jahre viel im Ausland, u.a. in Großbritannien und Australien, gespielt. Dort habe ich verschiedene Bühnenprogramme bei großen Festivals, wie z.B. beim Fringe Festival in Edinburgh präsentiert. Dort ist mir etwas Lustiges passiert: Die Briten halten uns Deutsche für absolut humorlos. Wenn man z.B. sagt, man sei ein deutscher Komiker löst das schon Lachsalven aus. Und mir wurde, als bislang erstem Deutschen in Großbritannien, dem „selbsternannten Mutterland des Humors“, ein Preis verliehen. Und nicht irgendeiner, sondern der „Malcolm Hardee Award for Comical Originality“. Eins muss man den Briten lassen, Humor haben sie. Daneben habe ich auch bei einer Radioserie für BBC 2 mitgearbeitet, aber jetzt und plane ich wieder mehr in Deutschland mein Unwesen zu treiben.

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ja, unterstützt Live-Shows! Geht in Theater und schaut euch dort die Programme von Comedians an! Das ist meistens besser, als das man im Fernsehen geboten bekommt.

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Wir hatten zuhause eine kleine und enge Sauna. Da habe ich mit meiner kompletten Verwandtschaft und Bekanntschaft zusammen geschwitzt. Meine Toleranzgrenze was Saunabeisitzer betrifft, ist also relativ hoch. 

Mir war einmal unangenehm, als ich mit einem amerikanischen Kollegen, während eines Gastspiels in Freiburg in die Sauna gegangen bin. Es gab einen Aufruhr, weil er sich geweigert hat seine Badehose auszuziehen. In den Staaten ist es unvorstellbar die Hose auszuziehen, in Deutschland preußische Pflicht. Meine komplette Saunazeit ging also dafür drauf, ihn irgendwie in der Sauna drinzubehalten aus Kollegialität, gleichzeitig hab ich nicht kapiert, warum der nicht einfach seine Hose auszieht. So entspannt mich Sauna nicht – Der Mann ist auf jeden Fall auf der Liste!

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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