Chiara Schoras „Ich stehe das allererste Mal auf einer deutschsprachigen Bühne und spiele Theater“

Chiara Schoras studiert Tanz, Gesang und Schauspiel. Sehr früh zeigen sich ihre vielfältigen Begabungen in allen drei darstellenden Künsten. Schon während des Studiums spielt sie in deutschen als auch italienischen Produktionen. In Deutschland sind es die Zusammenarbeiten mit renommierten Regisseuren wie Peter Keglevic und Thorsten Näter, die sie in die öffentliche Aufmerksamkeit rücken, in Italien die mit Carola Spadoni.

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Chiara Schoras

Deine Mutter ist Italienerin, Dein Vater Deutscher. Du hast Deine Schauspielausbildung in Italien gemacht, wie bzw. wo bist Du denn aufgewachsen? In Deutschland oder Italien?

Ich bin mit meiner Mutter oft umgezogen. Die meiste Zeit habe ich allerdings in Deutschland verbracht. Mit 18 bin ich dann nach Rom gegangen, auch um mit meiner Ausbildung am Centro di Danza Balletto di Roma Schule anzufangen, wo ich Gesang, Tanz und Schauspiel studiert habe.

Kann man das so einfach sagen? Zu welchem Land fühlst Du Dich mehr verbunden?

Ich fühle mich in beiden Ländern zu Hause. Und will mich als Halb-Deutsche/Halb-Italienerin nicht spalten. Und irgendwie mache ich es auch ganz unterbewusst für mich richtig: Wenn ich lange in Deutschland bin, vermisse ich Italien und andersrum. Da aber mein Wohnort inzwischen mehr in Deutschland ist, versuche ich die schulfreie Zeit meiner Tochter in Italien zu verbringen. Das ist gerade mein Herzensprojekt.

Gibt es Film und Serientechnisch eigentlich Unterschiede zu Deutschland und Italien?

Mittlerweile läuft ja weltweit fast überall dasselbe: CSI, Homeland, Greys Anatomy und und und… Interessante oder sogar mutige Serien aus den einzelnen Ländern sind seltener geworden, oder sie stechen bei der Masse nicht deutlich genug raus. Ich bin zum Beispiel jetzt auf David Finchers Zusammenarbeit mit Netflix – die Serie ‚House of Cards‘ und auf die Fernseharbeit von Ang Lee gespannt.  Was ich sehr lustig finde ist, dass in Italien ganz viele deutsche Serien laufen, unter anderem auch meine Serie Countdown auf Rai Uno. Das war seltsam, mich da mit einer anderen Stimme auf Italienisch synchronisiert zu sehen. 

Ich habe gelesen, dass Du in beiden Ländern lebst, wie kann man sich das vorstellen?

Mein Lebensmittelpunkt ist derzeit Deutschland, da meine Tochter hier zur Schule geht. Jede freie Zeit versuche ich allerdings in Italien, bei meiner dortigen Familie und meinen Freunden zu sein. Ich geniesse das sehr und ich werde jetzt auch wieder versuchen mehr in italienischen Film- und Fernsehproduktionen zu arbeiten.

Zuletzt habe ich Dich in BlitzBlank gesehen, einen sehr lustigen Film. Deine Protagonistin, die Du gespielt hast wusste ja was sie will und war sehr engagiert. Wie viel Gemeinsamkeiten gab es zu diesem Charakter?

Ich würde sagen, dass wenn es etwas in meinem Leben gibt, was mir wichtig ist, oder ich für etwas einstehen möchte, tu ich auch alles dafür und setze mich dafür ein. Diesen Zug teile ich mit dem Charakter.

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Ich stehe das allererste Mal auf einer deutschsprachigen Bühne und spiele Theater. Das macht mir großen Spaß und ich freue mich jeden Tag darauf, spielen zu dürfen. Ich spiele die Bella in dem Pulitzer-Preisgekrönten Stück „Eine ganz normale Familie“ von Neil Simon, eine Rolle die mir sehr großen Spaß macht.

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ich würde mich freuen, wenn ein paar Leser ins Theater am Kurfürstendamm (Kurfürstendamm 209 – www.theater-am-kurfuerstendamm.de) kommen, um sich das Stück „Eine ganz normale Familie“ anzuschauen. Die Geschichte ist herzerwärmend sowie unterhaltsam und der direkte Kontakt mit dem Publikum ist für mich eine tolle Erfahrung. Also freue ich mich auf Euren Besuch! 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen? 

Ich finde das lustige an Saunen ist doch, dass sie wie Überraschungsräume sind: Man weiß nie, wen man trifft, wenn die Tür aufgeht. Ich möchte da nicht so voreingenommen sein und lieber schauen, was passiert, wenn die Tür aufgeht.

Chiara Schoras spielt in Andreas Schmidts Inszenierung von ‚Eine ganz normale Familie‘ die ‚Bella‘ im Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Premiere: 11. März 2013 um 20 Uhr.

Chiara Schoras spielt in Andreas Schmidts Inszenierung von 'Eine ganz normale Familie' die 'Bella' im Theater am Kurfürstendamm in Berlin. Premiere: 11. März 2013 um 20 Uhr.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de