Marco Huck „Firat hat mich mit seiner Leistung wirklich überrascht“

Marco Huck ist ein deutscher Profiboxer und amtierender WBO-Weltmeister im Cruisergewicht.

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Rogelio Omar Rossi (Argentinien) vs Marco Huck (GER)

Marco, wie bist Du eigentlich zum Boxen gekommen, wann hast Du gemerkt, dass Du für den Sport ein besonderes Talent hast?

Dass ich ein besonderes Talent für den Sport besitze, habe ich schon früh bemerkt. Ich wurde halt von der Natur sehr begünstigt. Zum Boxen bin ich durch Umwege gekommen. Ein Onkel von mir hat mich zum Sport gebracht. Ich war in meiner Jugend ja Kickboxer und er meinte, dass Boxen eine viel größere Herausforderung für mich wäre. Meinen ersten Profiboxkampf bestritt im Jahr 2004. Vorher hatte ich zehn Amateurkämpfe bestritten.

Dein Kampfstil ist ja sehr offensiv und oft lässt Du Dich vom Gegner auch reizen. Viele bemängeln das an Dir, siehst Du das auch so oder gehört eine gewisse Aggressivität einfach dazu?

Viele Leute denken, dass ich garnicht richtig boxen kann – aber irgendetwas muss ich ja richtig machen, sonst wäre ich nicht Weltmeister mit 10 erfolgreichen Titelverteidigungen. Ich bin eben jemand, der sich im Ring schnell mal vom Gegner oder aber auch vom Publikum reizen lässt. Die Zuschauer steuern mich gewissermaßen. Da überhöre ich manchmal auch den Trainer und biete den Leuten, was sie sehen wollen – ohne Rücksicht auf Verluste.

Ola Afolabi vs Marco Huck

Und Privat, wie bist Du da?

Ich bin ein Lebemann, der gerne mal seinen Spaß hat. Reisen und Partys sind meine größten Hobbys. Seit dem letzten Jahr bin ich aber auch ein Familienvater – das hat mich ein wenig ruhiger und gelassener gemacht.

Ich bin immer sehr beeindruckt, wenn das Publikum laut „Huck Huck“ ruft, das ist ja selten, dass ein Boxer so angefeuert wird. Bekommst Du das im Ring während des Kampfes eigentlich mit? Beeinflusst das auch während des Kampfes wenn Du es mitbekommst?

Auf jeden Fall hat das Auswirkungen auf meine Kampfweise. Diese Anfeuerungen sind eine besondere Ehre für mich. Deswegen schimpft mein Trainer auch so oft mit mir, weil ich mich vom Publikum zu bestimmten Aktionen verleiten lasse. Ich kann nur noch einmal betonen, dass wenn das Publikum etwas fordert, ich es umsetzen muss. Daher lieben es die Leute ja, meine Kämpfe anzuschauen – Ich polarisiere eben.

Zuletzt hast man Dich im November gegen Firat Arslan gesehen. Firat und auch viele Kritiker sagen, dass Du den Kampf eigentlich nach Punkten verloren hättest. Wie siehst Du das selbst, wie hast Du den Kampf wahrgenommen?

Firat hat mich mit seiner Leistung wirklich überrascht – ich hatte ihn in Vorbereitung auf den Kampf vielleicht ein wenig auf die leichte Schulter genommen. Und als klassischer Underdog hat er dann das Publikum schnell auf seine Seite gezogen. Aber ich bin davon überzeugt, dass ich nach einer verhaltenen Anfangsphase besser in den Kampf gefunden habe und dadurch einen knappen Sieg davon getragen habe. Firat genießt aber meinen vollsten Respekt für sein Auftreten gegen mich.

Ola Afolabi vs Marco Huck

Auf Deiner Facebook-Seite liest man seit dem ja auch viele kritische Stimmen. Für die Entscheidung kannst Du ja nichts, die hast ja Du nicht getroffen, ärgert Dich dann so ein Verhalten der Fans dir gegenüber?

Nein, dafür sind Fans ja da – um zu diskutieren. Ich polarisiere eben mit meinen Kämpfen und meiner Art. Ich sehe das Verhältnis zwischen mir und dem Boxpublikum als eine Art Hassliebe – manche lieben mich, manche hassen mich.

Es wurde ja schon gesagt, dass es einen Rückkampf geben wird, was hast Du Dir dafür vorgenommen?

Ich habe mir vorgenommen, besser vorbereitet in den Kampf zu gehen und klarer zu gewinnen. Ich stelle mich jeder Herausforderung. Wenn die Leute wollen, dass ich Firat Arslan ein Rematch geben soll, dann tue ich das auch.

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Das steht noch in den Sternen. Ich habe zunächst einmal eine Pflichtverteidigung gegen Ola Afolabi vor mir. Mit diesem habe ich mir schon zwei knallharte Kämpfe geliefert und auch das dritte Duell zwischen uns wird da keine Ausnahme bilden.

Firat Arslan, Marco Huck

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ich bedanke mich zum einen für das rege Interesse an meinen Kämpfen und grüße auch die Personen, die mich zuweilen kritisieren. Denn alle meine Kämpfe bieten Diskussionsstoff und sind ein Spektakel!

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit „Cindy aus Marzahn“. Ich mag zwar rassige Frauen, aber sie ist mir dann doch einen Tick zu aggressiv.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bilder Quelle: Photo Wende

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