Lena Lotzen „Es wäre schön, wenn Frauen-Fußball mehr Fernseh-Präsenz hätte“

Lena Lotzen ist eine deutsche Fußballspielerin, die beim Bundesligisten FC Bayern München spielt.

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Lena Lotzen

Kannst Du Dich noch an den Moment erinnern als Du gemerkt hast, dass Du mit den Jungs beim Fußball mithalten kannst und sogar besser bist?

Das war kein kongreter Moment, ich habe schon immer mit den Jungs zusammengespielt, es war für mich normal. Ich habe immer versucht bei den Jungs mit durchzusetzten.

Was am Fußball hat Dich dann so fasziniert?

Es hat mir einfach Spaß gemacht, denn ich habe dort sehr viele Freunde gefunden.

Du bist ja auch dann ziemlich schnell sehr erfolgreich geworden und hast so ziemlich alle Juniorennationalmannschaften des DFB durchlaufen. An welche erinnerst Du Dich heute am liebsten?

Ich denke dass ich in jeder Nationalmannschaft wichtige Erfahrungen sammeln konnte, aber natürlich waren der Gewinn der U-19 Europameisterschaft und die U-20 Weltmeisterschaft besondere Highlights.

Bei der Bild bist Du eine von 100 wichtigsten deutschen 2013. Setzen Dich solche Wahlen eigentlich sehr für die bevorstehende EM unter Druck? Wie gehst Du damit um?

Den Druck, immer die beste Leistung bringen zu wollen und erfolgreich Fußball zu spielen, mache ich mir schon selbst. Ich freue mich, wenn mir von anderen viel zugetraut wird. Für mich ist das mehr Ansporn als Belastung.

In einem Steckbrief habe ich gelesen, dass Deine Lieblingsspieler Michael Ballack und Zinedine Zidane sind. Das ist auch die Position die Du selbst spielst oder? Was an den beiden fasziniert Dich so?

Ich spiele etwas offensiver als Ballack und Zidane – am liebsten zentral in der Spitze. An Ballack und Zidane hat mich einfach ihre Sportler-Persönlichkeit fasziniert.

In den letzten Jahren ist ja auch das Ansehen des Frauenfußballs in Deutschland sehr gewachsen. Wo gibt es Deiner Meinung nach Verbesserungsmöglichkeiten? Was könnte also noch besser laufen?

Es stimmt, dass sich der Frauen-Fußball in den vergangenen Jahren immer mehr in Deutschland etabliert hat. Der Respekt vor unseren Leistungen ist größer geworden, weil viele Leute erkennen, dass wir mittlerweile fast genauso professionell arbeiten wie die Männer – und das sieht man dann auch auf dem Platz. Natürlich gibt es dennoch Verbesserungsmöglichkeiten im Frauen-Fußball. Es wäre schön, wenn wir mehr Fernseh-Präsenz hätten – zum Beispiel Ausschnitte aus den Liga-Spielen in der Sportschau gezeigt würden. Dann würde sich auch das Zuschauer-Interesse an unserem Sport noch weiter erhöhen, denke ich.

Mannschaftsbild FC Bayern München Frauen

Mit dem FC Bayern München hast Du kürzlich den Tabellenführer Wolfsburg geschlagen und dem Club die erste Niederlage der Saison verpasst. Für wie realistisch hältst Du die Meisterschaftschancen des FC Bayern in dieser Saison?

Wir haben mit dem Gewinn des DFB-Pokals vergangene Saison bewiesen, dass wir in der Lage sind, Titel mit unserer Mannschaft zu gewinnen. Was uns in der Liga imVergleich zu Frankfurt und Wolfsburg noch etwas fehlt, ist die Konstanz. Kriegen wir die rein, brauchen wir uns vor keinem Team in der Liga zu verstecken. Aber nur weil wir Wolfsburg geschlagen haben, stelle ich mich jetzt nicht hin und sage: Wir werden diese Saison Meister! Klar ist aber auch: Irgendwann möchte ich schon mal Meister  werden – am liebsten mit dem FC Bayern.

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant? Was hast Du Dir für dieses Jahr vorgenommen?

Weil ich mein Abitur nun in der Tasche habe, kann ich mich nun noch mehr auf Fußball konzentrieren. Ich will mich in allen Bereichen noch weiter verbessern. Damit der Kopf nicht ganz auf der Strecke bleibt, überlege ich, ich ein Studium bei der Bayerischen Akademie für Wirtschaft und Marketing aufzunehmen.

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Es lohnt sich, mal bei einem unserer Heimspiele im Sportpark Aschheim vorbeizukommen. Wir freuen uns über jeden Fan!

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ich bin selbst schon froh, wenn ich schnell aus der Sauna wieder raus bin. Ich bin nicht so der große Sauna-Fan.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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