Dennis Kirstein “Ich selbst habe den Glauben an bereits erfolgte Besuche von Außerirdischen verloren”

Dennis Kirstein beschäftigt sich ehrenamtlich mit UFOs, die US-Amerikanische Politik und den 11.September 2001. Im Jahr 2000 richtete er in seiner Heimatstadt das erste UFO-Meldebüro ein.

 Dennis Kirstein Ich selbst habe den Glauben an bereits erfolgte Besuche von Außerirdischen verloren Dennis Kirstein Ich selbst habe den Glauben an bereits erfolgte Besuche von Außerirdischen verloren

Unterstütze diesen Interviewpartner:
Klicke auf den Artikel und besuche die Links

Homepage | ufo-information.de | mehr Infos…

Jetzt bei Amazon bestellen um die Autoren damit zu unterstützen! Vielen Dank!

kirstein03 610x407 Dennis Kirstein Ich selbst habe den Glauben an bereits erfolgte Besuche von Außerirdischen verloren

Dennis, wann bist Du zum ersten Mal mit dem Thema „Ufo, Außerirdische etc.“ in Berührung gekommen und was genau daran hat Dich dann so fasziniert?

Die Faszination für das Thema Weltall und Außerirdische war schon von klein auf da. Das begann in frühester Kindheit mit meinen Lieblingsfiguren Schlupp vom anderen Stern der Augsburger Puppenkiste und natürlich ALF, unser Kult-Melmacianer. Im Jugendalter zogen mich dann Mystery-Serien wie Akte X in ihren Bann. Ich denke, jeder von uns hat sich schon einmal die Frage gestellt, ob wir, als Menschheit, tatsächlich alleine sind. Es ist eine der ältesten Fragen überhaupt und begründete ganze Wissenschaftszweige. Wenn ein neuer Marsroboter, wie letztes Jahr Curiosity, neues Land betritt, dann füllt das die Titelblätter unserer Zeitungen. Von daher denke ich, dass jedem von uns eine Faszination für den Weltraum inne wohnt und mit Sicherheit auch viele sich schon einmal die Frage gestellt haben, ob sie, die Außerirdischen, uns vielleicht sogar schon beobachten oder gar besuchen.

Glaubst Du auch eher an das was in der Prä-Astronautik das Thema ist oder hast Du noch andere Ansichten? 

Die Prä-Astronautik ist innerhalb der grenzwissenschaftlichen Themen ein eigenes Themengebiet. Während sich die Ufo Phänomen Forschung damit auseinandersetzt, was sich über unseren Köpfen am Himmel so alles abspielt und weshalb Menschen oftmals einfachste Flugkörper wie Flugzeuge oder Ballone fehlinterpretieren, gehen Vertreter der Prä-Astronautik davon aus, dass die Außerirdischen bereits vor Jahrtausenden in die Menschheitsgeschichte eingegriffen haben, beispielsweise beim Bau der Pyramiden von Gizeh. Als Beweise dafür werden alte Texte, Wandmalereien oder Skulpturen herangezogen, welche mit dem kulturellen Hintergrund unserer Zeit gedeutet werden. Und genau hier liegt das Grundproblem der Prä-Astronautik. Texte und Wandmalereien werden aus ihrem kulturellen Kontext herausgerissen und einfach in unsere Zeit transportiert. Die Interpretationen, die hierbei herauskommen, haben jedoch nichts mehr mit dem zu tun, um was es den Menschen der damaligen Zeit tatsächlich ging. Leider erweisen sich Vertreter der prä-astronautischen Theorie als sehr wissenschaftsresistent. 

2000 hast Du eine Ufo-Meldestelle gegründet. Wie kann man sich die Arbeit da vorstellen, wie viele Meldungen gibt es und wie viele davon sind vielleicht auch nur Späße oder halt nachweisbar nicht stimmig? 

Die Arbeit an aktuellen Ufo-Sichtungsmeldungen ist meist trockener als man sich das im ersten Moment vorstellen mag. In der Regel werden Sichtungsmeldungen heutzutage per Email eingereicht, anstelle eines direkten Gesprächs am Telefon. In den meisten Fällen erkennt man den wahren Auslöser der Ufo-Sichtung, also das tatsächlich gesichtete Flugobjekt, recht schnell. Zum einen liegt es daran, dass uns im Laufe der Jahre die Erscheinungsformen der oftmals fehlinterpretierten Flugobjekte bekannt sind. Hier sind in erster Linie rot-orange glühende Bälle am Nachthimmel zu nennen, die letztendlich doch nur auf so genannte Skylaternen zurückzuführen sind. Ebenfalls hat sich die internationale Raumstation ISS in den vergangenen Jahren einen Platz in den vordersten Reihen der fehlgedeuteten Flugobjekte gemacht. Sie ist von Zeit zu Zeit als sehr heller und schnellfliegender „Stern“ über Deutschland zu sehen. Dank modernster LED-Technik kommen auch immer öfter RC-Flugmodelle in Frage, die eben mit allerlei LED-Lichtern ausgestattet sind. Für den Sichter aus einigen Hundert Metern Entfernung ergibt sich dabei nur ein Bild von bunten, umherfliegenden Lichter und oftmals auch Scheiben (aufgrund der Rotation der Rotorblätter bei RC-Hubschraubern).

Bei astronomischen Ereignissen sind wir bereits im Voraus gewarnt. Als beispielsweise Anfang Januar der Meteorsturm die Quadrantiden über Deutschland zu sehen war, gingen bei uns ebenso wieder Meldungen ein, die exakt die Erscheinungsform solcher Sternschnuppen beschrieben. In Ausnahmefällen ist es jedoch tatsächlich angebracht, einer Sichtungsmeldung genauer auf den Grund zu gehen. Eben dann, wenn die Erscheinung nicht in die typischen, uns bekannten Muster natürlicher Flugkörper oder Himmelsphänomenen passt. In diesen Fällen sind dann Vor-Ort-Recherchen, auch unter Mithilfe der örtlichen Behörden und der Presse, notwendig.

Letztendlich muss man aber sagen, dass es nach 40 Jahren seriöser Ufo-Forschung in Deutschland keinen einzigen Fall gibt, der zwingend als einzige Erklärung ein anomales Phänomen zulässt, ganz zu schweigen von einem extraterrestrischen. Und das, obwohl in Deutschland täglich Ufos gemeldet werden. In den Jahren 2007-2009 hatten wir aufgrund der weiten Verbreitung der Skylaternen sogar eine regelrechte Ufo-Welle mit knapp 3.000 Meldungen. Die Skylaternen gab es zu dieser Zeit sehr billig in Ein-Euro-Läden zu kaufen. Heute sind sie aufgrund von Flugsicherheitsbedenken in vielen Bundesländern verboten.

Späße oder nachweislicher Schwindel stellen statistisch betrachtet gerade einmal 2-3% aller eingegangen Meldungen dar, also verschwindend gering. Wobei man aber dazu sagen muss, dass gerade die bekanntesten Ufo-Fotoaufnahmen aus den 1950er Jahren oder solche, die ganz eindeutig eine typische fliegende Untertasse zeigen, jene sind, die von der seriösen Ufo Phänomen Forschung bereits seit Jahrzehnten als bewusste Fälschungen entlarvt wurden. Dennoch bedienen sich Medien gerade dieser Aufnahmen, wenn das Ufo-Thema angesprochen wird. 

Ich kenne es beispielsweise, dass wenn ich fremden oder nur wenig bekannten meine Ansichten erzähle, ich oft als Spinner abgestempelt werde, ist das bei Dir auch der Fall? Wie gehst Du dann damit um, versuchst Du dann diesen Menschen deine Ansichten zu erklären oder nützt das meistens nichts? 

Im Laufe der Jahre habe ich stets die gleichen Reaktionen erlebt. Sobald ich jemandem erzähle, mit was ich mich da ehrenamtlich sehr intensiv befasse, erfolgt nach ungläubigem Staunen zuerst ein Naserümpfen und anschließend Verwunderung. Machen wir uns nichts vor: Das Ufo-Thema ist aufgrund zahlreicher, nennen wir sie mal seltsamer Personen, einfach verpöhnt. Die Assoziation von unidentifizierten fliegenden Objekten mit außerirdischen Raumschiffen wird uns dank der Medien auch geradezu aufgedrängt. Ich versuche dann meinen rationalen Standpunkt zum Thema klar zu machen und oftmals empfange ich dann große Akzeptanz für mein Anliegen. Das eine sachlich-fundierte Ufo-Phänomen-Forschung in Deutschland notwendig ist, das beweisen die tausenden Meldungen der letzten Jahre. In Frankreich gibt es sogar eine staatlich finanzierte Stelle, die Ufo-Meldungen aufnimmt und bearbeitet. 

Jetzt die Tage warst Du im Tigerentenclub. Wie gehen Kinder im allgemeinen mit der Thematik um, ich könnte mir vorstellen das viele erstmal Angst haben, Angst vor dem unbekannten? 

Kinder sind für wissenschaftliche Themen oft schneller zu begeistern als Erwachsene. Gerade auch beim Thema Weltall / außerirdisches Leben ist das der Fall. Sie haben noch eine blühende Fantasie, die uns als Erwachsene irgendwann abhanden gekommen ist. Nichtsdestotrotz muss man den Kindern gerade beim Ufo-Thema die Realität nahe bringen. Beim Tigerentenclub hatte ich die Gelegenheit zu zeigen, was denn tatsächlich hinter den meisten Ufo-Sichtungen steckt und konnte auch die Frage beantworten, warum Ufos denn meist untertassenförmig aussehen (zumindest in den Medien) und Aliens heute alle klein sind und große Köpfe mit mandelförmigen Augen haben. Anhand eines kleinen Videoexperiments konnte ich auch zeigen, wie einfach es ist ein simples Ufo-Video selbst zu drehen. Es ist wichtig, dass die Kinder lernen Dinge kritisch zu hinterfragen. In diesem Zusammenhang eben bekannte Ufo-Videos auf Internetvideoportalen, wie sie dort täglich neu auftauchen.

Ich denke, das Interesse der Kinder überwiegt ihre mögliche Furcht von dem Unbekannten. Auf der von mir betriebenen Online-Plattform ufo-information.de haben wir im vergangenen Jahr ein eigenes Themengebiet für Kinder eingereicht, auf dem sie das Ufo-Thema einfach verständlich erklärt bekommen. Der Themenbereich ist sehr beliebt und wird u.a. auch von staatlich betriebenen Bildungsservern direkt verlinkt. 

kirstein04 610x407 Dennis Kirstein Ich selbst habe den Glauben an bereits erfolgte Besuche von Außerirdischen verloren

Hast Du die Erfahrung beim Tigerentenclub auch gemacht? 

Dass die Kinder Angst vor dem Unbekannt haben, konnte ich im Tigerentenclub nicht feststellen. Viele machen sich natürlich zunächst einmal einen Spaß daraus wenn sie von Ufos hören. Doch letztendlich überwiegt die Faszination für fremde Welten und mögliches Leben auf anderen exoplanetarischen Planeten. 

Beweisen kann man es ja nicht wirklich, glaubst Du daran, dass uns Außerirdische, fremde Wesen besuchen? Wenn ja, warum nehmen sie keinen Kontakt auf? 

Ich persönlich betreibe seit rund 15 Jahren Ufo-Forschung. Kollegen von mir sind bereits seit 40 Jahren aktiv. Ich selbst habe den Glauben an bereits erfolgte Besuche von Außerirdischen verloren. Letztendlich darf das Thema aber auch keine Glaubensfrage bleiben, wenn es ernst genommen werden will. Glauben kann und darf man alles, das ist jedem selbst überlassen. Was aber wirklich zählt sind nachprüfbare, eindeutige Belege. Diese fehlen bisher. Leider. 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant? 

Ich persönlich werde weiterhin meine Recherchen machen und deren Ergebnisse auf unserem Online-Portal ufo-information.de bekannt geben. Erst im November vergangenen Jahres ist es mir gelungen Deutschlands bekanntesten Ufo-Vorfall über der Ostsee 1990 aufzuklären. Die „Lichter von Greifswald“ galten international als ein Paradebeispiel für ein anomales Phänomen hinter dem Ufo-Thema. Mit Hilfe weiterer Kollegen konnten wir den Vorfall nun, 22 Jahre danach, endgültig aufklären. Es handelte sich dabei um eine militärische Übung der tschechoslowakischen Luftwaffe in der damaligen Luftschießzone II über der Ostsee. Die ausgesetzten Leuchtbomben gleiteten an Fallschirmen vom Himmel herab und dienten als Zielkörper für Luft-Luft-Raketenübungen. Von Rügen und vom Festland waren jedoch nur die rot-glühenden Kugeln in der Luft zu sehen. Dutzende Zeugen und etliche Videos tauchten im Laufe der Jahre auf. Nun ist auch dieser Fall geklärt.

Für 2013 ist ein neuer Themenbereich zur Wahrnehmungspsychologie geplant. Ein Thema, welches innerhalb der grenzwissenschaftlichen Gemeinde sehr stark vernachlässigt wird. Ehrlicherweise müssen wir aber zugeben, dass jeder von uns Wahrnehmungsfehlern unterworfen ist. Das beginnt beim Thema Größeneinschätzung eines Objekts am Himmel ohne weitere Referenzgrößen und endet damit Zeitangaben korrekt anzugeben. Alles Themen, die für eine seriöse Ufo-Phänomen-Forschung entscheidend sind. Daher will ich in diesem Jahr das Hauptaugenmerk auf dieses Thema lenken. 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest? 

Speziell auf das Thema hier bezogen würde ich sagen: Es gibt eine sachlich-fundierte Ufo-Phänomen-Forschung, die fernab des Boulevard stattfindet. Des Weiteren suchen wir stets Interessierte, die sich gerne einbringen wollen. Auch ist mir persönlich der Austausch mit den etablierten Wissenschaften sehr wichtig. Hier bestehen leider noch immer Berührungsängste. Allgemein betrachtet bin ich ein Freund davon Dinge stets kritisch zu hinterfragen und möchte diese Eigenschaft mit so vielen Menschen wie möglich teilen. 

Nun aber auch schon zu meiner letzten Frage, diese stelle ich immer jedem, ein Markenzeichen, und bin sehr gespannt wie diese dann beantwortet wird: Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen? 

Mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus. Ich bin Stuttgarter und musste die letzten Jahre miterleben wie Herr Mappus dem Land großen Schaden zugefügt hat. Das beginnt beim EnBW-Deal (überhöhter Aktienrückkauf) und endet damit, wie unter seiner Regierung im damaligen Stuttgarter Schlossgarten Schulkinder und alte Menschen von Polizisten körperlich traktiert wurden, wie ich es bis dato nur aus Ländern kannte für die Demokratie ein Fremdwort ist. Einen Hardliner seiner Art benötigen wir in unserem Land nicht. Und von der Ästhetik her gibt es bestimmt auch angenehmere Begleiter icon smile Dennis Kirstein Ich selbst habe den Glauben an bereits erfolgte Besuche von Außerirdischen verloren

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bilder © SWR

Das könnte Dir auch gefallen: