Rias Abschiedstour – Eine Schifferfamilie gibt auf

Rias Abschiedstour – Eine Schifferfamilie gibt auf: Samstag, 22. Dezember 2012, 19.30-20.00 Uhr buten un binnen extra.

Das alte Kümo Ria kann mit seinen 500 Tonnen Ladegröße in der Liga der großen Pötte nicht mehr mithalten.

Rias Abschiedstour – Eine Schifferfamilie gibt

Die letzte Reise von Kapitän Heinz-Georg Jacobs und seiner Frau Ria führt von ihrem Heimathafen Elsfleth über die Nordsee nach Husum. Von dort sollen sie Futtermittel nach Dörpen im Emsland bringen. Eine Standardtour für die Schifferfamilie und ihr Küstenmotorschiff, das Ria heißt, wie die Kapitänsfrau.

Über 40 Jahre lang hat die Familie Jacobs auf und mit ihrem Kümo Ria verbracht, die Kinder sind an Bord aufgewachsen, die Jacobs sind die ältesten Kümoschiffer an der Weser. Doch in diesem Sommer war Schluss, die kleine alte Ria wird verkauft, für die Schifferfamilie rechnet sich das Geschäft nicht mehr. In der Liga der großen Pötte kann die Ria mit ihren 500 Tonnen Ladegröße nicht mehr mitspielen.

Früher lagen in jedem Hafen an der Küste Hunderte Kümos und die Jacobs trafen überall auf bekannte Gesichter. Mittlerweile sind sie froh, wenn sie abends mit zwei anderen Schiffern in  Brake, Elsfleth, Husum, Borkum oder Oldenburg liegen. Einer davon ist Timo Janssen. Der 39Jährige hat sich bewusst gegen eine Familie und für sein Kümo, die Meridian, entschieden. Beides könnte er sich nicht leisten, sagt er, das Fahren von Fracht auf Weser oder Hunte lohnt kaum noch. Er will dennoch weiter durchhalten, aus Leidenschaft für die Binnenschifferei, auch wenn die meisten Auftraggeber heute eher große Mengen transportieren lassen wollen und ohnehin lieber LKW auf die Straße schicken.

Die Radio Bremen-Reportage begleitet Timo Janssen ein Stück seines Wegs zwischen Bremerhaven und Oldenburg und zeigt, wie die Jacobs auf ihrer letzten Tour Abschied nehmen von ihrer Ria. Beobachtungen aus den letzten Tagen eines Schifferlebens zwischen Bordalltag und Wehmut. Ein Stück maritimer Tradition, das mit den Kümos nach und nach von den deutschen Küsten verschwindet. 

Bilder © Radio Bremen

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