Da Hool „Erfolg ist immer eine Momentaufnahme“

Da Hool – einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass der „Techno-Underground“ Ende der 1980er ans Licht der Öffentlichkeit geführt wurde und eine neue Klubkultur fester Gegenstand einer mannigfaltigen Musiklandschaft wurde.

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Ich denke die wichtigsten Bausteine meiner musikalischen Karriere waren mit Sicherheit meine erste Platte, die auf No Respect rauskam so wie meiner erster Gig auf der Mayday, die damals als Mutter aller Raves galt und einen extrem hohen Stellenwert hatte.

Da Hool

Anfang der 90er hattest Du ja Deine ersten auch kommerziellen Erfolge mit verschiedenen Tracks. Wann bist Du zum ersten Mal mit elektronischer Musik in Berührung gekommen kannst Du Dich noch erinnern und was war damals die Faszination daran für Dich?

Meine erste Berührung mit elektronischer Musik fand logischerweise  in meiner Jugend in den 80er Jahren mit dem Aufkommen der Synthiepop Welle statt wo Bands wie Depeche Mode, New Order, Visage, Yazoo oder Ultravox mit neuen bis dahin noch nie gehörten Sounds das alltägliche Leben in Radio und Charts bestimmten. Fasziniert haben mich dabei in erster Linie diese neuen Synthesizer, die auf den Markt  kamen von Herstellern wie z.Bspl. Korg, Moog, Oberheim, Roland oder Yamaha mit  denen man so geil aussergewöhnliche Sachen anstellen konnte. Man konnte seine eigenen Sounds und Effekte designen. Das kannte ich bis dahin nicht, und das war für mich was völlig neues und aufregendes ! 

DJ Hooligan war Dein erstes Pseudonym. Wie entstand der Name? Hattest Du da damals nicht eben wegen eines kommerziellen Erfolges bedenken, dass der Name abschreckend sein wird?

Ich hatte mir damals dummerweise nie große Gedanken um einen möglichen, kommerziellen Erfolg gemacht, Ich hatte den Namen gewählt, weil ich früher sehr harten Techno Sound gespielt habe und  darüberhinaus auch noch (wilder) Fussballfan war. Für mich passte das einfach. Mit diesem Namen wurde ich natürlich direkt in eine Schublade gesteckt und ich habe mir somit unbewusst selber ein Image verpasst, das ich gar nicht wirklich wollte. 

Da Hool

Wenn Du so Fragen zu Deinen Anfängen gestellt bekommst, an was denkst Du da spontan als erstes? Was ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

Ich denke die wichtigsten Bausteine meiner musikalischen Karriere waren mit Sicherheit meine erste Platte, die auf No Respect rauskam so wie meiner erster Gig auf der Mayday, die damals als Mutter aller Raves galt und einen extrem hohen Stellenwert hatte. Das war ja eigentlich das Sprungbrett zu all dem was danach kam.Darüber hinaus hat es mich damals sehr stolz gemacht auf der Mayday  spielen zu dürfen und fortan als „Mayday DJ “ zu gelten. 

In einem Interview hast Du scherzhaft mal gesagt „Früher war alles besser“ War die Technomusik früher wirklich besser? Was hat sich Deiner Meinung nach in dem Bereich in den letzten Jahren verändert und waren die Veränderungen gut oder schlecht?

Früher war natürlich nicht alles besser, das habe ich in der Tat scherzhaft gesagt, aber die Zeiten ändern sich halt, so vermisse ich z. Bspl die gute alte Vinylschallplatte , auf der anderen Seite ist es  heutzutage viel einfacher und unkomplizierter mit Deinen Tracks im Handgepäck durch die Gegend zu fliegen als mit nem 20 kg Plattenkoffer, den Du immer als Gepäck aufgeben musst. In der technischen  Entwicklung der Musikproduktion hat sich viel getan in den letzten Jahren. Neue Programme und Sofwares bieten immer neue Möglickeiten interessante Musik zu gestalten, auch für Leute mit nicht so grossem Geldbeutel ! Heutzutage brauchst Du nicht unbedingt ein grosses Studio mit hochwertigen Geräten um Musik zu machen, was auf der anderen Seite nicht bedeutet , dass es auch gut klingt !  Ich bin nachwievor ein Studiofan, und die die Kehrseite des Ganzen ist leider , dass sehr oft die Qualität auf der Strecke bleibt, denn ein Musikprogramm auf Deinem Computer macht noch lange keinen guten Produzenten ! Sowieso nennt sich heute fast jeder DJ oder Produzent, der nen Laptop besitzt . Ich persönlich finde übrigens, dass der Sound der heutigen digitalen Welt oft  gar nicht an die warmen analogen Produktionen der 80er Jahre ranreicht, allerdings ist die Frage , ob wir das überhaupt brauchen oder wollen, denn unsere Ohren haben sich mittlerweile längst an diesen „Konservensound“ gewöhnt. 

Du und Deine Tracks wurden ja damals dann sehr schnell berühmt, wie  hast Du das wahrgenommen, läuft man da eigentlich Gefahr abzuheben und  wie hast Du dich davor geschützt?

Warum sollte ich abheben ? Ich komme aus Bottrop ! Da kann man nicht abheben 🙂 Erfolg ist immer eine Momentaufnahme, und auf dem Weg nach oben kommst Du immer an den Leuten vorbei, die DU auf dem Weg nach unten wieder triffst. Ich habe in meiner Laufbahn ne Menge Leute getroffen, die ne Riesenwelle gemacht haben und die meisten von denen sind alle auf der Strecke geblieben !! 

Da Hool

Nichts desto trotz machst Du natürlich auch heute noch Musik. Hat sich eigentlich Deiner Meinung nach Deine Musik in den letzten Jahren verändert?

Ich denke schon ! Ich bin natürlich viel vocallastiger geworden gegenüber den Tracks die man von mir aus den Neunzigern gewohnt war und ich arbeite viel mehr mit anderen Künstlern und Songwritern zusammen.Ein Großteil der Leute misst mich immer noch an Meet her at the Love Parade, dabei ist es doch ein normaler Prozess, dass man mit der Zeit geht und sich auch als Künstler weiter entwickelt ! Ich bin wirklich offen für jegliche Art für Musik, und ich höre neben meiner elektronischen Musik wirklich alles was mir gefällt von Rock bis Hip Hop oder Pop ! 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Die neue Da Hool Single Illusion mit Lima  kommt jetzt auf Armada und im Moment arbeite ich an meinem neuen Album für Armada was 2013 kommt. 

Da Hool

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Bleibt immer Ihr selbst und kopiert niemand! 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Mit Kevin Großkreutz !

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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