Die Story im Ersten: Sie bringen den Tod | TV Tipp

Die Story im Ersten: Sie bringen den Tod. ARD-Themenwoche „Leben mit dem Tod“ Montag, 19. November 2012 | 20:15 Uhr im Ersten. 

Sterbehelfer in Deutschland
Film von Sebastian Bösel und Ulrich Neumann

ARD/SWR SIE BRINGEN DEN TOD, "Sterbehelfer in Deutschland", Die Story im Ersten, Film von Sebastian Bösel und Ulrich Neumann, am Montag (19.11.12) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Dr. Arnold im Gespräch mit einem schwerkranken und sterbewilligen Patienten.

Die Story im Ersten: Sie bringen den Tod

Frau K., 64 Jahre, Krebs im Endstadium, hat ihr Ende bestimmt: Sie will nicht länger leiden, ist deshalb zum Suizid entschlossen. Helfen wird ihr dabei ein Arzt – heimlich! Er wird ihr ein Medikament geben, sie wird einschlafen und dann hinübergleiten. Sie hofft, auf diese Weise einem langen Leiden zu entgehen, selbstbestimmt und – wie sie sagt – in Würde.  Der Arzt, der Frau K. beim Suizid hilft, riskiert massive Sanktionen. Zwar ist es in Deutschland keine Straftat, einem entscheidungsfähigen Menschen beim Suizid zu helfen. Doch für Ärzte gelten hier schärfere Regeln, vor allem das ärztliche Standesrecht verbietet strikt diese Form der Sterbehilfe. Und trotzdem findet sie statt – heimlich, in einer rechtlichen und ethischen Grauzone.  Die Autoren Sebastian Bösel und Ulrich Neumann haben für ihren Film „Sie bringen den Tod“ in einer verschwiegenen Szene recherchiert. Überwiegend sind es Ärzte, die für ihre Patienten den tödlichen Medikamentencocktail besorgen. Ihn selbst verabreichen oder gar durch eine Spritze injizieren dürfen sie nicht: Das wäre aktive Sterbehilfe, ein Tötungsdelikt und damit strafbar. In ihrer Hilfe zum Suizid sehen sie eine menschliche und auch ärztliche Pflicht. Und sie verweisen darauf, dass jeder das Recht haben müsse, selbstbestimmt seinem Leben ein Ende zu setzen. Damit dies in Zukunft in Würde und nicht in der Grauzone geschehen könne – dafür gehen einige von ihnen in dem ARD-Film nun in erstaunlicher Offenheit vor die Kamera. 

Im Mittelpunkt der 45-minütigen Dokumentation stehen aber die Patienten, die keinen anderen Ausweg mehr sehen. Menschen wie Hildegard R. eine 71 Jahre alte ALS-Patientin. Das Sprechen fällt ihr zunehmend schwer, weil die Nervenkrankheit nach und nach sämtliche Muskeln lähmt. Oder der 43 Jahre alte Henning M., der seit einem Unfall ab dem obersten Halswirbel querschnittsgelähmt an den Rollstuhl gefesselt ist. Der Tag, an dem er sterben möchte, steht schon fest.  Soll in Zukunft dieser Ausweg schwerstkranken Patienten zur Verfügung stehen, nicht im Verborgenen sondern gesetzlich geregelt? Diese Frage diskutiert der Film auch mit leidenschaftlichen Gegnern dieser Form von Sterbehilfe, etwa dem Präsidenten der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery. Er warnt davor, dass Menschen aus Verzweiflung aus dem Leben gehen, denen etwa die Palliativmedizin noch hätte helfen können. Und sagt: Die Frage nach einem würdevollen Ende dürften Ärzte nicht mit der Hilfe beim Suizid beantworten.

ARD/SWR SIE BRINGEN DEN TOD, "Sterbehelfer in Deutschland", Die Story im Ersten, Film von Sebastian Bösel und Ulrich Neumann, am Montag (19.11.12) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Der Arzt Uwe Christian Arnold bekennt sich zur Sterbehilfe an schwerkranken Patienten.

Fazit

Ein verdammt ernstes Thema und das von der ARD mal zur besten Sendezeit: Respekt, endlich mal was Anspruchsvolles nicht nach oder um 0 Uhr rum. Wer von uns hat sich noch nicht mit seinem Ableben beschäftigt? Während die einen Angst haben zu sterben hab ich mehr Angst vor dem „wie“ was wohl die Angst davor ist etwas in seinem Leben nicht selbst beeinflussen zu können. Diese Dokumentation zeigt schwerkranke Menschen, die es eben selbst beeinflussen wollen und das zu einem Zeitpunkt, an dem ihr Leben zwischen einer Weggabelung steht bei der auf beiden Wegen Schmerz und Leiden warten. Ich finde den Schritt dann sehr mutig und finde es gut, dass es Ärzte gibt, die das unterstützen, wenn es auch in Deutschland verboten ist. Ich selbst würde diesen Weg wählen glaube ich, wenn ich diese Krankheiten hätte.

Bilder © SWR