Operiert und verpfuscht – Wenn Schönheits-OPs korrigiert werden müssen | TV

Schlaglicht: Thema: Operiert und verpfuscht – Wenn Schönheits-OPs korrigiert werden müssen. Dienstag, 06. November 2012 im SWR.

Operiert und verpfuscht – Wenn Schönheits-OPs korrigiert werden müssen

Dirk T.s Bauch sieht aus, als hätte ein Metzger sich daran versucht: schiefe Brustwarzen, Wülste in Hüfthöhe. Wenn er in den Spiegel schaut, könnte er heulen, nichts stimmt mehr; die unschöne Folge einer missglückten Schönheitsoperation. Eigentlich sollten nur die überschüssigen Hautlappen wegoperiert werden, die übrig blieben, nachdem Dirk T. über 40 Kilo abgenommen hatte. Doch jetzt sieht sein Bauch viel schlimmer aus als vorher. Er beschließt: So kann es nicht bleiben.

Auch Eva-Maria H. ist ein Opfer von Schönheitschirurgen, und das gleich zweimal. Sie wollte nach der Schwangerschaft wieder einen straffen Busen – doch das Ergebnis der Operation ist alles andere als erfreulich: Heute hat sie Riesenbrüste, die immer noch hängen und außerdem heftig schmerzen. Sogar nachts muss sie ein Korsett tragen. Aber sie gibt nicht auf und träumt davon, wieder einmal „oben ohne“ am Strand liegen zu können, ohne sich schämen zu müssen.

Oder Nadine S.: Seit sie ihre Nasen-Scheidewand begradigen ließ und der Hals-Nasen-Ohren-Arzt auch gleich noch einen Höcker mit wegmachte, hat sie ein Loch im Nasenrücken, und das tut weh. Genau genommen ist ihr Nasenrücken zerstört. Jetzt will sie sich ein zweites Mal unters Messer legen. Diesmal aber bei einem Spezialisten.

Wer kann helfen, wenn so genannte Schönheitschirurgen Pfusch abgeliefert haben? Und: Wie kann die Qualität von ästhetisch-plastischen Operationen insgesamt verbessert werden? Diese Fragen beschäftigen den Chef der Plastischen Chirurgie am Stuttgarter Marienhospital, Prof. Wolfgang Gubisch. Der international renommierte „Nasenpapst“ Gubisch hat viele Fälle verpfuschter Schönheitsoperationen auf seinem Operationstisch. Die Hälfte seiner Patienten sind schon mindestens einmal voroperiert – mit oft unansehnlichem oder sogar gesundheitsschädlichem Ergebnis. „Es geht um sehr viel Geld, da trauen sich viele Chirurgen sehr viel zu“, sagt der Nasenspezialist Gubisch. Das Problem der ästhetischen Chirurgie sei: „Viele Kollegen haben einen Bauchladen im Angebot, die operieren an einem Tag eine Nase, vergrößern am nächsten Tag einen Hintern oder einen Busen und am übernächsten Tag saugen sie irgendwo Fett ab und gehen davon aus, dass sie alles gleich gut können.“ Doch das sei ein Trugschluss. Ästhetische Chirurgie verlange sehr viel Fachwissen über die einzelnen Eingriffe. Gubisch fordert deshalb in erster Linie, dass sich auch Schönheitsoperateure spezialisieren sollen. Deshalb hat er ein Netzwerk von Spezialisten gegründet. Gemeinsam mit zwei Kollegen – einem für Bauchstraffungen und einem, der sich auf Brüste spezialisiert hat – startet er eine Offensive und zeigt bei einem Ärzte-Kongress, wie man die schlimmsten Fehlgriffe korrigieren kann.

Fazit

Einerseits finde ich es sehr erschreckend, was Menschen bei Schönheits-OPs so passieren kann und wie verunstaltet man danach aussieht, doch andererseits kann ich kein Mitleid empfinden, denn das sind selbst gemachte Leiden. Viele denken sich ja „Mach ich es im Ausland, da ist es billiger“ und ehe man sich versieht, hat man einen noch schlimmeren Körper als vorher, darüber kann ich fast nur noch lachen, denn gerade wenn es um den eigenen Körper geht, sollte doch das Beste gerade gut genug sein. Diese Dokumentation zeigt solche Menschen, die das gedacht haben oder einfach nur Pech hatten. Keine der Beweggründe sich operieren zu lassen konnte ich nachvollziehen bzw. nur einen ein wenig. Dennoch war es hochinteressant zu erfahren, dass der gezeigte Schönheitschirurg größtenteils Opfer von misslungenen OPs operiert, jeder Zweite sei sozusagen deswegen bei ihm gab er an. Schau einfach mal rein, die Doku war sehr gut gemacht und ist absolut empfehlenswert.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bilder © SWR