Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann | Buch

Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann: Wir leben in einem Zeitalter des Pop, das völlig verrückt ist nach ständiger Erinnerung.

Wiedervereinigungen von Bands und endlose Reunion-Touren, umfangreiche Wiederveröffentlichungen von Klassikern

  • Broschiert: 424 Seiten
  • Verlag: Ventil; Auflage: 1 (Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3931555291 
GESAMTWERTUNG    83%

retromania

Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann

Wir leben in einem Zeitalter des Pop, das völlig verrückt ist nach ständiger Erinnerung: Wiedervereinigungen von Bands und endlose Reunion-Touren, umfangreiche Wiederveröffentlichungen von Klassikern, mit Outtakes vollgestopfte Box-Sets, Neuverfilmungen oder Fortsetzungen sattsam bekannter Filme, Nostalgie-Shows und Bildbände über drittklassige TV-Stars aus der Kindheit … Nur: Was wird passieren, wenn der Popindustrie die Vergangenheit ausgeht? Steuern wir auf eine Art kulturell-ökologische Katastrophe zu, wenn das Archiv restlos geplündert und der Strom der Popgeschichte endgültig versiegt ist?Simon Reynolds, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Musikjournalisten, behauptet, dass wir längst den kritischen Punkt überschritten haben. Auch wenn sich in früheren Dekaden obsessiv mit der Vorzeit auseinandergesetzt wurde, nie zuvor war eine Gesellschaft so besessen von den kulturellen Produkten ihrer unmittelbaren Vergangenheit. Retromania ist das erste Buch, das sich mit der Retro-Industrie beschäftigt und fragt, ob wir uns von den Versprechen des Pop – Originalität, Innovation und Subversion – einfach verabschieden müssen und wie die Zukunft einer Popkultur aussieht, die in einem Kreislauf aus Sampling, Wiederholung und Musealisierung gefangen zu sein scheint? Als Bonustrack der deutschen Ausgabe findet sich ein Essay von Simon Reynolds, der sich mit dem Mythos der künstlerischen Originalität vor dem Hintergrund der aktuellen Copyright-Debatten beschäftigt.

Fazit

Ich fand den Spruch schön „Wie viel gestern müssen wir eigentlich noch ertragen“ in einem Buch, das sich eigentlich nur über gestern dreht. In diesem Buch geht es überwiegend um Musik, um Popmusik. Dabei werden, ich würde schon fast sagen alle, Reunions und Covers aufgezählt und erklärt. Diese Erklärungen sind hier- und da ziemlich kritisch und teilweise auch hart. Ich fand es ziemlich lustig, wenn BestOf Alben und Touren als völlig überflüssig betitelt werden, die Wortwahl des Autors gefällt mir da am besten. Es gab einen Abschnitt, der hieß „Der Retro Virus“ den fand ich herrlich erfrischend geschrieben und vor allem auch wahr. Ich will da gar nicht zu viel vorwegnehmen, schließlich sollst Du das Buch ja auch noch lesen aber ich kann Dir sagen es ist klasse. Sehr spannend ist auch der Ausblick in die Zukunft, was erwartet uns? Wie geht die Retro Welle weiter? Der Autor weiß „Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war“ in diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen.

 © Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de