Menschen hautnah: Sektenkinder – Zum Dienen geboren | TV Tipp

Menschen hautnah: Sektenkinder – Zum Dienen geboren. Ein Film von Beate Greindl. WDR Fernsehen, 25.10.2012, 22.30 – 23.15 Uhr (Sendereihe).

WDR Fernsehen MENSCHEN HAUTNAH mittwochs um 22:30 Uhr Logo der Sendung

Menschen hautnah: Sektenkinder – Zum Dienen geboren

Ist es in Ordnung, wenn Eltern ihre Kinder nachts um vier zur Meditation wecken, auch wenn sie später in der Schule vor Müdigkeit einschlafen? Darf es sein, dass Kinder keinen Kontakt zu Gleichaltrigen haben, auch wenn sie sich nach Freunden sehnen? Dass sie in absoluter Armut leben müssen, weil die Eltern sich vom Materialismus lösen wollen? Bei der neuen Gruppe der „Weltdiener“ herrscht die Ansicht, Kinder seien „erwachsene Seelen“ in Kinderkörpern und bräuchten keine besondere Rücksicht. Deshalb ist es für die Sekte selbstverständlich, dass Kinder auf Spiel, Spaß und Süßigkeiten verzichten müssen, um ihre „Seele voranzubringen.“ Die Kinder haben keine Krankenversicherung, Arztbesuche sind tabu. Denn zum einen vertritt der Guru die These, Ärzte könnten die jahrelange Seelenarbeit zunichte machen. Zum anderen glauben er und seine Jünger, Krankheiten seien lediglich eine Form der „Reinigung“.  Eine Großmutter streitet vor Gericht gegen ihren Sohn und die Schwiegertochter, weil sie Angst vor den Folgen der „göttlichen Erziehung“ in der Gruppe hat. Bisher konnte sie kaum etwas für ihre Enkelkinder erreichen und wirft den Behörden Untätigkeit vor. Für diese aber steht offenbar der Elternwille im Vordergrund. Dabei hat es auch schon lebensgefährliche Situationen für Kinder gegeben, die früher bei den „Weltdienern“ leben mussten. Kilian war 12 Jahre, als er mit seinen Geschwistern in die Gruppe gebracht wurde. Er leidet an einer chronischen Krankheit und bekam, gemäß den Thesen des Gurus, keine Medikamente. Die Folge: Seine Lunge blähte sich auf, er magerte stark ab, war bei seiner Flucht aus der Sekte dem Hungertod nahe. Sein ehemaliger Lehrer macht sich jetzt Vorwürfe, nicht entschiedener protestiert zu haben. Ganz anders äußert sich das zuständige Jugendamt. Zu keinem Zeitpunkt habe es eine „Rechtfertigung für eingreifende Maßnahmen… gegeben.“

MENSCHEN-HAUTNAH Autorin Beate Greindl hat beeindruckende Szenen aus dem Leben der Sekte eingefangen. Es ist ihr gelungen, dem Guru und den überzeugten Eltern Aussagen über bisher wohl gehütete Ansichten zu entlocken. Nach Schätzungen gibt es in Deutschland etwa 200 000 Sektenkinder. Jugendämter tun sich schwer bei der Abwägung: Wann muss der Staat einschreiten, weil das Kindeswohl gefährdet ist?

WDR Fernsehen MENSCHEN HAUTNAH, "Sektenkinder - Zum Dienen geboren", Film von Beate Greindl, am Donnerstag (25.10.12) um 22:30 Uhr. Um vier Uhr morgens aufstehen zur 1. Meditation: Kinder sollen nicht spielen, sondern durch Dienen, Verzicht und Leid ihre Seele entwickeln.

Fazit

Ich bin wirklich erschrocken, was in Deutschland alles möglich ist, nachdem ich diese Dokumentation gesehen habe. Das es immer noch möglich ist, dass ein Guru auf eine Familie so einen Riesen Einfluss hat, dass diese gegen das Wohl der Kinder handeln. Des Weiteren frag ich mich, warum so ein Guru und seine Vereinigung denn so lächerliche gelbe Klamotten anhaben müssen? Spaß beiseite, hier in dieser Reportage vergleicht sich der Sektenführer mit Jesus, lässt Kinder wochenlang fasten, bis diese auf 30 Kg Gewicht runter sind, und bezeichnet das als gut. Da gällt mir echt kaum noch was ein, was für einen Scheiß man alles im Namen der Religion machen kann. Unglaublich aber wahr schaut Euch selbst einmal an.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
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