Das Wunder von Trani | TV Tipp

Das Wunder von Trani. Ein Film von Christian Gropper. Das Erste, 08.10.2012, 23.30 – 00.15 Uhr

ARD/WDR DAS WUNDER VON TRANI, Ein Film von Christian Gropper, am Montag (08.10.12) um 23:30 Uhr im ERSTEN. Heino Niehaus (M) mit seinem Sohn Holger und Luigi Di Filippo (r).

Das Wunder von Trani Inhalt

Am frühen Morgen des 18. September 1943 rückt eine Einheit Wehrmachtssoldaten in die kleine süditalienische Hafenstadt Trani ein. Ihr Befehl lautet: Die Gefangennahme von 50 männlichen Geiseln, deren Abtransport und anschließende Erschießung vor den Toren der Stadt. Eine Vergeltungsmaßnahme – wenige Tage zuvor sind in Trani fünf deutsche Soldaten aus dem Hinterhalt getötet worden. Nun sollen für jeden getöteten Deutschen zehn unschuldige italienische Männer sterben. Die Bewohner der noch schlafenden Kleinstadt sind in heller Aufruhr. Immer mehr Gefangene werden von schwer bewaffneten deutschen Soldaten in die Mitte des Marktplatz getrieben. Die Mütter und Ehefrauen der Geiseln sind hinterher gelaufen, jetzt stehen sie am Rande der Piazza, ringen die Hände und flehen um das Leben ihrer Angehörigen. Der Bürgermeister und der Erzbischof eilen herbei und reden verzweifelt auf den Offizier der deutschen Einheit ein. Sie bieten ihm ihr eigenes Leben im Austausch mit den Geiseln an. Doch alles Bitten hilft nicht. Der Offizier beruft sich auf seinen Befehl, den er nun mal auszuführen habe. Quälende Stunden vergehen. Am Nachmittag gibt der Offizier plötzlich die Anordnung zum Aufbruch. Die Soldaten packen ihre Maschinengewehrgeschütze zusammen, besteigen die Lastwagen und fahren davon. Ohne die Gefangenen. Man glaubt an ein Wunder und daran, dass der deutschen Offizier sich nun wohl für seine Befehlsverweigerung verantworten müsse. Wenige Tage später ziehen alliierte Truppen in der Stadt ein. Ohne weiteres Blutvergießen. Der Name und das wahre Schicksal des Deutschen Offiziers bleiben lange unbekannt.

Mehr als sechzig Jahre später packt ein alter Herr in Bremerhaven seinen Koffer: Heino Niehaus reist noch einmal nach Trani. Er ist der letzte noch lebende Soldat der deutschen Einheit, die damals zur Erschießung der Geiseln in Trani eingerückt war. Durch ihn kann die Geschichte des Wunders von Trani zu Ende erzählt werden. Und auch die Identität und der weitere Lebenslauf des Wehrmachtsoffiziers sind heute bekannt. Es war Oberleutnant Friedrich Kurtz, für den entgegen aller Befürchtungen der Leute in Trani der nicht ausgeführte Befehl ohne Konsequenzen geblieben war – ein Beispiel dafür, dass damals eine Befehlsverweigerung durchaus unbestraft bleiben konnte. In Trani trifft Heino Niehaus Luigi di Filippo, den letzten Überlebenden der Geiseln. Als gerade einmal 18-jährige Burschen standen beide damals einander gegenüber – der eine mit der Waffe, der andere voller Angst. Ein Tag, den beide ihr Leben lang nicht vergessen haben. Zwei alte Herren, die uns gemeinsam die Geschichte des Wunders von Trani erzählen.

ARD/WDR DAS WUNDER VON TRANI, Ein Film von Christian Gropper, am Montag (08.10.12) um 23:30 Uhr im ERSTEN. Alte Fotografien und Dokumente von Heino Niehaus.

Fazit

Ich war sehr beeindruckt von dieser Reportage, wie sich die Rentner begegnet sind, die vor so vielen Jahren zusammen ein Erlebnis hatten und die Chance bekommen das noch zu verarbeiten. Das muss ein großartiges Gefühl sein, so etwas dann noch erleben zu dürfen. Man sah den Protagonisten die Erleichterung und die Freude an. Geschichtlich natürlich auch sehr lehrreich, denke ich sollte man sich diese Reportage durchaus mal ansehen. Viel Spaß beim Gucken.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bilder © WDR/Gropperfilm GmbH