Christoph Maria Herbst liest: Er ist wieder da | CD Review

Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva, im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern.

66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet er in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere – im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und „Gefällt mir“-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy?

  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Audio)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785747411
GESAMTWERTUNG  96%

Christoph Maria Herbst - Er ist wieder da

Er ist wieder da Fazit

Das ist mit Abstand das lustigste Hörbuch was ich bisher gehört habe. In etwa 7 Stunden Unterhaltung, die ich mir „fast“ am Stück mit nur einer Unterbrechung reingezogen habe, weil man einfach nicht abschalten will. Ich bin auch überzeugt, dass durch die Stimme von Christoph Maria Herbst dieses Hörbuch besser ist als das Buch dazu, weil einfach der typische Hitler Slang das lustige ausmacht. Aber was passiert genau? Hitler wacht auf, findet sich in unserer Welt wieder und muss sich erst einmal an alles gewöhnen. Die Jugendlichen, die Fußball spielen, deren deutsche Mutter den Namen auf das Leibchen gedruckt hat und der Junge dann „Hitlerjunge Ronaldo“ gerufen wird sind mit das lustigste. Ich habe wirklich selten so gelacht. Gleichzeitig Ists auch etwas Kritik, Kritik an uns selbst und Kritik an unsere Gesellschaft.  Ich will Euch gar nicht den Verlauf der Geschichte verraten, das sollst Du Dir selbst anhören aber ich garantiere Dir, dass kein Auge trocken bleibt, vor Lachen. Viel Spaß beim Hören.

Über Christoph Maria Herbst

Christoph Maria Herbst, geboren 1966 in Wuppertal, verkörpert u. a. die Titelfigur in der Serie „Stromberg“, für die er den Deutschen Fernsehpreis, den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis und dreimal den Deutschen Comedypreis erhielt, spielte neben diversen Engagements am Theater und als Synchronsprecher („Willkommen bei den Sch’tis“, „Horton hört ein Hu“) in Kinoproduktionen wie „Der Wixxer“, „Hui Buh“, „Hände weg von Mississippi“ und hat als Hörbuchsprecher u.a. die Comedy-Bestseller von Tommy Jaud und Ralf Husmann eingelesen sowie Stefan Zweigs „Schachnovelle“ und Josh Bazells „Schneller als der Tod“. Zuletzt drehte C. M. Herbst, in der Titelrolle als Kommissar, den TV-Film „Kreutzer kommt“. Timur Vermes wurde 1967 als Sohn einer Deutschen und eines 1956 geflohenen Ungarn geboren, studierte in Erlangen Geschichte und Politik und wurde dann Journalist. Er schrieb für die „Abendzeitung“ und den Kölner „Express“ und arbeitete für mehrere Magazine. Seit 2007 veröffentlichte er als Ghostwriter vier Bücher, zwei weitere sind in Vorbereitung.

Hörprobe

 © Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de