Janina and the Deeds „Tu Dir was Gutes und lass Dich nicht unterkriegen“

Janina and the Deeds: Das Leben ist zu kurz um Zeit zu verschwenden. Und die wirklich wichtigen Dinge sind schnell gesagt. Mit ihrem Single-Debüt „Bye Bye Bye“, bekannt aus einenm Waschmittel-Werbespot, bewiesen Janina and the Deeds, dass die Qualitäten des 70ies Punk und des guten alten echten Pop noch immer Gültigkeit haben. 

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Tu Dir was Gutes und lass Dich nicht unterkriegen. So würde ich das für mich auch sehen: Wenn man mit sich selbst im Reinen ist und entspannt genießen kann. Das nennt man sicher auch Glück. Glück ist nicht schlecht

Janina and the Deeds

Janina, 2010 habt Ihr Euch gegründet, in welcher Form hast Du denn schon vorher Musik gemacht?

Ich habe schon früh mit der Musik angefangen. Klavierunterricht, Gitarre, klassischer Gesang. Bei meiner Gesangsausbildung war auch Jazz und Chanson mit dabei. Meine erste Schülerband hatte ich so mit 17. Da ging es schon sehr rockig und hart zu. Unser Drummer hat bei fast jeder Probe seine Becken und seine Sticks zerstört. Wir haben damals selber versucht, sinnvolle Texte auf englisch zu schreiben. Ich glaube, das ist uns nur irgendwie teilweise gelungen 🙂 Für ein Kleinkunstprogrammm in meiner Heimatstadt bin ich dann auch gerne parallel dazu mal ins Musikkabarett umgeswitched. Als ich nach Berlin gezogen bin, habe ich das weiter vertieft und mit dem Theaterspielen verbunden. Ich habe Musik schon immer in jeder Form geliebt und kann jedem Genre etwas abgewinnen. Das hängt wohl auch mit meiner Neugier zusammen. Dann habe ich als Studiosängerin gearbeitet und bin gleichzeitig mit einer neuen Band in Berlin und Umland aufgetreten. Die Musik war auf deutsch – mit viel Ironie und witzigen Texten. War auch eine schöne Erfahrung.

Janina and the Deeds

Und wann entstand die Liebe zur Musik und der Wunsch das als Beruf zu machen?

Ich bin in einer sehr musikalischen Familie aufgewachsen. Meine Eltern haben sich ebenfalls durch die Musik kennengelernt. Die haben mich dann zur musikalischen Früherziehung geschickt, was ich aber ziemlich cool fand. Mit der Zeit konnte ich für mich selber entscheiden, bei welchem Stil ich mich am wohlsten fühle. Ich habe ja eigentlich nach dem Abitur auf Magister studiert und überlegt, in den Medien zu arbeiten. Da ich aber doch irgendwie immer eine getriebene Seele war, hab ich dann gleichzeitig mit der Gesangs- und Schauspielausbildung angefangen. So konnte ich mir bald nebenbei ein bisschen Geld verdienen mit verschiedenen Bühnen- und Sprecherprojekten. Nach dem Studium habe ich dann doch ein Volontariat beim Radio durchgezogen. In der Zeit lagen meine Berliner Band und andere Dinge fast auf Eis, was mir sehr gefehlt hat. Währenddessen kam dann die Anfrage von Ariel. Vielleicht war das eine Art Zeichen für mich. Die Musik hat mich immer wieder eingeholt.

Janina and the Deeds

In den USA ward ihr ja im letzten Jahr sehr erfolgreich, vor 10.000 Menschen gespielt, im Radio. Wie unterscheiden sich die USA von Deutschland in der Musik Deiner Meinung nach?

Als wir zum ersten Mal da drüben gespielt haben fiel mir gleich auf, dass eine große Offenheit gegenüber jeder Art von Musik besteht. Konzerte sind in den Staaten oft absolute Family-Events mit Picknickdecke und Campingstuhl. Ob Hard Rock oder RnB: da kommen Oma, Opa und Enkel mit den Freunden zusammen. Unter den Musikern haben wir eine ähnliche Erfahrung gemacht. Als die gemerkt haben, da kommt was rüber, waren sie sehr hilfsbereit und offen für gemeinsame Projekte. Ansonsten gibt es auch einen Haufen Radiostationen, die sich sehr von anderen unterscheiden. Das ist lustig beim Autofahren. Man kommt so schnell nicht wieder vorne an. Da gibts dann z.B. erstmal den 50ies, dann den 60ies, den 70ies, 80ies- Sender usw. Dann einen Sender nur mit Elvis Presley oder Metal gemischt mit Country. Ich sag mal, es ist nicht so der übliche Einheitsbrei, den Viele hier bei uns beklagen.

„The Crown Of Life“ heißt Eure aktuelle Single, die ich persönlich sehr geil fand. Was ist für Dich die Krone des Lebens?

Die Krone des Lebens ist ja in dem Song eher zweideutig angelegt. Jemand versucht, sich in Deinem Leben als Manipulierer einzuschleichen, sich als Herr auszugeben und über Dein Hirn zu bestimmen. Im anderen Fall ist es aber okay, wenn Du Dir selber mal sagst: Heute bin ich mal König. Ob Zuhause, in der Küche, bei der Arbeit oder beim Feiern. Tu Dir was Gutes und lass Dich nicht unterkriegen. So würde ich das für mich auch sehen: Wenn man mit sich selbst im Reinen ist und entspannt genießen kann. Das nennt man sicher auch Glück. Glück ist nicht schlecht 🙂

Janina and the Deeds

Jetzt erstmal Konzerte spielen, auf Tour und dann ein neues Album? Oder wie ists weiter bei Euch geplant?

Genau. Am 26.10. spielen wir den Support für Bob Geldof in Rosenheim. Danach produzieren wir unser Album zu Ende. So dass wir dann mit den neuen Songs auf Tour gehen können.

Nicht nur sauber sondern rein, wäscht Du eigentlich jetzt mit Ariel, sind die ja eigentlich für Euren Erfolg verantwortlich oder?

Mhhh…sagen wir mal so, ich nehme immer gern ein Waschmittel, das gut riecht. Ariel hat da natürlich auch eine gute Duftnote…

Spaß beiseite, mich würde interessieren wie das genau funktioniert. Kommt da eine Firma bei Euch an und sagt „Wir finden Euren Song gut…“ oder bietet man sich selbst an? Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Ariel?

Ariel hat für den Spot „Shake it“ einen neuen Song gesucht. Er sollte dazu passen, dass die Leute sich den Dreck quasi direkt von den Klamotten schütteln können. Unser Produzent und Gitarrist Robert Papst hatte zusammen mit Christian Birawsky von der Band Bauchklang die erste Idee dazu. Sie haben mich dazugeholt und wir haben den Song dann vervollständigt. Das ging dann alles relativ schnell. Bye Bye Bye passte zu dem Spot und wir haben uns gefreut 🙂

Janina and the Deeds

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Schön, dass es noch Leser und Musikinteressierte wie Euch gibt!

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Miss Piggy

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bilder © Heike Rössing