Hera Lind „Ich schreibe wie mein Herz es empfindet“

Hera Lind: Die Tochter eines Arztes und einer Musikpädagogin wurde in Bielefeld geboren. Nach dem Abitur studierte Hera Lind in Köln Germanistik und Theologie, wo sie 1981 ihr Staatsexamen absolvierte.

Unterstütze diesen Interviewpartner:
Klicke auf den Artikel und besuche die Links

Das Schreiben ist meine Hauptberufung und mein Hauptberuf. Es macht mir unglaublich viel Freude, ganz und gar in meine Geschichten einzutauchen und mit meinen Heldinnen mitzufiebern, zu lachen, zu leiden und am Ende den richtigen Weg zu finden.

Hera Lind

Hera, ich finde Deinen Start der Karriere wirklich sehr interessant. Du wolltest zunächst Lehrerin werden, es hat Dich dann aber doch in das Showgeschäft verschlagen sozusagen. Denkst Du manchmal darüber nach wie das alles wohl verlaufen wäre, wärst Du Lehrerin geworden?

Ja, oft. Denn ein Teil meiner Verwandtschaft und meiner engsten Freunde sind Lehrer. Ich weiß nicht ob ich es geschafft hätte immer die Nerven zu behalten. Andererseits habe ich ein ziemliches Unterhaltungspotential – vielleicht wäre ich eine prima Erzähl-Tante für die Pausen geworden?

Bevor es aber ins Fernsehen ging hast Du schon sehr erfolgreich Romane geschrieben. Insgesamt habe ich gelesen über 12 Millionen verkaufte Exemplare. Was bedeutet das Schreiben für Dich?

Das Schreiben ist meine Hauptberufung und mein Hauptberuf. Es macht mir unglaublich viel Freude, ganz und gar in meine Geschichten einzutauchen und mit meinen Heldinnen mitzufiebern, zu lachen, zu leiden und am Ende den richtigen Weg zu finden.

Deine Romane sind ja oft autobiografisch geprägt. Ist das auch bei „Männer sind wie Schuhe“ deinem neuen Roman der Fall?

Bei „Männer sind wie Schuhe“ gibt es natürlich ein paar Parallelen zu mir; die chaotische Lotta, die dreifache Mutter ist und eine Musikschule leitet, ist mir wahrscheinlich ähnlicher als die verwöhnte Anita, die sich ausschließlich über den Wohlstand ihres Mannes definiert. Dass eine Frau auch in der Mitte des Lebens noch den Mann ihres Lebens finden kann wenn sie nur den Mut hat auf ihr Herz zu hören, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Erzähl gerne mal worum es in diesem Roman geht.

Seitensprung, Kleinstadtskandal, Karriereknick, Einmischung von gelangweilten Nachbarn, Scheidung, eine Lawine, die über alle Beteiligten rollt, Zufälle, Intrigen, Feigheit, Selbstzweifel, Schuldgefühle, Mut, und am Ende das große Glück.

Denkst Du, dass eine Situation wie sie Lotta passiert bei Frauen allgemein oft vorkommt?

Das kann ich nicht beurteilen! Tatsache ist, dass Seitensprünge passieren können, wenn Beziehungen nicht mehr in Ordnung sind, und dass sie entweder dazu führen dass man die Beziehung neu überdenkt oder sie beendet. Jede zweite Ehe wird geschieden. Wenn eine Ehe „nur der Kinder wegen“ aufrecht erhalten wird ist es so als würde man eine Krankheit zwar kennen aber nicht zum Arzt gehen. Das kann nur schief gehen. Am Besten ist meiner Meinung nach immer das offene ehrliche Gespräch, und wenn nichts mehr geht, der Mut seinen eigenen Weg zu gehen.

Lind; Männer sind wie Schuhe

Man merkt wie sehr Dir Deine Charaktere am Herzen liegen, alleine schon wegen dem „12 Jahre später“ bei der Du kein Schicksal offen lässt. Wie ist das beim schreiben von einem Buch, Nach welchem Muster entwickelst Du Deine Protagonisten?

Da gibt es kein Muster. Ich schreibe wie mein Herz es empfindet. Oft entwickeln sich die Charaktere erst während des Schreibens. Ich sehe sie vor mir, höre sie sprechen, ja manche rieche ich sogar. Natürlich bin ich immer ganz nah bei meiner Heldin und wünsche ihr ein Happy End. Meine Leserinnen sollen sich genauso mit ihr identifizieren können und sie ins Herz schließen wie ich selbst. Ja und das „12 Jahre später“ in „Männer sind wie Schuhe“ war einfach das i Tüpfelchen, der Nachtisch, die Sahne obendrauf. Alle sind glücklich geworden!

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Am 10. Dezember erscheint mein neuer Tatsachenroman „Gefangen in Afrika.“ Zur Zeit arbeite ich mit großem Engagement und Spaß an meinem nächsten Sommerroman „Verwechseljahre“, in dem es um drei Frauen geht die auf sehr unterschiedliche aber dennoch urkomische Weise mit dem Älterwerden umgehen.

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Bleibt mir treu, Ihr Lieben, und gönnt euch in traurigen Stunden einen Hera Lind-Roman! Dann lacht ihr wieder!

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Da bin ich ganz unvoreingenommen. Alle rein, die unbewaffnet sind!

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bild © Regina Hügli