Claudia Kohde-Kilsch „Tennis war ein wichtiger Teil meines Lebens“

Claudia Kohde-Kilsch sagt über sich selbst: 1987 war eines meiner schönsten Jahre: Mit dem Wimbledonsieg im Doppel wurde mein größter Kindheitstraum wahr. Tennis bestimmte in dieser Zeit mein Leben und wurde ein großer Teil von mir. 

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Ich habe mit etwa 5 Jahren angefangen mit dem Tennis. Meine Mutter hat mich dazu gebracht, sie ist bis heute begeisterte Spielerin und hat damals im Ruder-Club Saar (hat auch eine große Tennisabteilung) in der Regionalliga gespielt. Wir haben damals jeden Sommer im Tennisclub verbracht, so kam es dass ich dann auch mit dem Tennis begann und mein erstes Turnier spielte, als ich 7 Jahre alt war. Als ich 9 Jahre war, wurde ich vom DTB gesichtet und zu Lehrgängen nach Hannover mit dem damaligen Bundestrainer eingeladen.

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Tennis war ja Dein erstes Leben sozusagen. 1980 hast Du mit 17 Deine erste Profisaison gespielt. Wann hast Du gemerkt das Du ein besonderes Talent für diesen Sport hast und wann hast Du angefangen Tennis zu spielen?

Ich habe mit etwa 5 Jahren angefangen mit dem Tennis. Meine Mutter hat mich dazu gebracht, sie ist bis heute begeisterte Spielerin und hat damals im Ruder-Club Saar (hat auch eine große Tennisabteilung) in der Regionalliga gespielt. Wir haben damals jeden Sommer im Tennisclub verbracht, so kam es dass ich dann auch mit dem Tennis begann und mein erstes Turnier spielte, als ich 7 Jahre alt war. Als ich 9 Jahre war, wurde ich vom DTB gesichtet und zu Lehrgängen nach Hannover mit dem damaligen Bundestrainer eingeladen. Da merkte ich dass ich Talent habe. Mit 12 war ich dann erstmalig Deutsche Jugendmeisterin und mit 13 Jugend-Europameisterin. Mit 15 (ich wurde schon im Alter von 5 Jahren eingeschult), nach Abschluss der mittleren Reife auf dem humanistischen Ludwigsgymnasium Saarbrücken, habe ich mich dann entschlossen, den Schritt ins Profitum zu wagen. Anfang 1980, bei meinem ersten Profijahr, war ich gerade erst 16 geworden (ich habe erst im Dezember Geburtstag).

Wenn man heute von großen deutschen Tennisspielerin redet, dann fallen meistens die Namen Graf und Huber. Hat Dich das eigentlich gestört sozusagen in dem Schatten zu stehen obwohl Du gerade auch im Doppel wesentlich erfolgreicher warst?

Zunächst einmal: ich kann mich nicht erinnern, jemals im Schatten von Anke Huber gestanden zu haben. Anke kam eine Generation nach mir und wir waren in etwa ähnlich erfolgreich im Einzel, im Doppel war ich erfolgreicher. Als Hochleistungssportler hat man allerdings sowieso die Einstellung, sich auf seine eigene Bestleistung und sich selbst zu konzentrieren. Egal, was andere machen. Wenn man am Ende einer Karriere von sich sagen kann, man hat das Beste aus sich herausgeholt, dann ist man mit sich zufrieden. Ich denke, da kann ich für alle Sportler sprechen. Neidisch oder missgünstig auf eine Kollegin oder einen Kollegen zu sein oder sich gar daran zu stören dass jemand besser ist, ist uns Sportlern absolut fremd. Zumindest ist dies meine Einstellung. Steffi Graf war eine außergewöhnlich erfolgreiche Spielerin, die Beste der Welt, und das über so viele Jahre. Ich habe sie auf Grund ihrer Erfolge immer sehr bewundert. Eine solche Spielerin werden wir in Deutschland wahrscheinlich nie wieder haben. Ich war Nummer vier der Welt und das fünf Jahre lang. Daher bin ich mit meiner Tenniskarriere und mit dem was ich erreicht habe, absolut zufrieden, und ich bin stolz darauf, ein Teil deutscher Tennisgeschichte zu sein.

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Vermisst Du die aktive Tennis-Zeit eigentlich heute, fast ja schon 20 Jahre nach Deinem Rücktritt?

Ich vermisse die Zeit heute nicht mehr. Tennis war ein großer, wichtiger Teil meines Lebens, aber ich führe inzwischen ein völlig anderes Leben, mit Familie und Beruf, da ist die Leistungssportzeit in weite Ferne gerückt. Fast fühlt es sich so an, als würde ich ein zweites Leben führen. Aber die Erinnerungen an damals bleiben natürlich fest verankert. Es war eine tolle Zeit, umso schöner war es natürlich für mich, dass ich so erfolgreich war. Sonst wäre ich wahrscheinlich auch kaum 15 Jahre lang Profi gewesen.

Welche Rolle spielt Tennis denn heute noch für Dich? Spielst Du noch ab und an?

Ich interessiere mich natürlich noch für „meinen“ Sport. Ab und an besuche ich noch Turniere, so wie in diesem Jahr den Fed-Cup, Paris und Wimbledon. Auf Anfrage veranstalte ich Tennis-Camp Trainingstage mit Clubspielern, Mannschaften usw. Ich besitze auch die A-Trainer Lizenz des Deutschen Tennis Bundes. Ansonsten spiele ich „freiwillig“ gar nicht mehr, nach zwei Schulter-OPs bin ich froh, wenn ich den Arm nicht mehr heben muss… 😉

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2011 hat man ja einige nicht so schöne Nachrichten über Dich gelesen, Stichwort Privatinsolvenz. Mich würde interessieren wie Du damit umgehst, wie der Fehler andere auf Dich wirkt? Ist sicher trotzdem nicht so angenehm oder?

Es ist richtig, dass ich mich bis zum Frühjahr dieses Jahres in Regelinsolvenz befand (nicht Privatinsolvenz). Dem ging ein fünf-jähriges Gerichtverfahren mit meinem Vater vorweg. Das Insolvenz-Verfahren ist seit einem halben Jahr aber aufgehoben und für mich ist das alles daher nun abgeschlossen und Vergangenheit. Meinem Vater, der inzwischen verstorben ist, habe ich verziehen und ich habe meinen Seelenfrieden wieder gefunden. Natürlich war diese Zeit nicht angenehm. Ich habe aber als Sportler gelernt zu kämpfen, durchzuhalten, nicht aufzugeben und im Leben immer nach vorne zu blicken.

Viele Sportler arbeiten ja nach ihrer aktiven Karriere in irgendeiner Form weiter in dem Beruf, Du bist da etwas anders. Erzähl mal wie es zu deinem politischen Engagement kam.

Ich war schon immer politisch interessiert, hatte aber nicht die Möglichkeit während meiner Karriere mich in der Hinsicht mehr einzubringen. Mit Oskar Lafontaine bin ich seit etwa 30 Jahren befreundet. Ich habe ihn im März 2012 bei den Landtagswahlen im Saarland im Wahlkampf unterstützt. Ab Mai 2012 habe ich dann den Posten der Pressereferentin bei der Linksfraktion im Landtag des Saarlandes übernommen. Als Diplom-Journalistin habe ich sehr gute Voraussetzungen dafür und ich fühle mich in diesem Job sehr wohl.

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Das ist dann auch die Richtung in die es in Zukunft weiter gehen soll?

Ich kann mir gut vorstellen in diese Richtung weiterzugehen. Zwar muss ich mich als Sportlerin an das Haifischbecken Politik erst noch gewöhnen, aber ich denke das ist machbar. Politik ist sehr spannend, interessant und vielfältig.

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Während der laufenden Legislaturperiode, also die nächsten fünf Jahre, werde ich im Saarländischen Landtag beschäftigt sein. Des Weiteren habe ich einen 12-jährigen Sohn, um den ich mich zusammen mit meinem Ex-Mann kümmere. Außerdem werde ich meinen Charity-Aktivitäten treu bleiben. Ich bin u.a. Schirmherrin bei „Menschen für Kinder“ – für krebs- und leukämiekranke Kinder und mit viel Herzblut bei der Sache.

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Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ich wünsche allen Lesern Glück, Zufriedenheit und Gesundheit.

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen? 

Mit David Hasselhoff…omg… ;-0

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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