Interview mit der Schauspielerin Ulrike Röseberg „Ich hatte große Angst vor der Sterbeszene“

 

Ulrike Röseberg ist eine deutsche Theater- und Fernsehschauspielerin. Bekanntheit erlangte sie durch die Serie Alles was zählt, in der Sie von 2006 bis 2012 mitwirkte.

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Foto © Jan Niklas Berg

6 Jahre lang standest du für „Alles was zählt“ vor der Kamera. Warum steigst du jetzt aus?

Die Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen. Diese sechs Jahre waren für mich eine extrem wichtige Zeit, in der ich sehr viel gelernt habe. Dennoch war der Wunsch nach Veränderung, nach neuen Aufgaben und Herausforderungen und natürlich v.a. nach neuen Rollen so stark, dass ich mich entschlossen habe, den sicheren Hafen zu verlassen.

 

Wie ist es, wenn man einen Serientod stirbt? Ist das nicht ein komisches Gefühl?

Das ist es definitiv! Ich hatte große Angst vor der Sterbeszene, wollte, dass Annette und Ingo einen würdigen Abschied bekommen und habe mich als Schauspielerin stark unter Druck gesetzt. Sowohl für André als auch für mich war das ein sehr besonderer Tag, dieser letzte Außendreh. In dieser Abschiedsszene durchmischt sich privates und berufliches mehr als sonst, auch ich habe die Rolle sehr geliebt, konnte André nicht weinen sehen, musste mich von der Rolle und von ihm verabschieden, gleichzeitig stark genug sein, Annette noch zu spielen, die ihrem Mann mit auf den Weg gibt, er müsse der sein, der immer da ist…Ich glaube fast, Annette und Ulli ist es gleich schwer gefallen loszulassen.

 

Gibt es Momente, an die du dich besonders gern zurück erinnerst?

Da gibt es so viele! Sowohl Momente vor, als auch hinter der Kamera. Wir hatten am Anfang das Glück, ein starkes Ensemble zu sein, das sich gegen eine schlechte Quote mit viel Teamgeist und großer Lust in der Arbeit gemeinsam gestemmt hat. Ich habe von vielen Kollegen unglaublich viel gelernt in dieser Zeit. Das allerschönste ist für mich, dass so viele Freundschaften entstanden sind und vielleicht macht das ja zum Teil auch ein bisschen den Zauber für den Zuschauer aus. Ich glaube, man konnte spüren, dass die Paarungen Ingo/Annette, Roman/Annette und Lena/Annette etwas wahrhaftiges transportiert haben, weil die Chemie eben mehr als nur gepasst hat.

 

Gibt es auch Momente die Du nicht vermissen wirst?

Natürlich. Morgens um drei in der Maske zu sitzen um eine Eismeisterschaft zu drehen, in der man die Aufgabe hat mit dem Stofftier „Eisi“ zweimal von der Tribüne zu winken – das ist nicht der Traumjob…:) Die vor Kälte durchgebibberten Szenen am Imbiss im Februar, wenn wir schon Frühling erzählt haben und ich deshalb freizügig ausgeschnittene Oberteile tragen musste – auch die vermisse ich nicht..

 

War es schon immer dein Traum, Schauspielerin zu werden? Und was hat dich dazu bewegt?

Ich wollte mit 4 Jahren Eisverkäuferin werden, mit 8 Ärztin oder Kosmonaut – mir ist der Wunsch also nicht in die Wiege gelegt worden. Mit 15 hab ich angefangen Theater zu spielen, seit dem war klar, dass das eine Möglichkeit wäre. Was mich dazu bewegt hat ist sicher zum einen eine Spiellust, die einfach da ist, die ich nicht erklären kann. Als Kind wollte ich schon immer Teil einer Geschichte sein, ich hab mir in der Phantasie bestimmte Figuren aus Märchen, Filmen oder Serien in mein Leben geholt. In meiner Vorstellung haben die mir dann Nachhilfeunterricht im mir verhassten Mathe gegeben. Mit 18/19 wusste ich dann aber auch, dass ich einen Beruf ausüben wollte, der etwas mit Menschen und der Fülle an Möglichkeiten von Leben zu tun hat.

 

Wofür nimmst du dir jetzt besonders viel Zeit?

Für lesen, Ausstellungen, Berlin erkunden, gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie nachholen, für das Zusammenleben mit meiner Freundin, unseren Hund und für´s wieder träumen!

 

Wie sieht deine Zukunft aus? Hast du schon konkrete Pläne oder vielleicht sogar schon ein neues Angebot?

Du kannst in diesem Beruf so viele Pläne machen, wie Du möchtest – meistens kommt es dann doch anders. Der Wunsch nach neuen Rollen ist da – sowohl beim Theater als auch beim Film/Fernsehen. Insofern bin ich gespannt und offen für alles, was kommen mag!

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen? 

Ich bin ein Ossi und hab viel Zeit als Kind an FKK-Stränden verbracht. Ich denke aslo, ich könnte mit den meisten Menschen in einer Sauna umgehen, solange ich nicht von einem Fan gefragt werde, ob ich ein Autogramm dabei habe. 

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de