Interview mit dem Autorenduo Henning von Melle und Volkmar Joswig „Natürlich wollten wir den Bremern ihr eigenes Buch schenken“

 

Henning von Melle und Volkmar Joswig sind Bremer Krimiautoren.

Liebe LeserInnen,

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

Henning und Volkmar, Sie beide sind ja beruflich recht vielseitig. Bleibt da noch Zeit für Privates?

Henning: Für mich ist Schreiben Freizeit und Erholung, ich muss einfach. Es ist auch mein größtes Hobby. Ich kann mich ausleben, in andere Welten eintauchen, darf anderen Menschen Entspannung und auch Lächeln und Frohsinn schenken. Es ist ein wunderschönes Gefühl, andere Menschen ein Buch lang oder bei Auftritten zwei Stunden lang aus ihrem Alltag zu holen. Und: Applaus ist der schönste Lohn, den man sich denken kann. Aber natürlich gibt es noch ein Privatleben, ein schönes Leben mit einer tollen Frau (seit 24 Jahren). Privatleben motiviert aber auch das Künstlerleben. Wenn ich nicht zu Hause bin, brauche ich auch nicht eine Maschine Buntes zu machen oder durchzufeudeln.

Volkmar: Ich habe das große Glück, mein Hobby „das Schreiben“ zum Beruf gemacht zu haben, und ich empfinde diesen nicht als „Last“.Jedoch für die schönen Stunden zwischendurch habe ich mir mit meiner Frau in der friesischen Karibik eine wunderbare Lebensoase geschaffen.

 

Volkmar, Sie sind in Bremen geboren, leben jetzt aber in Syke. Warum leben Sie nicht in Bremen? Sind Sie kein Stadtmensch?

Volkmar Syke war vor vielen Jahren ein Lebensmittelpunkt von mir. Dort hatte ich ein schmuckes Haus, was mittlerweile verkauft ist und ich lebe mittlerweile seit vielen Jahren wieder in Bremen. Ich liebe diese Stadt mit ihrer kulturellen Vielfalt und dem weltweit sympathischsten deutschen  Fussballverein SV Werder Bremen.

 

Henning, Sie sind ja anscheinend ein sehr humorvoller Mensch, Ihre Internetpräsenz ist gespickt von Witzen und lustigen Texten. Sie sind Wirtschaftsautor und haben unter anderem den Bremen-Krimi „Stahlhart“ geschrieben. Wie passen diese ernsteren Sachen und der Humor zusammen?

Henning: Ich habe ja auch noch lustige Gedichte, Weihnachtsgeschichten, eine Satire etc geschrieben. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich glaube, ich bin ein vielseitiger Mensch mit vielen Interessen. Aber Grundlage ist Zufriedenheit, die schafft offene Augen. Ich habe eine tolle Frau, einen Beruf, der mich glücklich macht, eine verschmuste Katze, die mich manchmal beißt. Daraus zieht man Kraft (nicht aus den Bissen, die tun weh). Menschen ohne Humor sind ganz arme Menschen. Zudem lässt sich über Humor viel mehr transportieren, als mit erhobenem Zeigefinger. Leider sind einige wichtige Menschen aus meiner Branche humortot, z. B. Lektoren, Kritiker, Fernsehverantwortliche. Aber gerade die arbeiten in dem Bereich.

 

Seit 2007 treten Sie beide als „Duo-9“ auf, ein Bremer Satire Kabarett. Wie sind Sie auf den Namen gekommen?

Henning: Wir haben 9 interne Grundprinzipien, nach denen wir zusammenarbeiten.

 

Denken Sie, dass ihre Hauptleserschaft auch aus Bremen kommt oder ist der Krimi auch für nicht Bremer interessant und gedacht?

Henning: Natürlich wollten wir den Bremern ihr eigenes Buch schenken, in dem sie immer wieder blättern können. Aber „Stahlhart“ ist für jeden im deutschsprachigen Raum interessant. Das liegt womöglich an der Story, die sich an anderen Orten nicht ändert. Irgendwo muss ein Krimi spielen, in diesem Fall in Bremen. Außerdem gibt es viele  Menschen, die einmal in Bremen gelebt haben oder die Bremen besucht haben und sich gerne erinnern. Für alle anderen ist „Stahlhart“ wie ein Tatort, wobei die genannten Schauplätze halt in Bremen statt in Berlin liegen.

 

Wie ist das gemeinsame Arbeiten an einem Buch eigentlich? Ist das nicht manchmal auch sehr stressig, wenn man verschiedener Meinung ist?

Henning: In den Medien wie Presse oder Fernsehen (Radio Bremen TV/Mediathek) war schon die Rede, dass wir unter russischer Folkloresuppe (Wodka) arbeiten. Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist einem egal, wer gegenüber sitzt. Ich habe allerdings einen Partner, mit dem ich mich wunderbar ergänze. Wir haben Spaß an der Arbeit, sind kreativ, befruchten uns gegenseitig (Ferkel) und arbeiten effektiv. Jeder bringt sich ein und macht seinen Part und glücklicher Weise ist jeweils der andere damit zufrieden. Außerdem ist unsere Schreibe ähnlich. Wir sind sehr selten gegenteiliger Ansicht und dann zählen Argumente. En Detail geht die Arbeit so vor sich, dass jeder einen bestimmten Part schreiben möchte oder soll und der wird in den bisherigen eingepasst. Wir sind übrigens die Erfinder des Literatainment. Weg von Lesungen von Seite 1 bis 75 für Freaks, wir wollen eine größere Gruppe Menschen für Lesungen interessieren, die 2 Stunden unterhalten werden (Lesung, Musik, Humor).

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Henning: Wir haben noch reichlich Stoff in der Pipeline, nicht nur Krimis. Das nächste Buch wird wahrscheinlich ein Fantasy-Abenteuer, in dem der Sphinx von Gizeh zum Leben erwacht. Dann gibt es den Nachfolger zu „Stahlhart“, der schon zu zwei Dritteln fertig ist und weitere Bücher sind in unterschiedlichen Stadien. Dazu wird es weiter Auftritte geben. Im September gibt es zudem eine Charity-Veranstaltung in Weyhe. Unsere Fans dürfen erwarten, uns noch lange begleiten zu können. Und die, die noch keine Nähe zu uns hatten, sollten sich überlegen, ob es sich nicht lohne mal zu schauen, wie wir so sind. Ein Buch kann jeder Dödel schreiben, wichtig ist ausreichend Phantasie für viele, viele Dinge, wobei unterschiedliche Facetten sichtbar werden sollten und nicht ein Erfolg bis zum Erbrechen abgedudelt wird. Ich/Wir haben diese Phantasie, sonst müssten wir uns um Jobs an einer Aldikasse bewerben.

 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Nimm das Leben so wie es kommt und sei zufrieden damit. Es geht dir immer besser, als vielen anderen Menschen, nur kannst du es nicht sehen. Die Zukunft ist wichtig, daran kannst du arbeiten. Das Zurückliegende ist geschehen und erledigt. Es kommt nicht noch mal zurück, um verbessert zu werden. Vielleicht war es sogar optimal.

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen? 

Es gibt etliche Personen, mit denen ich nicht in der Sauna sitzen möchte, z. B. Personen ab 130 KG. Da haben selbst die Männer mehr Busen als meine Frau. Aber richtig unangenehm wäre eine gemeinsame Sitzung mit J. Ackermann (Deutsche Bank). Ich fürchtete die Frage ob ich nicht erstmalig seit dem 20 jährigen Bestehen meines Kontos Geld einzahlen möchte, statt nur ständig abzuheben. 

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de

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