Album: Keane – Strangeland

 

Die Rezensionen hier auf nachgebloggt.de sind natürlich nur eine Meinung von mir.
Geschmäcker sind verschieden, bitte beachte das. 

Keane – Strangeland

  • Audio CD (4. Mai 2012)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Island (Universal)
 
GESAMTWERTUNG  90%

 

Seit 2004 zählen Keane zu den größten und einflussreichsten Bands aus UK. Auch in Deutschland gingen ihre letzten beiden Alben geradewegs in die Top-10. Inzwischen um ein weiteres offizielles Mitglied erweitert, meldet sich die Band aus East Sussex dieses Jahr mit dem vierten Studioalbum Strangeland zurück. Keane eröffnen das neue Kapitel mit der einerseits an den Sound des legendären Debütalbums Hopes & Fears erinnernden, aber gleichzeitig nach Aufbruch klingenden Single „Disconnected“ die am 20. April veröffentlicht wird. Grundsätzlich kehren Keane mit Strangeland bewußt zurück zu ihren Wurzeln. Bezüge zu ihrer Heimatstadt Battle und verschiedenen die Band prägenden Ecken in ihrer Heimatregion East Sussex ziehen sich nicht von ungefähr quer durch das neue Projekt, weswegen laut eigener Aussage das „persönlichste Album“ ihrer Karriere entstanden ist. Als Produzent war Dan Grech (Radiohead, The Vaccines, Howling Bells, Lana Del Rey) am Werk.

NACHGEBLOGGT.de sagt: Es gibt Bands, die werden jahrzehntelang an ihrem ersten Album gemessen, und schaffen es in den Augen der Kritiker nicht, jemals wieder daran anzuschließen. So eine Band ist Keane.

 Die englischen Keane, bestehend aus dem Leadsänger Tom Chaplin, Tim Rice-Oxley am Klavier, Richard David Hughes am Schlagzeug (und seit 2011 Jesse Joseph Quin  am Bass), lieferten mit ihrer Platte „Hopes and Fears“ ein vielbeachtetes Werk. „Somewhere Only We Know“ und „Everybody’s Changing“ sind bei Sing-Star Fans schon zu Hymnen geworden, die mit dem größten Eifer geschmettert werden, genauso natürlich beim Karaoke – in keinem Irish Pub fehlen diese zwei Lieder. Natürlich warten alle auf noch mehr „Evergreens“ (die sie jetzt schon sind) dieser Sorte, doch kann diese neue Platte „Strangeland“ nicht damit aufwarten. Doch das stört nicht, denn Tom Chaplin mit seiner herausragenden Stimme schafft es erneut, uns vom ersten Lied an einzulullen. Von Dahinplätschern des Albums kann keine Rede sein, selten hört man eine Platte von Anfang bis Ende, ohne sich zu langweilen, aber Keane schafft es, mit Strangeland eine Symphonie zu kreieren, die von Anfang bis Ende harmonisch und stimmig erscheint. Wir schweben eine gute Dreiviertelstunde über Bergseen und schöne Wälder, treiben dahin wie auf Wolken und möchten, dass diese Reise noch ein bisschen länger andauert – aber darauf werden wir vielleicht wieder vier Jahre warten müssen.

 „I feel like I just don’t know you anymore, I’ve been wrong and I’ve been there too many times, We walk in circles, The blind leading the blind, We’ve been disconnected somehow“ heißt es in der gut gewählten Single-Auskopplung „Disconnected“. Wer kennt dieses Gefühl nicht? Diese Melancholie, die aber nicht ins Depressive rutscht, sondern in der immer die Hoffnung innewohnt, dass bald alles besser wird, das ist das Sinnbild Keanes. Das ist der Ton, den wir von ihnen gewohnt sind und den keine andere Band auf diese Weise trifft. Dies wird dann in „In Your Own Time“ aufgenommen: „Things are going to change, you know, The battles you have fought won’t go to waste, you know , Things are going to change, It just takes time“. Das meint eben diese Symphonie, alles erscheint komponiert zu sein, die Texte, die Töne, die Stimmungen. Beim Titel „On the Road“ wird es dann überraschend lebensbejahend, man sieht einen schönen Regenbogen vor sich, und man beginnt fast automatisch mitzusingen. Na gut, auch das wird keine Hymne – aber wer braucht die denn schon, wenn er ein so schönes Album von vorne bis hinten anhören darf?

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Einige interessante Rezensionen, Angaben und Beiträge zu diesem Album habe ich auch auf spinorbinmusicanfocalindiecurrent und musicboxmix gelesen. Es lohnt sich also absolut dort einmal vorbeizuschauen.

Gastbeitrag von Jannis Plastargias
© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de