ESC in Baku 2012: Das Zweite Halbfinale

 

eurovision ESC in Baku 2012: Das Zweite Halbfinale

Das zweite Halbfinale war sehr viel überraschender als das erste Halbfinale. Für den Finaleinzug von Donny Montell aus Litauen habe ich nur eine Erklärung: alle, die ihn gewählt haben, müssen den Ton ausgeschaltet haben und sich gesagt haben, wie süß ist der nur… Dafür hat es die Gruppe Litesound aus Weißrussland nicht geschafft, bei denen ich die Befürchtung hatte, dass sie nur aus dem Grund ins Finale kommen. Die größte Überraschung war für mich, dass anstatt der jungen Slowenin Eva Boto die Sängerin aus Bosnien-Herzegowina weiterkam. Die erstere hatte vorher sehr viel mehr Sympathiewerte im Internet erhalten und das Lied war viel stärker, aber so ist das eben im ESC. icon smile ESC in Baku 2012: Das Zweite Halbfinale Die Favoriten strauchelten nicht, Schweden und Norwegen sind genauso wie Serbien und die Türkei locker weitergekommen, wie man vermuten darf. Tooji aus Norwegen hatte dabei genau das erwartete “Stimmchen”, performte aber gut – und wenn dann noch vom Kommentator erwähnt wird, welch guter Mensch er ist (er macht Flüchtlingsberatung), dann kann bei dem guten Aussehen nicht mehr viel schief gehen. Das war sowieso mal wieder sehr offensichtlich, weswegen ich das auch bei meinen Tipps immer mit in den Mittelpunkt stelle: Das Aussehen der Teilnehmer/innen ist beim ESC genauso wichtig wie bei DSDS. Da kann man noch so viel von guten Liedern erzählen und von Völkerfreundschaften. Natürlich ist es für Donny, Tooji oder den Teilnehmer aus Malta, Kurt Calleja, einfacher weiterzukommen als für so einen  dicken Georgier (der allerdings einen grottigen Auftritt hinlegte und verdient rausflog). Aber Aussehen ist auch nicht alles – der Style muss auch passen und gerade im Trend liegen. Daran scheiterte wohl der attraktive Slowake Max Jason Mai, der mit seinem 80er Jahre-Metaler-Look den Kürzeren zog. 

Die Show war wieder sehr nett, vor allem der Pausen-Auftritt der Sieger/innen der letzten fünf Jahre, die “aserbaidschanische” Versionen ihrer Siegertitel vortrugen (gemeinsam mit einheimischen Musikern). Das war ganz cool, vor allem auch Lenas Part. Der ESC in Baku macht Spaß – und ja, auch in diesem Beitrag ignoriere ich wieder die Politik und die Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan – The Show must go on… Und Samstag freue ich mich darauf, live dabei zu sein, wenn Loreen aus Schweden gegen den Rest von Europa antritt – ihre Stimme hält und nur die Unwägbarkeiten des ESC können sie am Sieg hindern. Aber es gibt ein paar ernst zu nehmende Konkurrenten: Vom Balkan nach wie vor am siegreichsten einzuschätzen: Zeljko Joksimovic, im Süden wird wohl die Zypriotin Ivi Adamou vor der Italienerin Nina Zilli und allen anderen liegen, bei der ehemaligen Sowjetunion die Ukrainerin Gaitana, die russischen Babuschki spalten zu sehr, um zu gewinnen. Vielleicht wird die Dänin Soluna Samay mitmischen, auf jeden Fall aber von der Ostblock-Ecke Mandinga mit ihrem “Zaleihla”. So, und jetzt seien wir gespannt, auf mehr: Finaaaaaaaaaaleeeeeee, oh oh oh! 

Gastbeitrag von Jannis Plastargias | nachgebloggt | cc-by-nc
© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bild © NDR/EBU

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