The Road to Baku 2012: Skandinavien und Baltikum

 

eurovision The Road to Baku 2012: Skandinavien und Baltikum

Der ESC findet dieses Jahr in Baku statt. Es wird, glaube ich, etwas bunter und witziger als im letzten Jahr. Aber die Qualität? Nun ja. Schauen wir uns mal die skandinavischen und baltischen Beiträge an, die ja in den letzten Jahren immer sehr weit vorne lagen… 

 

 

Beginnen möchte ich mit den skandinavischen und baltischen Ländern. Schweden liegt bei den Wettmachern zurzeit ganz klar vorne. Die “exotische” Loreen tritt mit dem Lied Euphoria an. “Euphoria” ist eigentlich eine synthetische Droge – ob sie sich deswegen diese merkwürdige Choreografie ausgedacht hat? Ein bisschen Kate Bush, ein bisschen fertiger Junkie am Frankfurter Bahnhof. Das Lied hätte in den 90ern wahrscheinlich sofort Platz 1 der deutschen Charts vor Scooter erklommen. Aber heute? Nun, was man sagen kann: Es ist ein Ohrwurm. Und hat was. Nur: wird die Stimme halten? Bei den Live-Mitschnitten aus Youtube hört sich die Stimme meist sehr dünn an. Wird sie vor 120 Millionen Zuschauer_innen versagen? Oder klar abräumen? Ich glaube an die Top 10. Mehr wäre nicht verdient…

 

 

Norwegens Sänger Tooji sieht ebenso “exotisch” aus wie Loreen – beide sehen nicht gerade skandinavisch aus. Was keine Kritik ist. Beide sehen wunderschön aus, sexy, beide haben dünne Stimmen. Beide singen einen Disco-Kracher. Bei Tooji´s “Stay” denkt man sich, dass er den erfolgreichen Beitrag von Eric Saade aus dem letzten Jahr 1:1 kopiert. Aber nach Recherche fand ich heraus, dass sich das Lied schon etwas anhört. Bei den Wettmachern scheint er gerade an der Top 10 vorbeizuschrammeln. Auch ich glaube, dass er ein Kandidat für Platz 11 oder so ist.

 

 

Pernilla Karlsson singt “När Jag Blundar” und nimmt einen mit auf eine Reise, melancholisch und warm, einfach schön. Muss aber froh sein, wenn sie ins Finale kommt. Vielleicht etwas unspektakulär, aber so süß. Und ich mag diese Sprache. Schade, dass sie kaum Chancen auf einen vorderen Platz hat, weil sich die Skandinavier gegenseitig die Punkte stehlen werden – und sie wird dabei die Dumme sein.

 

 

Denn Greta Salóme & Jónsi haben mit “Mundu Eftir Mér” (“Never Forget”) die stärkere Ballade – die haben eigentlich DAS Grand Prix Lied alter Schule mit viel Drama und Streicher, sind beide absolute Sympathen, Jónsi ist sehr bekannt – und sowohl bei den Wettmachern als bei den vielen netzaffinen ESC-Fans sind sie IMMER bei den TOP 10-Liedern genannt worden. Sie werden vor Finnland liegen, auf jeden Fall auch vor dem Norweger, aber ihre größte Konkurrentin…

 

 

… ist wohl die Dänin Soluna Samay mit ”Should’ve Known Better”. Ein Singer-Songwriter-Ding, das viel Potenzial hat. Tolle Stimme, sehr schöne Ausstrahlung. Sie könnte ganz viel reißen. Aber dieser Beitrag ist auch gefährdet völlig unterzugehen. Doch bisher lieben die Fans im Netz sie und bei den Wettmachern liegt sie gerade ganz gut. Top Ten würde auch ich sagen. 

Die Skandinavier werden also richtig stark sein!

Keine Rolle wird Litauen spielen, Donny Montell ist jung und wunderschön und singt nicht immer sicher ein langweiliges Lied. 


 

Estland hat auch nicht gerade das spannendste und kurzweiligste Lied zu bieten, aber Ott Lepland´s “Kuula” ist so Grand Prix, dass man es fast schon wieder mögen muss. Wenn die Isländer das nicht so viel besser machen würden, hätte er vielleicht eine Chance weiter nach vorne zu kommen, so wird er froh sein müssen, wenn er es überhaupt ins Finale schafft. Ich hoffe auch, dass Anmary aus Lettland mit ihrem “Beautiful Song” im Halbfinale scheitert, das Gedudel nervt einfach nur!

Gastbeitrag von Jannis Plastargias
© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de
Bild © NDR/EBU

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