Interview mit der Schauspielerin Jasmin Schwiers “Ich habe nur Filme gemacht auf die ich in dieser Zeit wirklich Lust hatte”

 

Jasmin Schwiers ist eine deutsche Schauspielerin.

 

Liebe LeserInnen,

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

jasmin 861x1024 Interview mit der Schauspielerin Jasmin Schwiers Ich habe nur Filme gemacht auf die ich in dieser Zeit wirklich Lust hatte 

Vom Kindertheater auf die große Bühne, der Anfang Deiner Karriere ist ja schon wie ein Traum oder? Wenn Du heute zurück denkst wie nimmst Du die Anfangszeit dann wahr?

Sehr spielerisch. Ein großes Abenteuer, ohne Druck oder Karriere-Gedanken. Es ging nur um die Spielfreude an sich. Klar gab es auch Neider. Und so ganz nebenbei die Schule zu schmeißen war auch nicht immer ganz ohne. Aber ich wusste eben wofür ich das mache. Ich habe das Spielen geliebt und das ist auch bis heute so geblieben.

 

Größere Bekanntheit hast Du ja direkt dann mit Ritas Welt erlangt, hast Du eigentlich heute noch Kontakt zu Gaby Köster?

Nein, der Kontakt hatte sich damals verloren als ich aus der Serie ausgestiegen bin. Gaby hat weiter die Rita gedreht, ich hab mein Abi gemacht und dann andere Sachen gedreht. So ist das in dem Beruf, die Reise geht eben weiter. Aber ich habe sie in allerbester, lustiger Erinnerung und würde gerne noch mal auf die alten Zeiten anstoßen…

 

Ich erinnere mich gerne an den Film Schule, ich war heute etwas erschrocken, dass der Film schon 12 Jahre zurück liegt und wie schnell die Zeit vergeht. Seit dem hast Du viele Filme gedreht, an welchen erinnerst Du dich eigentlich am liebsten zurück?

12 Jahre? Himmel, das ist wirklich lang! Also, wenn ich so in meinem Gedächtnis krame, da waren so einige schöne Sachen dabei. Alle für sich unterschiedlich, aber toll. Sehr besonders war für mich das Drama “Uns trennt das Leben” in dem in eine Mutter spielen durfte, deren Kind verstirbt. Das war eine große Herausforderung. Und im letzten Jahr “Schläge im Namen des Herrn” von Regisseur Dror Zahavi, in dem es um Missbrauchsfälle in Kinderheimen in den Sechziger Jahren geht. Auch eine ganz tolle Zeit. 

 

Gibt es auch Produktionen von denen Du denkst „Die hätte ich mal besser nicht gemacht“?

Ich verfahre schon immer ganz nach Loriot’s Lustprinzip. Ich habe nur Filme gemacht auf die ich in dieser Zeit wirklich Lust hatte. Klar, jetzt sieht man die ein oder andere Teenie-Komödie von vor zig Jahren und denkt sich “müssen die das immer wiederholen?”. Natürlich hat man sich weiter entwickelt. Aber das war eben die Zeit und das war wunderbar so. 

 

Neben der Schauspielerei machst Du Workshops für Kinder und Jugendliche habe ich gelesen. Das finde ich total spannend, erzähl mal wie Deine Arbeit da aussieht und was Du da genau machst.

Tatsächlich habe ich zwei Projekte, die mir sehr wichtig sind. Seit meiner Jugend betreue ich Kinder in einem Ferienlager in Aachen, wo ein bunter Haufen ehrenamtlicher Mitarbeiter kreative Workshops anbietet. “Kreative Werkwochen” heißt das. Da inszeniere ich Theatertücke, trockne Heimweh-Tränen oder kümmere mich um die Kassenabrechnung. Ja, das muss auch gemacht werden… Mein anderes Ehrenamt ist der Posten als Botschafterin des deutschen Kinderhospizvereins. Die machen eine unwahrscheinlich wichtige Arbeit, die ich zu unterstützen versuche wo es eben geht. 

 

Witzigerweise hatte ich im letzten Jahr mal ein Interview mit Deinem Mann gemacht, was ich aber auch erst jetzt gesehen habe, dass es Dein Mann ist. Ist so eine Schauspielerehe nicht ziemlich schwierig? Beide immer oft unterwegs? Wie geht ihr damit um oder wäre das zu privat?

Wir sehen das als Luxusproblem. Wir sind Schauspieler und haben beide gut zu tun. Natürlich versuchen wir uns so oft zu sehen wie es eben geht. Und dann weiß man sich vielleicht mehr zu schätzen als wenn man jeden Abend die Couch zusammen platt sitzt… Ich finde es wunderbar dass wir in der gleichen Welt unterwegs sind und die Materie des anderen verstehen und nachvollziehen können. 

 

Spannend war, das Jan sagte als Schauspieler kann man bei den ganzen Doku-Soaps heutzutage froh sein noch Arbeit zu bekommen. Diese Doku-Soaps gab es ja so vor 16 (!!!) Jahren als Du angefangen bist noch nicht, wie nimmst Du diese Veränderung im Fernsehen als Schauspielerin wahr?

Damals waren es Talkshows, dann kamen die Gerichts-Sendungen und jetzt sind es andere Laienformate. Das hat mit anspruchsvollem Fernsehen nichts zu tun. Ich selbst halte es wie viele meiner Freunde und kaufe mir Serien, die ich dann auf Dvd gucke. Wirklich fragwürdig ist, in welche Formate die Sender ihr Budget investieren und ob die Quote da den einzigen Ausschlag gibt. 

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant? Wo kann man Dich als nächstes sehen?

Ich bin jetzt fest im Ermittler-Team bei “Kommissar Stolberg”. Die Reihe läuft am Samstag um 21:45 Uhr auf dem ZDF. Das macht unheimlich viel Spaß eine Kommissarinnen-Rolle zu entwickeln, zumal sie so unkonventionell angelegt ist. Meine Folgen laufen aber frühestens im Herbst. Am 30.4. läuft noch eine Komödie in der ARD in der ich die Tochter von Suzanne von Borzody und Henry Hübchen spielen durfte.

 

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Ja, dass jetzt gleich Deine obligatorische Sauna-Frage kommt…!

 

Und da ist sie auch schon. Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Ich bin ganz allgemein ne ziemliche Sauna-Memme. Und grundsätzlich finde ich es furchtbar -wenn ich schon da sitze und die Hitze ertragen muss- Leute zu treffen, die ich kenne. Also zusammengefasst: am liebsten möchte ich gar nicht und mit niemandem in der Sauna sitzen! 

 

von Daniel Pietrzik | nachgebloggt | cc-by-nc 

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