Interview mit der Synchronsprecherin Marie Bierstedt “wenn wir einigen Hörern mit Offenbarung 23 eine Freude machen können, ist das doch etwas sehr Schönes”

Marie Bierstedt ist eine deutsche Synchronsprecherin, die u.a. durch ihre Sprecherrolle in Offanbarung 23 (Nolo) bekannt wurde.

 

Liebe LeserInnen,

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

marie Interview mit der Synchronsprecherin Marie Bierstedt wenn wir einigen Hörern mit Offenbarung 23 eine Freude machen können, ist das doch etwas sehr Schönes 

Du hast ja die Synchronsprecherei gar nicht „gelernt“ und bist trotzdem in diesen „Job“ reingerutscht, erzähl mal wie es dazu kam, wann hast Du zb. gemerkt, dass Du mit Deiner Stimme Geld verdienen kannst?

Naja, das Geldverdienen stand zunächst nicht wirklich im Vordergrund. Ich war ungefähr 11 Jahre alt, als ich das erste Mal synchronisiert habe und da war es für mich eher wichtig, dass ich Spaß daran habe.Mein Vater hat als Schauspieler ja auch schon damals viel synchronisiert, und da wurde er häufig von den Synchronstudios angesprochen, ob seine Tochter nicht auch mal Lust dazu hätte. Und da ich selbst auch neugierig war, hat er mich einfach mal mitgenommen. So hat das Ganze angefangen, wobei ich als Kind nur sehr selten synchronisiert habe und mit 13,14 auch wieder ganz damit aufgehört habe. Ich hatte dann einfach andere Interessen (tanzen, Jungs,…) und weniger Lust auf arbeiten. Erst als ich anfing zu studieren, wurde das Synchronisieren für mich wieder interessant. Durch viel Glück bekam ich tatsächlich eine Rolle in einer Zeichentrickserie. Und dann immer öfter auch andere Rollen. Das gab mir die Möglichkeit, wieder in die Branche einzusteigen und mir außerdem mein Studium zu finanzieren. Ich hab mir anfangs überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wie lange ich dabei bleiben würde. Dass ich das Ganze irgendwann zu meinem “Haupterwerb” machen würde, hat sich eigentlich erst im Laufe der Jahre so ergeben. Als mein Studium sich dem Ende näherte, wurde klar, dass ich mich irgendwann entscheiden müßte, in welche Richtung es weitergehen soll und da habe ich gemerkt, wie wichtig mir das Sprechen mittlerweile geworden ist. Und so bin ich dabei geblieben.

 

Du hast ja aber auch mal vor der Kamera gestanden, bist dann mit der Zeit aber immer mehr in den Synchronbereich gewechselt. Hat Dir das einfach mehr Spaß gemacht oder woran liegt das?

Als Kind hatte ich einige kleinere Rollen, das stimmt schon. Aber wirklich viel gedreht habe ich ja nie. Mit 14 hatte ich meine größte – und letzte Rolle. Dann kamen einfach verschiedene Faktoren zusammen. Genau wie mit dem Synchron, waren für mich in der Zeit eher andere Sachen wichtig. So verlief die Sache mehr oder weniger im Sande.

 

Deine Stimme kennen ja unglaublich viele Menschen, Du bist zu hören in Smalville, OC California, Greys Anatomy, The Return of Captain Future, sogar in Benjamin Blümchen und natürlich in Offenbarung 23. Hast Du eigentlich Rollen die Du besonders magst, die Dir besonders Spaß machen?

Meist sind es weniger die Rollen, die entscheidend dafür sind, ob mir ein Projekt besonders Spaß macht. Meist sind es die Leute, mit denen man zusammen arbeitet, die dafür sorgen, dass einem bestimmte Sachen sehr ans Herz wachsen. In diesem Sinne freue ich mich z.B. immer sehr auf die Aufnahmen für Benjamin Blümchen. Dort stehen wir alle noch gemeinsam vor dem Mikrophon, was heutzutage eigentlich nicht mehr üblich ist und haben wirklich sehr viel Spaß miteinander. Als Rolle mag ich vielleicht Lexie aus “Grey’s Anatomy” am Liebsten, weil ich sie einfach total sympathisch finde…

 

Hörst Du Dir privat eigentlich gerne Hörspiele und Hörbücher an? Wenn ja, welche gehören so zu deinen Favoriten?

Um ehrlich zu sein, ich höre eigentlich gar keine Hörbücher oder Hörspiele. Ich bin eher der Lesetyp. Als Kind habe ich im Grunde genommen auch nur so lange Hörspiele gehört (am liebsten Märchen), bis ich dann selber lesen konnte. Aber vielleicht ist das ja für mich jetzt in der Rolle als “Vorleserin” gar keine so schlechte Voraussetzung.

 

Hörst Du Dir auch die Hörspielee / Hörbücher an, die Du selbst gesprochen hast? Oder geht das nicht? Jeder kennt ja irgendwie das Phänomen, dass sich die eigene Stimme ganz furchtbar anhört.

In meine eigenen Hörspiele oder Hörbücher höre ich schon ab und zu mal rein. Wenn ich z.B. eine Reihe habe und den nächsten Titel vorbereite, höre ich gern nochmal in die vorhergehende Folge rein. Aber auch sonst ist es manchmal ganz hilfreich, sich selbst ein bißchen zuzuhören. Aber ich hab mir noch nie einen Titel vom Anfang bis zum Ende angehört.

 

Was ich sehr spannend finde, ist, dass gerade neue Folgen der Offenbarung 23 entstehen, bei denen Du auch wieder als „Nolo“ mit dabei bist. Die Reihe hat ja sehr viele Fans. Einige der ehemaligen Kollegen hatten leider abgesagt, was hat Dich dazu bewogen die Rolle wieder zu spielen?

Vor einigen Monaten ist Sebastian Pobot von Highscore Music mit der Idee auf mich zugekommen, Offenbahrung 23 wieder auferstehen lassen zu wollen. Erst einmal war ich skeptisch, aber er hat mich dann davon überzeugt, dass es ziemlich viele Leute gibt, die sich darüber sehr freuen würden. Das war dann das Ausschlaggebende. Ich selbst bin nicht unbedingt so ein Fan von Verschwörungstheorien, aber wenn wir einigen Hörern damit eine Freude machen können, ist das doch etwas sehr Schönes!

 

Gibt es eigentlich Gemeinsamkeiten zwischen Marie und Nolo?

Nein.

 

Darfst Du was zu Deiner Rolle verraten? Wird Nolo genau so sein wie man sie aus alten Folgen der Offenbarung kennt?

Schwer zu sagen. Wie ist Nolo denn überhaupt? Wer ist Nolo überhaupt? So richtig klar und eindeutig ist das bei dieser Figur ja nie gewesen. So wird es rätselhaft weitergehen…

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Dazu kann ich nicht viel sagen. Ich denke, jetzt müssen wir erstmal abwarten, wie das alles so ankommt.

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Die Frage müßte eher lauten: Mit wem WÜRDEST Du in die Sauna gehen? Aber diese Person muß wohl erst noch erfunden werden. Ich kann diesem gemeinschaftlichen Schwitzen auf engstem Raum nämlich überhaupt nichts abgewinnen und suche immer schnell das Weite, wenn es um Sauna geht.

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von Daniel Pietrzik | nachgebloggt | cc-by-nc 

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