Interview mit der Schauspielerin Therese Hämer „Die Schauspielerei ist einfach meine Ausdrucksform“

 

Therese Hämer ist eine deutsche Schauspielerin

 

Liebe LeserInnen,

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

Therese, wie entstand bei Ihnen eigentlich die Liebe zu dem Beruf der Schauspielerin? Gibt es da einen bestimmten Moment?

Meine Mutter ist auch Schauspielerin, aber als Kind wollte ich Tänzerin und später Schriftstellerin werden. Da es so „naheliegend“ war Schauspielerin zu werden, hab ich erstmal viele andere Dinge gemacht und darüber bin ich sehr froh. Letztlich aber führten doch wieder alle Wege nach Rom: die Schauspielerei ist einfach meine Ausdrucksform. Und als ich mich entschieden hatte, war es eine großartige Entdeckung und ein wirklicher Aufbruch.

 

Sie haben dann ja Philosophie, Germanistik und Romanistik studiert,  was war damals eigentlich das Ziel? Wieso nicht gleich die  Schauspielerei?

Das Studium war, sagen wir mal, die Legitimation für eine bestimmte Lebensform, nämlich alles auszuprobieren, was mich interessiert hat: Literatur, Schreiben, Sprachen lernen, Filme drehen, spielen ….  im Berlin der 80ger Jahre war da extrem viel los. Und das ich nicht zur ordentlichen Akademikerin taugte, hab ich relativ schnell rausgefunden. Als ich dann am Theater arbeitete (Regieassistenz) hab ich begriffen, das ich nicht die Ideen für die Bühne liefern will, sondern das ich es noch viel spannender fand, sie selber zu erleben, indem ich spiele.

Seit 1993 haben Sie in vielen Produktionen mitgespielt, erinnert man sich da noch an spezielle? An welche haben Sie zb. Spontan noch die schönsten Erinnerungen?

Der Film, in dem ich zur Zeit mitspiele, ist eine der schönsten Arbeiten, die ich bisher gemacht habe: „Endspiel“ von Matti Geschonnek. Es wird bestimmt ein toller Film mit Götz George und Jürgen Vogel. Ich habe aber auch sehr die Arbeit mit Armin Rohde und Ludger Pistor in „Ein Schnitzel für 3“ geliebt. Oder meinen ersten Kinofilm „Wahrheit oder Pflicht“, nachdem ich das Theater verlassen hatte. Stromberg (als Frau Stromberg) und die Erfahrung eine ganze Serie zu drehen wie Post Mortem waren auch toll. Die Liste ist aber noch viiiiiiiel länger und das ist natürlich ein schönes Gefühl.

 

Gibt es auch welche, von denen Sie denken die besser nicht gemacht zu haben? Wie geht man dann damit um?

Wenn ich an meine Jahre am Theater zurückdenke, so gab es da einige, die ich mir wirklich gern gespart hätte. Was das Drehen angeht, gibt es da wenige. Außerdem hab ich inzwischen eine konstruktive Haltung. Ich nehme die Erfahrung mit und überlege, was ich das nächste Mal anders machen kann. Welche Begegnungen ich vermeide oder eben distanzierter gestalteten würde. Und das geht!

 

Vor einigen Jahren haben Sie zum letzten Mal Theater gespielt, wie verhält sich das im Vergleich zum Fernsehen? Das Fernsehen ist Ihnen  lieber und Theater eine Abwechslung, kann man das so salopp sagen?

Jajein. Es stimmt, das ich seit einigen Jahren hauptsächlich drehe, es macht mir großen Spaß und ich mag die Lebensweise, die das mit sich bringt. Theaterspielen ist aber nach wie vor eine Leidenschaft und wenn es sich ergibt, bin ich immer wieder zu neuen Schandtaten bereit. Nur nicht mehr mit dem „Ausschließlichkeitsanspruch“.

Was ist gerade aktuell, wo kann man Sie als nächstes sehen?

Also z.Zt. drehe ich ja mit Geschonnek „Endspiel“. Und danach werde ich wieder die Chefin von Rainer Hunold in „Der Staatsanwalt“  spielen. Da wird extra etwas für meine Figur geschrieben, das freut mich natürlich sehr und ich bin schon ganz neugierig.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant?

Wir hoffen, das bald eine weitere Folge von „Ein Schnitzel für 3“  realisiert wird, das wäre sehr schön und über die anderen „noch ungelegten Eier“ muß man schweigen! Ah ja und ich fahre nach NewYork dieses Jahr, definitly!

 

Gibt es etwas, dass Sie gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würden?

Ich möchte mich gern mal für die reizenden Begegnungen bedanken mit Leuten, die mich aus dem Fernsehen kennen und ansprechen. Z.B.“ in der Sauna“ neulich !!! eine Frau, das war so witzig und charmant ….. oder der Immobilienmakler …Und abgesehen davon möchte ich mal sagen: das Deutsche Fernsehen ist viel besser als sein Ruf! Es gibt tolle Filme, tolle Regisseure und wunderbare Schauspieler!!! 

 

Dann passt meine letzte Frage ja ganz wunderbar. Mit wem würden Sie nicht in der Sauna sitzen wollen? 

Mit Leuten, die ich nicht gut riechen kann …. – nein im Ernst,  ich gehe tatsächlich gern in die Sauna, aber doch am liebsten mit meinen Freunden. Die Hotelsauna, wo man auf einmal den Kollegen trifft – das muß nicht soooo dringend sein:  Erotik hat ja was mit Geheimnis zu tun… und Spiel ohne Erotik, was soll das sein?!

 von Daniel Pietrzik | nachgebloggt | cc-by-nc