Legenden: Pierre Brice

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© WDR/Avanti Media

Sonntag, 29. April 2012 | 15:30 Uhr im Ersten

Pierre Brice und der legendäre Apachenhäuptling Winnetou – das ist die Geschichte einer einmaligen Symbiose und Legendenbildung. Als 1962 die Karl-May-Verfilmung „Der Schatz im Silbersee“ in die deutschen Kinos kam, wurdePierre Brice für Jahrzehnte zum beliebtesten Schauspieler Deutschlands und zum Idol mehrerer Generationen. Pierre Brice verkörpert den edlen Apachenhäuptling wie kein anderer. Die Werte des indianischen Helden – Friede, Freiheit, Toleranz und Menschenwürde – sind auch für Pierre Brice die Themen seines Lebens, für die es sich zu kämpfen lohnt. Er reist persönlich in Krisengebiete, setzt seine Popularität ein, um anderen zu helfen, engagiert sich für Kriegsopfer, Kinder, Tiere und den Naturschutz. Der Bretone hält konservative Werte hoch, betont seine christliche Gesinnung und macht sich die Sache der nordamerikanischen Indianer zu eigen: „Was mich sehr berührt, ist der Respekt, den die Indianer für jedes Wesen, nicht nur für die Menschen, haben. Da müssen wir noch viel lernen.“ Doch die kultische Verehrung, die Brice seitdem in Deutschland erlebte, hatte für den Schauspieler lange auch Schattenseiten. Nach dem ersten gigantischen Erfolg in den 60er Jahren bekam Brice keine anderen Rollenmehr in Deutschland und in seiner Heimat Frankreich ist er nie einem größeren Publikum bekannt geworden. Die deutschen Winnetou-Fans, die ihm bis heute seit fast 50 Jahren die Treue halten, haben ihn schließlich mit der Rolle seines Lebens versöhnt. Pierre Brice kommt 1929 als Baron Pierre Louis le Bris in Brest zur Welt. Als er elf Jahre alt ist, marschieren die Nazis in Frankreich ein, sein Vater kämpft im Widerstand. Im Alter von 15 Jahren schließt sich auch Pierre Brice der Résistance an. Hautnah erlebt er die Schrecken des Krieges. Mit 19 Jahren meldet er sich freiwillig zur Armee, geht erst für zwei Jahre nach Algerien, dann weitere vier Jahre nach Indochina. Er kämpft als Taucher und als Fallschirmjäger, entgeht mehrfach nur knapp dem Tod. Ausgezeichnet mit drei Tapferkeitsmedaillen kommt Pierre Brice 1951 zurück nach Frankreich. Doch die Stimmung im Land hat sich gewandelt, viele Bürger sind mittlerweile gegen den Kriegseinsatz. NachdemPierre Brice jahrelang sein Leben für sein Land riskiert hat, werden er und seine Kameraden bei ihrer Heimkehr nicht als Helden gefeiert, sondern von der Bevölkerung mit Buhrufen empfangen. Pierre Brice kehrt der militärischen Laufbahn den Rücken und beginnt als Fotomodell, Tänzer und Schauspieler zu arbeiten. Ab 1954 erhält er vor allem Angebote aus Italien und Spanien, wo er in diversen Kostümfilmen die Hauptrolle spielt und an Popularität gewinnt. Auf der Berlinale 1962 kommt es dann zu einer schicksalhaften Begegnung: Horst Wendlandt, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits zur Herstellung des Karl-May-Filmes „Der Schatz im Silbersee“ entschlossen hat, trifft auf Pierre Brice. Sofort weiß Wendlandt, dass er seinen Winnetou gefunden hat. Nach kurzem Zögern akzeptiert Pierre Brice das Rollenangebot, und tritt damit eine Welle des Erfolgs los, mit der niemand rechnete. Neben den Karl-May-Verfilmungen trittPierre Brice auch noch in anderen erfolgreichen Abenteuer- und Actionstreifen auf. Trotz alledem kommt Pierre Brice von der Winnetou-Schablone nicht los. Ab 1976 verkörperte er bei den Karl-May-Festspielen in Elspe wieder den Indianerhelden und sorgt damit für Zuschauerrekorde. Er setzt sich verstärkt mit der Geschichte der amerikanischen Ureinwohner auseinander, und bemüht sich, in der WDR-Serie „Mein Freund Winnetou“ ein reales Bild der Indianer und ihrer Mentalität zu zeichnen. Von den zur Premiere angereisten Winnebago-Indianern aus Nebraska erhält er zum Dank dafür, dass er sich so unermüdlich für ihre Rechte einsetzt, die Auszeichnung „Rainbow Man“. Heute glaubt man, dem 82-jährigen Winnetou gegenüber zu sitzen, so sehr identifiziert sich Pierre Brice über die Jahre hinweg mit seiner Rolle. Gemeinsam mit seiner deutschen Frau Hella lebt er auf einem idyllisch gelegenen Gutshof in der Nähe von Paris. Dort lässt er sein erfülltes Leben mit allen Höhen und Tiefen in langen Gesprächen noch einmal Revue passieren, er öffnet und erklärt sein Privatarchiv voller persönlicher Erinnerungen und gibt Einblicke in seinen Alltag. Interviews mit seiner Frau Hella, Freunden und Kollegen, darunter Mario Adorf, Götz George, Christiane Krüger, Dunja Rajter und Komponist Martin Böttcher, komplettieren das Bild von Pierre Brice als lebende Legende.

© WDR/Privatarchiv Hella Brice

Als Film-Fan ist es mir schon etwas peinlich das zuzugeben. Ich habe noch nie einen Winnetou-Film gesehen. Das liegt daran, dass ich mich für Western bisher nicht interessiert habe, erst seit Kurzem bin ich dem Genre sehr zugetan und werde speziell nach dieser Doku wohl sehr bald einen Winnetou-Film schauen, denn ich hab richtig Lust bekommen. Im Moment ist mir der Hype, der damals scheinbar um Pierre Brice gemacht wurde noch unverständlich aber er war wohl das, was heute ein moderner Popstar wäre. In dieser Doku kommt das auf jeden Fall sehr gut rüber und auch ich als nicht Kenner hab eben wie erwähnt Lust bekommen die Filme zu schauen, wie das wohl erst Fans ergeht? Kennst Du Winnetou? Was hältst Du von den Filmen? 

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de