Interview mit der Boxerin Ina Menzer „Ich würde schon gerne nochmal gegen Jeannine Garside antreten“

Ina Menzer ist eine deutsche Boxerin und bis 2010 Weltmeisterin im Federgewicht.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen dieses Interviews.

Universum Box-Promotion / Thomas Leidig

Wie bist Du eigentlich das erste Mal mit dem Sport in Berührung gekommen?

Mit 14 habe ich zusammen mit meinen beiden Brüdern mit Kung-Fu angefangen. Dann wollte mein Vater die beiden für´s Boxen begeistern. Ich bin einfach mitgegangen und gleich beim ersten Training hat es mir sofort Spaß gemacht, der Trainer hat gesagt, ich hätte Talent und so durfte ich bleiben. Seitdem boxe ich.

 

Und was genau gefällt Dir am Boxsport am meisten?

Mir gefallen die ganzen Bewegungsabläufe – Boxen ist ein wenig wie Tanzen. Natürlich auch die Herausforderung: Mann gegen Mann/Frau gegen Frau. Für mich ist Boxen die ehrlichste Sportart und spiegelt das Leben wieder. Krass gesagt, kann man sich im Leben auf niemanden verlassen und man ist hauptsächlich auf sich alleine gestellt. Das Schicksal liegt in den eigenen Händen. Außerdem hat es einen schönen Nebeneffekt: Boxen ist eine der wenigen Sportarten, in der der ganze Körper trainiert wird, d.h. beim Training werden sehr viele Muskelgruppen angesprochen. Ich liebe meinen Job.

 

Hast Du eigentlich Angst vor Deinen Kämpfen? Angst vor einer Verletzung? Angst vor einer Niederlage? Wie gehst Du damit um?

Klar, habe ich Angst zu versagen. An Verletzungen versuche ich nicht zu denken, wobei man den Gedanken immer im Hinterkopf hat. Ich versuche aber immer positiv an die Sache heranzugehen. Respekt vor seinem Gegner sollte man aber in jedem Fall haben.

 

Du bist ja super erfolgreich, hast 2010 deinen einzigen Kampf verloren gegen Jeannine Garside. Danach war über ein Jahr Pause.  Wie sehr spielt diese eine Niederlage heute noch eine Rolle in deinem Leben?

Jetzt im Nachhinein kann ich dem Ganzen sogar etwas Positives abgewinnen. Wobei es natürlich keine schöne Erfahrung für mich war. Alles was geschieht hat einen Sinn, so auch bei dieser Niederlage. Ich habe gesehen,  wer wirklich meine Freunde sind und auch in schweren Zeiten zu mir halten bzw. sich von mir abgewendet haben. Natürlich habe ich mir ernsthaft Gedanken über meine Karriere nach der Karriere gemacht. Ich kann schließlich nicht ewig boxen. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit ein zweites Standbein aufgebaut, mit meinem Projekt EVENTBOXEN (www.eventboxen.de) biete ich Firmen aber auch Einzelpersonen Boxevents im Rahmen von Incentives oder Betriebsausflügen o.ä. an , so baue ich mir jetzt nebenbei schon etwas für später auf.

 

Ich glaube Jeannine Garside war oder ist Schwanger wenn ich richtig recherchiert habe. Hast Du da nochmal die Hoffnung auf eine Revanche?

Richtig. Ich würde schon gerne nochmal gegen sie antreten. Aber jetzt ist es schwer zu sagen, wann oder ob sie noch boxen wird.

 

Was mir auf Deiner Homepage auffällt, was anders ist als bei anderen Boxerinnen, dass Du Dich in der Gallery sehr sexy zeigst. Wie wichtig ist dir das, den Fans / Menschen zu zeigen wie sexy der Boxsport sein kann? Denn das ist ja im Prinzip sehr widersprüchlich: Der harte Sport und dann die schönen weichen Bilder.

Mir ist es wichtig MICH zu präsentieren, die Leute sollen Ina  Menzer kennenlernen und nicht jemanden, der ich gerne wäre oder mein Management gerne darstellen möchte. Trotz des harten Sports und meiner Arbeit in einer Männerdomäne bin ich immer noch eine Frau und es ist mir wichtig, es auch zu bleiben. Ich finde es schade, wenn Sportlerinnen vergessen, ihre Weiblichkeit „vernachlässigen“. Ich liebe es mich schicken zu machen, mich zu schminken, schicke Kleider und hohe Schuhe zu tragen. Das gehört genauso zu mir wie meine sportliche Seite.

 

Was ist für die nahe Zukunft und darüber hinaus noch geplant, wo wirst Du als nächstes Boxen?

Am 21. April werde ich in Schwerin boxen.

www.filmograf.de

Gibt es etwas, dass Du gerne an dieser Stelle dem Leser mitteilen würdest?

Versuche in/aus allen Überraschungen, die dir das Leben bereitet, etwas Positives zu sehen/zu machen.

 

Mit wem würdest Du nicht in der Sauna sitzen wollen?

Die Frage passt zu mir, wie die Faust auf´s Auge. Ich gehe nie mit Männern, also nie in die gemischte Sauna und wenn, dann mit nur mit einem Handtuch umgewickelt. Deshalb hatte ich schon öfter mal Auseinandersetzungen. 

 

nachgebloggt bedankt sich ganz herzlich für dieses Interview. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder sich die Zeit nimmt für ein Interview, für seine Fans, für interessierte Menschen. Wenn Dir dieses Interview gefällt, sage es gerne weiter und wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese gerne hier stellen.

 

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von Daniel Pietrzik | nachgebloggt | cc-by-nc

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