FilmMittwoch im Ersten: Geliebtes Kind „Mathilde Bundschuh hat den Film eigentlich gerettet“

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© WDR/Tom Trambow

Mittwoch, 25. April 2012 | 20:15 Uhr im Ersten

Susanne (Anica Dobra) hat alles getan, um ihrer hübschen Tochter Liz (Mathilde Bundschuh) späteres Leid zu ersparen. Oder hat Susanne den Spitzfuß ihrer Tochter als Schönheitsfehler empfunden, als Makel, der entfernt werden muss? Jedenfalls war die Kindheit von Liz geprägt von zahlreiche Operationen, die wenig Erfolg brachten. Durch ihren Umzug ins Internat hat Liz sich vor Jahren befreit von der schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter. Viele Jahre hat die 16-jährige Liz nun schon im Internat verbracht. Dass sie humpelt, spielt weder eine Rolle in ihrer Freundschaft zu Marie, noch in der Beziehung zu Robert, ihrer ersten großen Liebe. Als sie sich aber eines Tages von Robert verleugnet fühlt, verlässt sie Hals über Kopf das Internat und zieht zurück zu ihrer Mutter. 

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Susanne lebt seit einiger Zeit mit ihrem jüngeren Lebensgefährten Andi (Simon Böer) zusammen und hofft nun, nach der plötzlichen Rückkehr von Liz, auf einen Neuanfang mit ihrer Tochter. Sie hat sich als Verwalterin jenes Hochhausviertels einen Namen gemacht, in dem die beiden früher gelebt haben. Aus dem Schatten dieser scheinbar makellosen und erfolgreichen Mutter herauszutreten, sich von ihr zu emanzipieren, ist kein leichter Prozess. Alte Konflikte zwischen ihnen kommen hoch, gleichzeitig steigt auch die Spannung zwischen Liz‘ Mutter und ihrem Lebensgefährten. Als Liz erfährt, dass Susanne hinter ihrem Rücken und gegen ihren Willen eine neuerliche Operation ihres Fußes plant, spitzt sich die Auseinandersetzung zu. Wird Susanne akzeptieren können, dass sie Liz nicht nach eigenen Vorstellungen formen kann und die Tochter ihren eigenen Weg gehen muss?

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Ich habe gerade ein ganz seltsames Gefühl, das ich bei einem Film so noch nicht hatte. Der Film war in vielerlei Hinsicht nicht sehr gut gemacht, aber dennoch fand ich ihn gut, sogar richtig gut. Die Story war manches Mal zu abgehoben und unrealistisch, die Charaktere zu übertrieben und die Beweggründe oft nicht verständlich aber dennoch kam es gut rüber. Es hat eben auf eine bestimmte Art und Weise zusammengepasst. Vielleicht lag es auch an der jungen Schauspielerin Mathilde Bundschuh, dass der Film so überzeugen konnte, denn besonders sie hat ihre Rolle wirklich super gespielt. Es gab nur eine Szene, die ich zu weich fand, eine in der ich erwartet hätte, dass sie in Tränen ausbricht, stattdessen lacht sie, aber gut, ich bin leider kein Regisseur. Ansonsten eine klasse junge Schauspielerin, die ihren Weg definitiv machen wird. Schau Dir den Film einmal an, lass dich darauf ein, auch auf die Schwächen und du wirst einen insgesamt sehenswerten Film schauen. Viel Spaß dabei.

© Daniel Pietrzik | nachgebloggt.de